// sie lesen ...

Handwerk

„Zukunft kommt von Können“

Über 600 zumeist jugendliche Besucher nutzten während der 2. Ausbildungsmesse Handwerk in Bad Kreuznach das in diesem Jahr wiederholte Angebot der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, Kreishandwerkerschaft (KHS) Rhein-Nahe-Hunsrück und Agentur für Arbeit, die Vielfalt des Wirtschaftsbereiches Handwerk live kennen zu lernen.

Dazu präsentierte das HwK-Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach an fünf Themeninseln fast dreißig verschiedene Berufe praktisch – fast zwei Drittel aller handwerklichen Ausbildungsberufe im KHS-Bezirk – und lud zum Mitmachen ein. Die Themeninseln umfassten:

– Hoch- und Ausbau, Elektro- und Informationstechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

– Büro, Gestaltung, Gesundheit; Holz- und Kfz-Technik

– Land- und Baumaschinentechnik

– Ernährung sowie

– Technik-Workshops für Mitglieder von Jugendfeuerwehr und THW-Jugend.

Ergänzt wurde das Informationsangebot durch die HwK-Ausbildungsberatung sowie die Berufsberatung der Arbeitsagentur, die Lehrstellen noch „last minute“ vermittelten.

Das Ziel der Veranstaltung bestand unverändert darin, jungen Menschen mit praxisnaher Berufsorientierung bei der Berufswahlentscheidung zu helfen, andererseits für den notwendigen Berufsnachwuchs im Handwerk zu werben, um die Lebensqualität in der Nahe-Region aufrechterhalten zu können. Denn was nützt es, wenn z.B. bei Beginn der Frostperiode die Heizung nicht anspringt, und der Fachbetrieb für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik kann nur einen Termin in den nächsten vier Wochen anbieten? Oder ein Kfz-Betrieb kann eine Autoreparatur nur mit langer Wartezeit anbieten? Statt frischer Brötchen gibt es nur noch industriell gefertigte Aufbackware? So sollte das Veranstaltungsmotto „Zukunft kommt von Können“ Lebensqualität mit einer Perspektive verbinden.

Lebensqualität und Perspektive
Seitens der Arbeitsagentur waren 2200 Elternbriefe über die Schulen persönlich überbracht worden. Von Montag bis Mittwoch waren darüber hinaus 70 Neuntklässler eines ortsansässigen Gymnasiums zu praktischen Arbeitserprobungen an drei Vormittagen im HwK-Zentrum gewesen, um ein schulisches Berufsorientierungsprojekt mit Praxis „anzureichern“. Der Besucherandrang zeigte klar und deutlich: Die Botschaft war angekommen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Ausbildungsbörsen bot die Ausbildungsmesse mit den zum 18. Mal veranstalteten Technik-Workshops für Feuerwehr- und THW-Jugend eine interessante Beobachtungsmöglichkeit, wie Jugendliche technische Herausforderungen bewältigen: etwa Gasschweißen oder Brennschneiden, Herstellen eines Schreibstifthalters aus Aluminium, Beheben verschiedener Schäden bei einer Kfz-Panne, Bau einer Werkzeugkiste aus Holz oder Verlegen eines Rohrleitungssystems im Tiefbau. Ein anderes Highlight war die Handwerksrallye, bei der über 70 Jugendliche einen maximal 14 Stationen umfassenden Geschicklichkeitsparcours absolvieren und dabei Rallyepunkte sammeln konnten. Die Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl pro Altersgruppe werden nachgehend im Advent mit Bestpreisen ausgezeichnet werden.

Dr. Lothar Greunke

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.