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Personen- und Werkschutz

Das ZNAF liefert die wichtigste Ressource für Nachrichtendienste: gut ausgebildeten Nachwuchs

In Berlin wurde das neue Zentrum für Nachrichtendienstliche Aus- und Fortbildung (ZNAF) eingeweiht. Im Konferenzzentrum des Bundesnachrichtendienstes (BND) feierten BND-Präsident Dr. Bruno Kahl, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Thomas Haldenwang, die zuständigen Staatssekretäre Johannes Geismann (Bundeskanzleramt) und Hans-Georg Engelke (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) sowie der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums Armin Schuster (CDU) mit Gästen aus Politik, Verwaltung und Medien die Gründung der ersten gemeinsamen Einrichtung von BND und BfV, teilen beide Institutionen in einer Pressemitteilung mit.

Die Initiative zur Gründung einer gemeinsamen Schule der Nachrichtendienste ging 2007 vom Vertrauensgremium des Deutschen Bundestages aus. Mit der Einführung einer gemeinsamen Laufbahnausbildung von BND und BfV erfüllt das ZNAF diese Vision einer gemeinschaftlichen Ausbildung, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nachrichtendienste untereinander vernetzen und für ein gemeinsames Verständnis ihrer Aufgaben sorgen soll. Kernauftrag des ZNAF ist die Durchführung der gemeinsamen Laufbahnausbildung für den nichttechnischen Dienst, die als zweijährige Ausbildung oder als dreijähriges Studium ausgestaltet ist. Die Studierenden und Auszubildenden lernen, wie sie Informationen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Fragestellungen sowie extremistischen Bestrebungen beschaffen und analysieren können. Hierzu gehört auch, wie man Quellen führt, Zielpersonen observiert und dabei selbst unentdeckt bleibt. Auch die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen nachrichtendienstlicher Arbeit sind ein wichtiges Thema. In mehreren Praktika werden zudem Praxiserfahrungen gesammelt – auch im jeweils anderen Nachrichtendienst. Somit lernen die jungen Menschen das nachrichtendienstliche Handwerk von A bis Z.

Dr. Bruno Kahl: „Das ZNAF liefert den Nachrichtendiensten ihre wichtigste Ressource: hervorragend ausgebildetes und hochmotiviertes Personal, das optimal auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet ist. Gute und innovative Ideen für die nachrichtendienstliche Arbeit entstehen vor allem durch eine Verschränkung von Theorie und Praxis. Über die Aus- und Fortbildung hinaus trägt das ZNAF auch zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Praxis bei.“

Thomas Haldenwang: „Mit dem ZNAF leisten BfV und BND einen wesentlichen Beitrag zu einer stärker integrierten Ausbildung der Nachrichtendienste in Deutschland. Eine gemeinsame und moderne Ausbildung, die sich an den Erfordernissen der digitalisierten Welt orientiert, ist gerade angesichts immer weiter vernetzter Bedrohungen wichtiger als je zuvor.“ Das unmittelbar neben der BND-Zentrale in Berlin-Mitte liegende ZNAF verfügt über insgesamt 20 moderne Hörsäle für bis zu 85 Personen sowie zahlreiche spezielle Hörsäle für IT-Training, Sprachausbildung oder Sonderaufgaben wie Videostudios und Labore. Den Lehrgangsteilnehmern stehen mehr als 200 besonders gesicherte IT-Arbeitsplätze zur Verfügung. Darüber hinaus unterhält das ZNAF 110 Dienstunterkünfte in unmittelbarer Nachbarschaft. Außerdem werden am ZNAF im Rahmen des Masterstudiengangs „Intelligence and Security Studies“ auch Studierende von BND, BfV sowie aus dem Militärischen Nachrichtenwesen, dem Militärischen Abschirmdienst und den Landesämtern für Verfassungsschutz ausgebildet.

So wirkt das ZNAF als Motor für die Herausbildung einer deutschen Intelligence Community und einer gemeinsamen nachrichtendienstlichen Kultur in Deutschland.

Foto: photothek.net

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