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Handwerk

Potenziale und Perspektiven aufgezeigt

Eine Woche nach dem bundesdeutschen „Tag des Handwerks“ wurde unter dem Motto „Hören – Sehen – Selbermachen!“ die 3. Ausbildungsmesse Handwerk als gemeinsames Projekt der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück, Arbeitsagentur Bad Kreuznach und Handwerkskammer (HwK) Koblenz veranstaltet. Austragungsort war das HwK-Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach. Herzlich willkommen waren Schülerinnen und Schüler aller Schularten, die sich für eine Handwerkslehre interessieren, Eltern, Lehrer, Berufswahlkoordinatoren und Soldaten. In diesem Jahr konnten die Besucher so viele Berufe wie noch nie kennenlernen und erleben: 29 Handwerke wurden von 15 Innungen, 12 Einzelbetrieben, der Kreishandwerkerschaft, Mitarbeitern und Lehrlingen des HwK-Zentrums sowie der Agentur für Arbeit an berufsübergreifenden Themeninseln vorgestellt: Gestaltung und Design, Gesundheit, Metall und Schweißen, Kfz-, Land- und Baumaschinentechnik, Holz, Hoch- und Ausbau sowie Aus- und Weiterbildungsberatung.

Bestandteil der Messe waren auch die zum 21. Mal veranstalteten Technik-Workshops für Mitglieder der Feuerwehr- und THW-Jugend im Alter zwischen zehn und 17 Jahren. Fünf Workshops wurden für 29 Florians-Jünger im Durchschnittsalter von 12,8 Jahren von HwK-Ausbildungsmeistern geleitet, und zwar: Feinwerkmechanik, Schutzgasschweißen und Brennschneiden, Kfz-Technik, Holz- sowie Rohrleitungsbau. Während 14 Prozent der Teilnehmer zum ersten Mal kamen, waren 86 Prozent „Wiederholungstäter“. Hoch war auch der Mädchenanteil von 28 Prozent. Nicht nur, dass die angebotenen Plätze fast ausgebucht waren, sondern auch, dass einer der Teilnehmer bereits zum neunten Mal dabei war, zeigt, dass diese Art der Berufsorientierung an Technik interessierten Jugendlichen besonders liegt. Seit Projektbeginn im April 2010 konnten über die Workshops bislang 18,5 Prozent der Ü16 zur Aufnahme einer Berufsausbildung im Handwerk motiviert werden!

Gesprächskontakte boten sich auch für Zeitsoldaten, die demnächst die Bundeswehr verlassen werden und eine Tätigkeit im Handwerk suchen. Sie und die Jugendlichen gleichermaßen bekamen die Gelegenheit, nicht nur Informationen über Praktikums- beziehungsweise Ausbildungscoachings, offene Lehrstellen, Berufsanforderungen und Erwartungen künftiger Chefs einzuholen, sondern auch im Rahmen einer Handwerks-Rallye eigenes Geschick zu testen und in die Endausscheidung für einen Siegerpreis zu kommen. „Das Handwerk hat viele Facetten, und die Berufswahlmöglichkeiten sind zahlreich, ebenso die Perspektiven und Karrierechancen. All das versuchen wir hier während der Ausbildungsmesse erlebnis- und praxisnah abzubilden“, erklärte Hauptgeschäftsführer Gerhard Schlau von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück.

Zur Einladung der Schüler hatte die Arbeitsagentur bereits im Sommer 3.800 Elternbriefe mit Flyern an die weiterführenden Schulen der Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück verteilt. Das Flyer-Motto „Das Beste an der Schule? Die Zeit danach!“ aus der Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) ist nur scheinbar provozierend: Positiv kann es auch als ein Versprechen der Schulen gedeutet werden, die ihnen anvertrauten Jugendlichen auf eine bessere Zukunft vorzubereiten! „Die Jugendlichen können bei uns erfahren, dass Handwerksberufe chancenreiche Alternativen zum Studium bieten“, hatte Kreishandwerksmeister Peter Mumbauer geworben. Und interessierte Schulklassen konnten auch selbst im Vorfeld für den Besuch der Messe die Werbetrommel rühren, indem sie im Rahmen eines Schulhomepage-Wettbewerbes auf die Veranstaltung hinwiesen oder den eigenen Messebesuch für eine Live-Reportage nutzten und sich so für eine Siegerprämie qualifizierten. Bis 9. Oktober waren Berichte und Reportagen an die Kreishandwerkerschaft zu senden. Die Auslobung der Einzel- und Gruppenpreise für die jeweils drei besten Rallye-Teilnehmer beziehungsweise Schulhomepage-Berichte wird in der Adventszeit erfolgen. Unter anderem gehört dazu etwa die Ausrichtung einer Pizza- und Flammkuchenparty seitens der Bäcker-Innung.

Am Ende waren es über 600 Besucher, die mithilfe des angebotenen Mix’ aus Information und Erlebnis die Vielfalt des Handwerks besser kennenlernen und wichtige Kontakte für den nächsten Schritt in Richtung Berufsausbildung oder -ausübung knüpfen konnten. Von 130 Jugendlichen, die sich an der Handwerks-Rallye beteiligten, hatten sich 51 für eine Platzierung qualifiziert.

Dr. Lothar Greunke

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