// sie lesen ...

Allgemein

Wehrbericht veröffentlicht

Den aktuellen Wehrbericht hatte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, am Dienstag, 27. Januar, an Bundestagspräsident Norbert Lammert im Berliner Parlamentsgebäude übergeben. Neben dem schlechten Zeugnis über den allgemeinen Zustand der Bundeswehr fordert Hellmut Königshaus, dass im Einsatz psychisch erkrankte Soldatinnen und Soldaten künftig bessere Fürsorge erhalten: „Die Versorgung seelischer Wunden darf der von körperlichen Verletzungen nicht nachstehen.“

Demnach habe sich seit Beginn der Auslandseinsätze die Anzahl psychisch erkrankter Soldaten verzehnfacht, doch die Bundeswehrkrankenhäuser seien diesem Anstieg nicht gewachsen. Ergreifend: Rund 20 bis 23 Prozent aller Soldaten leiden nach einem Einsatz an einer psychischen Erkrankung und etwas mehr als die Hälfte davon lässt sich zumindest beraten, jedoch nur höchstens bis zu 20 Prozent der Betroffenen begeben sich in Behandlung. Die Gründe dafür lägen in der Angst vor Stigmatisierungen, der Furcht vor dienstlichen und zwischenmenschlichen Nachteilen bei Vorgesetzten und Kameraden. Und: Die große Mehrheit der Geschädigten glaubt, mit psychischen Problemen selbst klarzukommen.

Hellmut Königshaus plädiert nun dafür, die Betroffenen besser aufzuklären: „Die Bundeswehr ist deshalb gefordert, die Soldatinnen und Soldaten weiter zu sensibilisieren (…) und sie zu ermutigen, Hilfsangebote anzunehmen.“ Ein Dilemma sei auch, dass sich die Betroffenen bei zivilen Therapieeinrichtungen weniger verstanden fühlten als in den noch überfüllteren Bundeswehrkrankenhäusern.

Zudem fordert der Wehrbericht, dass die Bundeswehr die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung für psychisch erkrankte Soldaten und deren Angehörige verbessert.

hmk, Bund+Beruf 1-2015, S. 6

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.