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Generation Y – die Mitarbeiter von morgen

Die Generation der zwischen 1985 und 2000 Geborenen hat bereits ein Etikett: Sie heißt „Millenials“ („Jahrtausender“) oder „Generation Y“ – kurz „Gen Y“ –, wobei der Zusatz „Y“ für das hinterfragende englische „Why“ („Warum“?) steht. Die heute 15- bis 30-Jährigen, die derzeit auf den Arbeitsmarkt drängen, sind anders als ihre Vorgängergenerationen, die sich alle durch umweltgeprägte Werte und Haltungen unterscheiden und im Laufe der Jahre verändern (siehe Tabelle). Und da die Demografie auf ihrer Seite ist, haben sie zunehmend die Macht, Bedingungen zu stellen.

Darauf müssen sich sowohl Wirtschaftsunternehmen als auch die Bundeswehr einstellen, wenn sie bei der Suche nach und der Rekrutierung von Fachkräfte-Nachwuchs nicht ins Hintertreffen geraten wollen.

Was die „Millenials“ in die Unternehmen mitbringen, sind vor allem höhere Schulabschlüsse, idealistisch motivierte Leistungsbereitschaft und eine schnelle Anpassungsfähigkeit aufgrund ihrer Erfahrungen mit Praktika und befristeten Verträgen.

Aufgrund dessen besitzen sie aber auch eine höhere Fluktuationsbereitschaft und geringere Loyalitätsempfindung; sie sind gewissermaßen „Zugvögel“! Sinn und Spaß in der Arbeit, Selbstverwirklichung und Erfüllung im Beruf sind ihnen wichtiger als der Aufstieg auf der Karriereleiter und Statussymbole. Wichtig sind ihnen: Eigenverantwortung, Kommunikation, modernes Equipment, Realisierung von Projekten und Teamwork bei dem Versuch, die Welt zumindest ein bisschen besser zu machen sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Dazu gehören vor allem auch flexible Arbeitszeitmodelle, wie Teilzeit, Arbeitszeitkonten, Vertrauensarbeit, Heimarbeit, Elternzeit oder Sabbaticals. Werte, die sie selbst hochhalten und von Unternehmen erwarten, sind: Aufmerksamkeit, Fürsorge, Wertschätzung, Vertrauen, Perspektive, Fort- und Weiterbildung, Leitbilder und Visionen. Was sie nicht wollen, sind: starre Arbeitszeiten, stumpfe Präsenzpflicht, ausufernde Überstunden und distanziertes, unpersönliches Führungsverhalten von Vorgesetzten. Attraktiv sind dagegen Unternehmen, die ihnen Autonomieraum zur Selbstorganisation und Gestaltungsfreiheit belassen und gleichwertige Projekt- und Expertenlaufbahnen parallel eröffnen.

Natürlich sind Konflikte vorprogrammiert, wenn sich die Generationen in einem Betrieb nicht ernst nehmen. Sehen auch Angehörige der Generation X in den Millenials mitunter nur Taktiker, Traumtänzer, Angsthasen oder Abenteurer, so steht doch fest, dass ausgebrannte Leistungsträger irgendwann aussterben. Schon 1959 wusste Herzberg, dass sich Faktoren wie Arbeitsbedingungen nicht motivationssteigernd auswirken, sondern lediglich Unzufriedenheit vermeiden. D.h. nicht, dass man sie nicht immer wieder optimieren und anpassen muss, im Gegenteil! Sie dürfen nur nicht zum Selbstzweck werden und damit tatsächlich unproduktiv und unwirtschaftlich. Zeitgemäßes Unternehmensmanagement kann nur gelingen, wenn es die Generationen miteinander versöhnt. Durch „transformationale Führung“ etwa, die Sinn und Bedeutung gemeinsamer Ziele und Ideale verdeutlicht und dadurch Führungskräfte wie Mitarbeiter gleichermaßen zur gemeinsamen Missionserfüllung inspiriert und motiviert. Transformationale Führungskräfte verstehen es, Begeisterung und Zuversicht zu erzeugen; können mitreißen; werden als Vorbilder wahrgenommen und vermitteln bei ihren Mitarbeitern ein Gefühl des Stolzes und der Wertschätzung.

Dies fördert Vertrauen, Respekt, Bewunderung und Loyalität (siehe Abbildung).

Ältere können dabei von den Jüngeren den Umgang mit neuen Kommunikationsmedien bei der Informationsbeschaffung lernen, die Jüngeren umgekehrt können von den Erfahrungen der Älteren profitieren und einen größeren Überblick über die Komplexität von Führung gewinnen. Respektvoller Austausch und Rückkopplung auf gleicher Augenhöhe geben den Takt vor – das, was in der Sprache der Millenials „Feedback“ heißt!

Dr. Lothar Greunke

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