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Gesundheits- und Pflegeberufe

Keine Einzelkämpfer

Operationstechnische Assistenten (OTAs) brauchen besonders viel physische und psychische Ausdauer, denn Operationen dauern manchmal stundenlang. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist dabei besonders gefragt. „Teamfähigkeit, dies ist wichtig, damit man im Team arbeiten kann und kommunizieren kann. Jemand, der nur Einzelkämpfer ist, der wird es schwierig haben“, erklärt Zuhal Panahi. Sie macht eine solche Ausbildung im Klinikum Kassel und bereitet gerade einen medizinischen Eingriff vor, denn in der Kinderchirurgie steht eine wichtige Operation an. Der Anästhesist versetzt einen kleinen Patienten routiniert in Narkose. Währenddessen zieht Zuhal Panahi Handschuhe und den sterilen Kittel über. Dann bereitet sie zusammen mit zwei Kolleginnen die Instrumente vor.

Schicksalen begegnen
Eine solche Ausbildung zu machen und später in diesem Beruf zu arbeiten bedeute, Schicksalen zu begegnen, „die einem ans Herz gehen, da darf man sich selber nicht kaputtmachen.“ Damit deutet Zuhal Panahi die psychische Belastbarkeit an, die die Azubis jeden Tag mitbringen sollten – neben Einfühlungsvermögen: Denn zum Job gehört, „dass man die Patienten beruhigt, mit ihnen spricht und auf ihre Bedürfnisse eingeht.“

Im Wesentlichen gibt es zwei Aufgabenbereiche: Springer-Tätigkeiten und sterile Assistenz am OP-Tisch. Man kontrolliert die Patienten-Dokumente und zeichnet diese ab, schleust die Patienten in den OP-Bereich ein, lagert diese in Zusammenarbeit mit dem Operateur physiologisch optimal, sorgt für die sach- und fachgerechte Vorbereitung der Operation, reicht Instrumente und Material an, überprüft die Funktionen derselben, assistiert dem Operateur. Großes Gewicht kommt auch der Dokumentation zu.

Diese Ausbildung macht nicht jeder: „Ich wollte schon immer im medizinischen Bereich arbeiten und etwas Besonderes machen“, sagt Zuhal Panahi, „das ist total spannend, man lernt jeden Tag etwas Neues.“ Kontinuierliche Weiterbildung trifft auf diesem Job besonders zu. Und: Für OTAs eröffnen sich je nach Bundesland weitere Ausbildungsgänge und Berufe.

Diese Ausbildung dauert drei Jahre. „Es sind mindestens 3.000 Stunden Praxis abzuleisten in unterschiedlichen chirurgischen Fachdisziplinen und 1.600 Theoriestunden“, sagt Peter Krapf, Ausbildungsleiter OTA im Klinikum Kassel. Das Mindestalter betrage 17 Jahre. „Wir haben des Öfteren Quereinsteiger, die bereits aus einer anderen Berufsausbildung kommen.“

Bewerber um eine OTA-Ausbildung brauchen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mindestens entweder einen mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit zweijähriger abgeschlossener Berufsausbildung; oder alternativ einen Hauptschulabschluss mit einjähriger Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe.

hmk

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