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„Wir sind da, wenn es keine Alternative mehr gibt“

[1]In der Corona-Krise erreichen die Bundeswehr viele Anfragen auf Hilfeleistungen. Am häufigsten werden von Seiten der Bundesländer Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Ausrüstung nachgefragt – von der Schutzbrille über den Kittel bis hin zum Mundschutz. 280  Anträge auf Amtshilfe liegen dem Kommando  Territoriale Aufgaben  der Bundeswehr in Berlin aktuell vor. Davon wurden 75 gebilligt, 50 sind in konkreter Bearbeitung und 14 wurden bereits abgeschlossen.

So haben  in der vergangenen Woche  die pfälzischen Kreise Germersheim und Südliche Weinstraße sowie die Stadt Landau die Bundeswehr um Unterstützung in der Corona-Krise gebeten. Die Bundeswehr wird in einem leerstehenden Teil des Krankenhauses Bad Bergzabern eine Intensivstation einrichten. Im Saarland hat die Bundeswehr bereits drei Corona-Teststationen in Betrieb genommen. Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung entnehmen dort die Proben – die Bundeswehr stellt Logistik und Organisation.

Öfter als es ihm lieb ist, muss  das Kommando  Territoriale Aufgaben  der Bundeswehr aber  auch Anträge auf Amtshilfe ablehnen. Dies kann an fehlenden bzw. anderswo benötigten personellen und materiellen Ressourcen liegen. Gerade  jetzt werden Personal und Material in den fünf Bundeswehr-Krankenhäusern selbst dringend benötigt. Auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr müssen weitergeführt werden. Und schließlich gibt es bestimmte rechtliche Hürden.  Die Bundeswehr dürfe  erst dann helfen,  wenn  es keine Alternative mehr gebe,  sagt Generalleutnant Martin Schelleis. Das meiste aber,  was  die Bundeswehr an Unterstützung bieten könne,  gebe  es in Deutschland in Hülle und Fülle auf dem Markt. Diese Kapazitäten seien noch lange  nicht erschöpft und die gelte es zunächst zu nutzen. Jeder  Antrag müsse  daher individuell geprüft werden.

ots
Foto: © Bundeswehr/Sandra Herholt