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Logistik- und Verkehrsberufe

Weitere A400M über der Karibik unterwegs

Die Bundeswehr hilft Tropensturm-Opfern in der Karibik auf der Insel St. Martin mit weiteren A400M-Transportflugzeugen. Diese brachten bereits Hilfsgüter hin und flogen Bewohner und Touristen aus der Gefahrenregion. Hauptmann Chris J., Kommandant eines A400M über der Karibik, beschrieb die Besonderheiten dieses Einsatzes:

„Unsere Mission heute ist zu Teilen völlig offen,  da kaum genaue Information aus Saint Martin bekannt sind. Wir wissen beispielsweise nicht, wie wir auf dem Flughafen manövrieren können,  da nur bekannt ist, dass  die Startbahn wahrscheinlich frei ist, aber  nicht, ob freie Stellplätze vorhanden sind. Auf Saint Martin gibt es erst seit etwa 14 Uhr wieder Strom und wir wissen nicht wie die Logistik vor Ort organisiert ist. Auch der Rückflug, bei dem wir gestrandete Touristen ausfliegen werden, ist noch offen, da der Flugplatz noch keine Beleuchtung hat und bereits um 18 Uhr geschlossen wird.“

Nach einem Stopp auf Curacao und etwa einer weiteren Stunde in der Luft begann sein A400M mit dem Landeanflug auf Saint Martin. Die Besatzung sah erstmals die von „Irma“ angerichteten Zerstörungen aus nächster Nähe. „Im Anflug haben  wir gesehen, dass  die Häuser, die man aus der Luft ausgemacht hat, nur noch Schutthaufen sind. Es ist eine unfassbare Katastrophe, die sich hier abgespielt haben  muss.  Der Flughafen ist zum Teil bereits wieder aufgeräumt worden, so dass  wir sicher landen konnten. Jedoch  sieht man hier auch Flugzeuge, die vom Sturm auf den Rücken geworfen wurden und sogar Schiffe, die auf den Platz geworfen wurden. Die Kräfte vor Ort haben gute Arbeit geleistet, den Flughafen in so kurzen  Zeit wieder für Flüge bereitzustellen“, schilderte der Kommandant seine Eindrücke.

Nachdem die Crew die Fracht entladen hatte, nahm sie 51 Passagiere auf. Bereits vorher hatte ein erster deutscher A400M Hilfsgüter auf die Insel gebracht und anschließend 70 Menschen nach Guadeloupe ausgeflogen. Kurz bevor  die Dunkelheit den immer noch nahezu stromlosen Flughafen zur Schließung zwang, konnte die Airbus-Crew die Insel verlassen.

Beide Transportflugzeuge aus dem Lufttransportgeschwader 62 verbleiben zunächst in der Region und absolvieren dort weitere Flüge. Gestern startete im niedersächsischen Wunstorf ein dritter A400M in die Katastrophenregion. An Bord hatten alle Maschinen dringend benötigtes Versorgungsmaterial – Nahrungsmittel, Zelte, Generatoren und Medikamente. Die Flugroute musste sorgfältig geplant werden, weil durch Ausläufer des Sturms in der Region Turbulenzen beim Fliegen erwartet wurden.

ots, Red.

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