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Kommentar: Bundeswehr erhält Hausverbot an Schulen

Unverständlich und inakzeptabel – Anfang September 2013 erschien bundesweit in mehreren regionalen und überregionalen Zeitungen ein Bericht, wonach das Robert-Blum-Gymnasium in Berlin sowie die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden seien. Grund: Sie hätten per Schulkonferenzbeschluss der Bundeswehr Zugang zu den Unterrichten an ihren Häusern versagt.

Ein Vorgang, der einmalig skandalös erscheint! Was macht denn die Bundeswehr an Schulen? Sie informiert Schüler und Schülerinnen durch Jugendoffiziere über die nicht gerade leichte Thematik: „Sicherheitspolitik“, wobei völkerrechtliche und gesetzliche Grundlagen für Existenz, Bündnisverpflichtungen und Einsatz der Bundeswehr im Mittelpunkt stehen. Dass junge Leute sich vor diesem Hintergrund und im Blick auf den eigenen beruflichen Werdegang nach der Schulzeit dann auch nach Ausbildung und Laufbahnen in der Bundeswehr fragen, liegt in der Natur der Sache.

Die Bundeswehr ist kein Unternehmen wie jedes andere und zur Erfüllung ihrer Pflichten auf ausreichend Personal angewiesen – in quantitativer und qualitativer Hinsicht! Dies In sachlicher Form darzustellen ist nicht nur legitim, sondern unverzichtbar, wenn Deutschland auch internationalen Erwartungen gerecht werden will. Auslandseinsätze wie in Afghanistan werden künftig zu diesen Erwartungen dazugehören. Wenn über 50 Soldaten diesen Einsatz mit dem Leben bezahlt haben, zeugt dies von der hohen Risiko- und Verantwortungsbereitschaft aller Soldaten. Lehrkräfte, die diesen Konsens nicht mittragen, sollten sich einmal fragen, wie sonst die Bundesrepublik Deutschland an der weltweiten Sicherheitspartnerschaft gegen fundamentalistischen Terrorismus mitzuwirken in der Lage wäre?

Nach meiner Beurteilung ist die Bundeswehr als Armee unserer Demokratie Garantin für den äußeren Frieden und aktive Helferin bei inneren Notständen. Sie hätte für ihre in 60 Jahren unter Beweis gestellten Leistungen einen Friedenspreis verdient, nicht aber Schulen, die sich einer Kooperation mit ihr verweigern. Bildung und Erziehung junger Staatsbürger fehlt dadurch ein politisch-orientierter Maßstab für die Exekutive.

Dr. Lothar Greunke, Oberstleutnant d. R.

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