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IT-Branche

Digitale Transformation

Nach einer aktuellen Befragung von Führungskräften in 294 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz ab 250 Mio. EUR bzw. US-Dollar sind deutsche Firmen bei der seit circa zehn Jahren laufenden digitalen Transformation zaghafter als US-Firmen:1)

  • gehört Digitalisierung bei 66 Prozent der US-Großunternehmen zu den TOP-3-Themen, so sind es 50 Prozent bei den deutschen Unternehmen
  • erwarten 59 Prozent der US-Unternehmen durch die Digitalisierung zusätzliche Arbeitsplätze, so nur 19 Prozent der deutschen Firmen
  • haben 57 Prozent der US-Firmen für die Digitalisierung eine eigene Digitaleinheit aufgebaut, so nur 33 Prozent der deutschen Firmen
  • gaben 6 Prozent der Mitarbeiter in den US-Firmen Verunsicherung durch den Digitalwandel an, so waren es demgegenüber 37 Prozent der Mitarbeiter in den deutschen Unternehmen.

Als Hemmnisse bei der Digitalisierung in Deutschland wurden genannt:

  • fehlende Erfahrung bei nutzerzentriertem Vorgehen (63 Prozent)
  • Verteidigung bestehender Strukturen (50 Prozent) sowie
  • Zeitmangel (49 Prozent).

Ist die Zurückhaltung bei den Großunternehmen schon stark ausgeprägt, so ist eine noch viel stärkere Ausprägung bei mittelständischen Betrieben in Deutschland anzunehmen! Betriebe, die sich vor allem im internationalen Wettbewerb gut aufstellen wollen, kommen andererseits um die Digitalisierung ihrer Betriebsabläufe nicht herum. Dies gilt nicht zuletzt auch für kleine und mittlere Unternehmen, für die etwa in Rheinland-Pfalz zur Information und Beratung das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk bei der Handwerkskammer Koblenz sowie das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 bei der Handwerkskammer Kaiserslautern installiert wurden.

Konsequenzen der digitalen Transformation
Generell birgt nach Einschätzung des Institutes für Technologie und Arbeit (ITA) an der Technischen Universität Kaiserslautern die Einführung von Digitaltechnik sowohl Potenziale als auch Risiken. Diese zeigen sich etwa bei den Handlungsfeldern:2)

Die digitale Transformation durchläuft von der Analyse der Betriebsabläufe bis zur Implementierung technologischer Unterstützung einen komplexen Prozess.

In eine dieser Wandlungsphasen treffen Zeitsoldaten, die nach Ablauf ihrer Verpflichtungszeit in der zivilen Wirtschaft eine Anstellung suchen, auf ein Unternehmen Industrie 4.0 oder Handwerk 4.0. Weniger Fach-, als vielmehr Methoden- und Sozialkompetenz sind gefragt, um sich in diesem Prozess behaupten zu können.

Dr. Lothar Greunke

Anmerkungen:
1) vgl. http://www.etventure.de/innvationsstudien/
2) Vortrag Dr. Harald Weber/ITA am 22.03.2017 beim Netzwerktreffen „Zukunftsfähige Arbeit in Reheinland-Pfalz“ im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Mainz.
3) d.h.: weniger ausführende einfache Tätigkeiten, „Informatisierung“ von Arbeit auf Basis großer Datenmengen und Informationen, größerer Entscheidungs- und Koordinierungsaufwand.
4) d.h.: Schere zwischen komplexen und einfachen Tätigkeiten, Regelprozesse auf mittlerem Niveau werden automatisiert, neue einfache Tätigkeiten mit wenig Entscheidungsspielraum (Dequalifizierung) und anspruchsvolle Steueraufgaben.

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