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Satellit Heinrich Hertz fliegt mit Ariane 5 ins All

Die OHB System AG, ein Tochterunternehmen des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB SE, hat mit dem europäischen Startdienstleister Arianespace einen Vertrag über den Start des zivil-militärischen Telekommunikationssatelliten Heinrich Hertz geschlossen. Der Transport ins All wird auf einer Ariane-5-Trägerrakete erfolgen.

Heinrich Hertz wird im 4. Quartal 2021 in seinen geostationären Zielorbit in rund 36.000 km Höhe gebracht. Der 3,5-Tonnen-Satellit fliegt vom europäischen Startplatz Kourou in Französisch-Guyana los. Der Startvertrag wurde beim Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn unterzeichnet. „Wir haben mit Arianespace einen starken und verlässlichen Partner an unserer Seite“, sagt Dr. Dieter Birreck, der bei OHB das Projekt Heinrich Hertz leitet.

Die OHB System AG war vom Raumfahrtmanagement im DLR mit der Durchführung dieser nationalen Satellitenmission beauftragt worden. „Wir sind als industrieller Hauptauftragnehmer für die Realisierung der gesamten Mission inklusive des Satelliten, des Startträgers und der dazugehörigen Bodeninfrastruktur verantwortlich. Unsere Aufgaben reichen von Entwicklung, Fertigung und Verifikation des Telekommunikationssatelliten bis hin zum Start des Satelliten und Vorbereitung seiner Inbetriebnahme im Orbi“, erläutert Dr. Birreck.

Erste Telekommunikationsmission
Die nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz benannte Mission stellt Deutschlands erste nationale Telekommunikationsmission mit einem in Deutschland entwickelten und gebauten Satelliten nach dem DFS Kopernikus Programm dar.

Mit Heinrich Hertz wird somit die Rückkehr Deutschlands zur Systemfähigkeit im Bereich der Telekommunikationssatelliten weiter fortgeführt, die in der deutschen Raumfahrtstrategie aus dem Jahr 2010 angestrebt wird. Die Heinrich Hertz Mission vereint zwei Missionsziele: Im zivilen Bereich ist dies die Technologieerprobung im Weltraum (In-Orbit-Verifikation). Hierfür werden rund ein Dutzend neuartiger Technologien für die Satellitenkommunikation an Bord des Satelliten getestet sowie eine Reihe wissenschaftlich-technischer Experimente durchgeführt. Zudem dient der Satellit der Kommunikation für die Bundeswehr.

Sicherung der Zukunft
„Mit Heinrich Hertz werden gleich mehrere Missionen erfüllt: Das DLR erhält eine leistungsfähige Plattform für wichtige Experimente rund um die Satellitenkommunikation und das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) kann mit dem eigenen militärischen Nutzlastanteil Satellitenübertragungskapazitäten für die Bundeswehr langfristig und zukunftsfähig sicher stellen“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB System AG, anlässlich der Vertragsunterschrift.

Die Mission ist auf 15 Jahre ausgelegt und wurde vom DLR im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) initiiert. Dr. Gerd Gruppe ist Vorstand für das Raumfahrtmanagement des DLR und hat das Projekt von Anfang an begleitet: „Wenn die Mission Heinrich Hertz im Jahr 2021 auf einer europäischen Ariane 5-Trägerrakete startet, wird sie den Grundstein für die Sicherung der Zukunft der Satellitenkommunikation legen. Mit der Mission stellt Deutschland international seine Schlüsselkompetenzen in den Nutzlast- und Plattform-Technologien geostationärer Satelliten unter Beweis und sichert seine Systemfähigkeit in diesen Bereichen.“

ots

 

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