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Gesundheits- und Pflegeberufe

Gesundheitswesen: neue Berufe bilden sich heraus

Über 2,5 Millionen pflegebedürftige Menschen, jährlich etwa 15,7 Millionen Operationen und Gesundheitsausgaben von insgesamt über 300 Milliarden Euro sowie ein nicht nachlassender Bedarf an Arbeitnehmern: Einerseits untermauern diese Zahlen auf den ersten Blick die allerseits vielgepriesenen Jobperspektiven im Gesundheitswesen. Doch andererseits ist dieses Berufsfeld auch in einem nicht einfachen Umbruch. Etablierte Berufe spezialisieren und differenzieren sich immer weiter aus, es gibt zunehmend neue Kompetenzzuschnitte zwischen den Gesundheitsberufen, und es entstehen neue Jobs im Bereich Assistenz und Service. Dies geht aus der Studie „Berufsbilder im Gesundheitssektor“ des Instituts für Arbeit und Technik (IAT) aus Gelsenkirchen hervor. Beispielsweise übertrügen die Krankenhäuser manche Aufgaben der Ärzte zunehmend auf pflegerisches Personal, und dieses gäben Kompetenzbereiche wiederum an Mitarbeiter ohne Ausbildung oder Studium ab, gaben viele befragte Arbeitnehmer an. Es gibt deswegen auch eine Zunahme an unausgebildetem Personal (Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte).

Zwei Ausbildungsberufe, die sich seit den 1990er Jahren herausgebildet haben, sind Operationstechnische/-r Assistent/-in (OTA) und Chirurgisch-Technische/-r Assistent/-in (CTA). Die IAT-Studie schreibt besonders dem OTA-Beruf eine gute Beschäftigungsprognose zu, weil mit eindeutig steigender Patientenzahl auch der Bedarf nach diesen Fachkräften wachse. Ebenso historisch relativ neu entstanden seien weitere Berufsbilder im medizinisch-technischen Bereich: so etwa Medizinisch-Technische/-r Radiologieassistent/-in (MTRA) und Medizinisch-Technische/-r Laboratoriumsassistent/-in (MTLA). Bei diesen beiden Berufen ist die Arbeitslosenquote sehr niedrig.

Grundständige Studiengänge in den therapeutischen Berufen (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie) begännen sich zu etablieren. Einst gab es den Zugang zu diesen drei Berufen ausschließlich über Ausbildungsgänge an Berufsfachschulen.

Patient und Personal
Insgesamt befänden sich die Gesundheitsberufe im Spannungsfeld zwischen dem Kostendruck des nach Effizienz strebenden Managements (in Krankenhäusern), den autonomere Arbeit und bessere Löhne einfordernden Vertretern der Berufsgruppen und den nach möglichst vielen Studierenden greifenden Hochschulen. So befürchtet das Institut für Arbeit und Technik, dass die Patienten und die Arbeitsgestaltung des medizinischen Personals dabei zu kurz kommen.

Ein erst Anfang 2014 neu entstandener Beruf ist der des Notfallsanitäters (m/w), dessen Vorläufermodell der Rettungsassistent war. Der Unterschied besteht im erweiterten Kompetenzbereich, der nun Aufgaben von Ärzten an die Notfallsanis überträgt, deswegen dauert die Ausbildung jetzt drei Jahre anstatt zwei. hmk

Auswahl an Berufen im Gesundheitswesen:

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