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Handwerk

Berufsziel Kfz-Technikermeister

Vom Bergeunteroffizier zum Handwerksmeister: Alexander Gert stammt aus Angren, einer kreisfreien Stadt in Usbekistan, etwa 78 kilometer südöstlich der Hauptstadt Taschkent. Nach der Übersiedlung nach Deutschland und Erwerb der Mittleren Reife in 2007 entschloss sich der heute 28-Jährige, der in Hargesheim wohnt, zu einer Verpflichtung als Zeitsoldat. Den Ausschlag hierfür gab sein Interesse daran, etwas Neues zu erleben und – ganz pragmatisch – eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker beim Bund.

Als Kanonier trat er 2008 in die Laufbahn als Bergeunteroffizier in das Artillerielehrregiment 345 in Kusel ein. Nach der Grund- und Vollausbildung waren herausragende Stationen seiner militärischen Verwendung: der Unteroffizierlehrgang sowie die Ausbildung in dem Lkw-System-Lehrgang „Systek“, der Erwerb von Führerschein und Kranschein. In 2012 folgte dann ein Auslandseinsatz für sechs Monate im Kosovo. Dabei, so Gert, habe er die eigene Heimat erst richtig schätzen gelernt. Das Fazit des Stabsunteroffizieres nach acht Dienstjahren als Soldat lautet: eine spannende, aufregende und sehr abwechslungsreiche Zeit.

Aufgrund der stringenten Ausrichtung der Bundeswehr auf eine Einsatzarmee, die immer stärker und öfter in weltweite Engagements eingebunden wurde, war er sich darüber klar geworden, dass er seine Verpflichtungszeit nicht verlängern und auch kein Berufssoldat werden wollte. Zu groß war für ihn der nicht immer einfache Spagat zwischen den Erwartungen von Vorgesetzten, der eigenen Familie sowie eigenen Lebensvorstellungen. Sein Ziel für eine zweite Berufskarriere in der zivilen Handwerkswirtschaft lautete jetzt: Kraftfahrzeugtechnikermeister. Der Berufsförderungsdienst (BFD) in Kusel, der ihn zu Planungsgesprächen bei der Umsetzung dieses Zieles kontaktiert und gut beraten hatte, vermittelte ihm die Teilnahme an mehreren Fachlehrgängen, wie den Klimaschein, die Abgasuntersuchung, Airbag und Schweißtechnik-Kurse.

Gute Erfahrungen, die Alexander Gert gemacht hat und deshalb an alle noch in der Truppe dienenden Kameraden weitergibt, sind: zustehenden Urlaub zum Zweck der beruflichen Weiterbildung ansparen und eigeninitiativ den BFD sobald wie möglich nutzen.

Dr. Lothar Greunke
Foto: privat

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