// sie lesen ...

Erneuerbare Energien

Windenergie: Arbeitsoptionen für ehemalige Zeitsoldaten

In der Windenergiebranche bieten sich auch für abgehende Zeitsoldatinnen und -soldaten Optionen der praktischen Fortbildung und des akademischen Studiums. Die Nutzung der Windenergie hat Tradition: Segelschiffe gibt es schon sehr lange und seit über einem Jahrtausend nutzt die Menschheit den Wind auch vermehrt an Land: Von Persien ausgehend verbreiteten sich Windmühlen zunächst ab dem Zehnten Jahrhundert. Die Europäer setzten sie ab dem zwölften Jahrhundert zur Getreideverarbeitung und Entwässerung ein. Und es war der US-Amerikaner Charles Francis Brush, der als einer der ersten eine Windkraftanlage mit langen Flügeln im Jahr 1888 baute, um Elektrizität zu gewinnen. Heute spielt die Windenergie in Deutschland eine wichtige Rolle für die Stromnetzstabilität und die fortschreitende Energiewende.

Fortbildung zum Windenergieanlagenplaner
Zum Beispiel die Fortbildung zum Windenergieanlagenplaner an der Universität in Kassel richte sich an Interessenten mit akademischer Vorausbildung im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen, sagt Dr. Karin Vaupel, Geschäftsleiterin im Studienbereich Energie und Umwelt. Wenn man nicht noch mal ein ganzes Studium absolvieren wolle, sei dies genau das Richtige. Dieser Ministudiengang besteht aus sieben Präsenzseminaren mit circa 100 Unterrichtseinheiten immer freitags und samstags berufsbegleitend. „Man arbeitet dabei mit einer Planungssoftware“, erörtert Dr. Vaupel die Praxisübungen, welche die Dozenten neben der Anlagentechnik, dem Betrieb und der Versorgungsstruktur unter anderem vermitteln. Es geht überwiegend um Onshore-Windanlagen, doch das Thema Offshore-Windanlagen beinhaltet die Fortbildung auch.

Mit dem Abschlusszertifikat arbeiten die Absolventen dann in Planungsbüros oder als Projektmanager für Windkraftanlagen und -parks.

Servictechniker für Windenergieanlagen
Eine weitere Fortbildung im Bereich Windenergie ist zum Beispiel die des Servicetechnikers für Windenergieanlagen. Diese dauert im Allgemeinen circa sieben bis neun Monate. Voraussetzung dafür ist meist eine einschlägige duale Ausbildung. Bundesweit bieten Fachschulen und Firmen diesen Lehrgang an.

Umfangreiches Studium
Einer Studie des Wissenschaftsladens Bonn zufolge gibt es einige Hochschulen, die vollständig auf Windenergie ausgerichtete Studiengänge anbieten. Diese sind jedoch zeitlich umfangreicher: Die Fachhochschule Kiel bietet das Bachelor-Studium (mindestens sechs Semester) der „Offshore-Anlagentechnik“ an. Dazu sind keine beruflichen Vorausbildungen nötig, sondern nur ein Vorpraktikum.

An der Leibniz Universität Hannover kann man „Windenergie-Ingenieurwesen“ mit dem Abschluss Master of Science studieren (Regelstudienzeit vier Semester und aufbauend auf einer Bachelor-Qualifikation).
Einen länderübergreifenden Studiengang namens „European Wind Energy Master“ gibt es an der Universität Oldenburg und skandinavischen Hochschulen.

Perspektiven der Windenergie
Im Jahr 2014 gab es in Deutschland einen Rekordausbau der Windenergie an Land, den umfangreichsten seit der Jahrtausendwende und 58 Prozent mehr gegenüber dem Zubau im Vorjahr, so der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).  „Für 2015 erwarten wir (…) einen starken Zubau auf einem Niveau von 3.500 bis 4.000 Megawatt netto. Für 2016 sehen wir einen Marktrückgang, bleiben aber auf hohem Niveau“, so Lars Bondo Krogsgaard, Vorsitzender des Lenkungsgremiums Windenergieanlagen VDMA, in einer Pressemitteilung.

Infos
Unter www.windindustrie-in-deutschland.de/jobs gibt es jetzt auch eine Jobbörse für diese Branche in Zusammenarbeit mit dem etablierten Jobportal Stepstone.

Diskussion

Keine Kommentare zu “Windenergie: Arbeitsoptionen für ehemalige Zeitsoldaten”

Hinterlassen Sie einen Kommentar