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Logistik- und Verkehrsberufe

Europäisches Navi perfektioniert, weitere Dienste angeschoben

Die Satelliten „Nicole“, „Zofia“, „Alexandre“ und „Irina“ sind jetzt im Orbit. Vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guyana, starteten sie, um einerseits das europäische Navigationssystem Galileo zu perfektionieren. Andererseits bringen die Satelliten weitere Dienste an den Start.

So gelangen künftig Notsignale schneller an Rettungsdienste. Der „Search and Rescue Service“ (SAR) der vier Satelliten verbessert künftig das Erfassen von verunglückten Menschen zu Lande und zu Wasser. Nach Angaben von OHB, einem Raumfahrt- und Technologieunternehmen aus Bremen, das die Satelliten stellt, sei jetzt die Zielgenauigkeit hundertfach verbessert.

Zudem brauche das Bankenwesen die Navigationssatelliten, um das Online-Banking noch sicherer zu machen. Dazu benutzten Banken die Atomuhren der Satelliten. Und: Das Internet der Dinge wachse bis 2020 auf über 50 Milliarden Geräte an – das Galileo-System mache deren Verbindung durch seine Positions-, Geschwindigkeits- und Zeitdaten möglich.

Eigenes Navigationssystem aus der EU
Einst beschloss die Europäische Union (EU) ein eigenes, europäisches, aber dennoch global verfügbares und ziviles Navigationssystem mit dem Ziel, Europa von den militärisch initiierten Navigationssystemen GPS (USA) und GLONASS (Russland) abzukoppeln. „Die gegenwärtige geopolitische Weltlage macht mehr als deutlich, wie klug die Entscheidung von damals war, ein unabhängiges Navigationssystem für Europa aufzubauen“, so Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE in einer Pressemitteilung.

Signale global verfügbar
In einer Umlaufbahn von 23.222 Kilometern Höhe fliegen die Satelliten aus Bremen nun um die Erde. Knapp vier Stunden benötigte eine Ariane-5-Trägerrakete, um sie nahe des Äquators von der Atlantikküste des südamerikanischen Kontinents in den Orbit zu bringen. Ab Mitte 2018 sollen die Satelliten dann im Navigationssystem fest eingebunden sein, um den ganzen Globus mit Signalen abzudecken. Dann werden planmäßig zudem noch weitere Satelliten dafür ins All geschossen.

Quellen: ots, DLR, OHB

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