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Hotel- und Gaststättengewerbe

Investitionen, neue Jobs und Ausbildungsprobleme

Im Hotel- und Gastgewerbe gibt es derzeit einerseits günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Betriebe. Andererseits fehlt in manchen Unternehmen indessen Ausbildungsqualität, die jetzt verschiedene Initiativen anzuheben versuchen. Diese Branche bietet abgehenden Zeitsoldaten Chancen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Von 2009 bis Ende 2013 nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer im Beherbergungsgewerbe zu. Und der Umsatz im gesamten Gastgewerbe stieg in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2014 um 1,4 Prozent an. Somit setzt sich ein positiver Trend fort.

Positiver Trend
„In den letzten Jahren hat die deutsche Hotellerie die positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die Senkung der Mehrwertssteuer zur Steigerung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich nutzen können, indem sie mehr als 25.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen und mehr als zwei Milliarden Euro investiert hat. Das deutliche Plus an Übernachtungen ausländischer Gäste spricht eindeutig für die verbesserte Wettbewerbsposition und die internationale Attraktivität unseres Preis-Leistungsverhältnisses. Dies ist sicher auch ein Verdienst der gegenwärtigen Steuerpolitik“, erläutert Fritz G. Dreesen, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland IHA.

Ausbildungsreport 2014 sieht Verstöße
Dennoch gibt es bei der Ausbildung der Fachkräfte in dieser sowie in anderen Branchen Probleme, wie der Ausbildungsreport 2014 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB-Jugend) zeigt:   „Gerade einmal zwei Drittel der ausbildungsinteressierten jungen Menschen finden eine Ausbildungsstelle, während die Unternehmen vermehrt über unbesetzte Ausbildungsplätze klagen.“

Letzteres sei branchenübergreifend auf die mangelnde Ausbildungsreife der Unternehmen zurückzuführen, Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze seien keine Seltenheit. Dabei falle in der Gastronomie- und Hotelleriebranche auf, dass fast die Hälfte aller Köche die Ausbildung frühzeitig abbreche.

Dies ist auch in Nord Westfalen ein bekanntes Problem. So hat die dortige Industrie- und Handelskammer (IHK) mit Berufsschulen, dem Hotel- und Gaststättenverband Westfalen (DEHOGA) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine strategische Allianz zur Verbesserung der Ausbildungsqualität ins Leben gerufen. „Arbeitszeit und Bezahlung sind wichtige Kriterien bei der Berufsentscheidung junger Menschen. In der öffentlichen Wahrnehmung fällt es dem Gastgewerbe schwer, hier zu punkten“, erklärt Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereiches Bildung bei der IHK in Münster. „Wer sich als Arbeitgeber an die Regeln hält, Ausbildung planvoll umsetzt und eine offene Gesprächskultur pflegt, punktet im Wettbewerb um den Fachkräftenachwuchs.“ Es gibt nun Empfehlungen für die Ausbildung, die regionale Betriebe erhalten, neben einem Leitfaden für Azubi-Gespräche. „Das sind Mindestanforderungen, an denen sich die Betriebe orientieren können“, ergänzt Sabine Meyer, Teamleiterin der Ausbildungsberatung bei der IHK Nord Westfalen.

Auch in Thüringen hat sich die IHK etwas einfallen lassen und jetzt die Prädikatsvergabe „Garantierte Ausbildungsqualität“ für das Hotel- und Gastgewerbe ins Leben gerufen. Daran erkennen Interessenten für eine Ausbildung ab Anfang 2014, ob ein Betrieb qualitative Standards beim Ausbilden einhält.

Bezeichnend für die von DGB und IHK angesprochenen Probleme war auch zum Beispiel der lange Streik an den Autobahnraststätten der Firma Autogrill in Thüringen und Bayern. Das Thüringer Wirtschaftsministerium vermittelte letztendlich nach Angaben der Gewerkschaft NGG den Beitritt des Unternehmens zu tariflichen Arbeitsverhältnissen am 10. September.

Ausbildungsberufe im Gastgewerbe (Auszug)
– (Diät-)Koch/(Diät-)Köchin
– Restaurantfachfrau/-mann
– Hotelfachmann/-frau
– Hotelkaufmann/-frau
– Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Text: hmk

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