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Handwerk

SaZ-Modell: Überdurchschnittliches geleistet

Koblenz. Im Rahmen der diesjährigen Sommerprüfungen schlossen zehn ehemalige Soldaten auf Zeit (SaZ) ihre Lehre erfolgreich ab. Zu den Absolventen zählen vier Feinwerkmechaniker, vier Metallbauer und zwei Elektroniker. Bei der feierlichen Freisprechung würdigten Vertreter des Beratungszentrums Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi), einer Einrichtung unter dem Dach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, und des Prüfungsausschusses die besondere Leistung der frisch gebackenen Facharbeiter und überreichten ihnen die Gesellenbriefe. Ebenfalls erfolgreich waren zwei Feinwerkmechaniker und drei Metallbauer beim ersten Teil ihrer Gesellenprüfung.

Das BzBwWi und die HwK qualifizieren SaZ seit fünf Jahren nach gemeinsam mit dem Bundesministerium der Verteidigung und den zuständigen Handwerksorganisationen entwickelten Konzepten in ausgewählten anerkannten gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. Im Rahmen dieses Modells werden die aus dem Dienst ausscheidenden SaZ in 15 statt den regulären 42 Monaten zur Gesellenprüfung geführt. Ein Drittel dieser Zeit befinden sich die Soldaten in den Bildungszentren der HwK Koblenz oder des CJD Berufsförderungswerkes Koblenz in Vallendar. Diese Bildungsinstitute vermitteln den ehemaligen SaZ die fachtheoretischen und fachspezifischen Kenntnisse. In den übrigen zehn Monaten erfolgt die berufliche Fachbildung in einem ausbildungsberechtigten Betrieb in Wohnortnähe der Teilnehmer. So betreut das BzBwWi ehemalige SaZ aus dem gesamten Bundesgebiet – den weitesten Weg unter den diesjährigen Absolventen hatte ein Teilnehmer aus Pohnsdorf nahe Kiel mit 620 Kilometern.

Auch für die Ausbildungsbetriebe ist das SaZ-Modell attraktiv, da sie sich einerseits in kurzer Zeit eine gute Fachkraft heranbilden können und sie andererseits – je nach Verpflichtungszeit der Soldaten – durch finanzielle Mittel aus der Berufsförderung nach dem Soldatenversorgungsgesetz unterstützt werden. Seit dem Start des Projektes im Januar 2008 haben fast 120 ehemalige SaZ erfolgreich ihre Gesellenprüfung in den handwerklichen Lehrberufen zum Anlagenmechaniker, Elektroniker, Feinwerkmechaniker und Metallbauer abgelegt. Dabei liegt die Bestehensquote bei der verkürzten Ausbildung bei stolzen 95 Prozent und damit weit über dem Bundesdurchschnitt für diese anspruchsvollen Ausbildungsberufe.

Die neue Freiheit
Die ehemaligen SaZ haben in beeindruckender Weise gezeigt, was in ihnen steckt, denn der Weg zur Freisprechung nach bestandener Prüfung verlangte ihnen besonderen Lerneifer, Durchhaltevermögen und wohl manche schlaflose Nacht ab. Dass sie sich nicht auf dem Erlernten ausruhen, unterstreicht die Tatsache, dass bereits drei der Junggesellen mit Mut und Selbstvertrauen die weiteren Treppen zum Erfolg anpacken: Sie planen ihre Meisterprüfung.

Einer unter ihnen ist Stefan Dietrich. Der gebürtige Zwickauer wurde nach der verkürzten Ausbildung von seinem Lehrbetrieb übernommen. „Meine Erfahrungen in den 15 Monaten sind durchweg positiv. Die vermittelten Inhalte in schriftlicher und handwerklicher Form waren immer von sehr hoher fachlicher Qualität. Das spiegelt sich in unseren Noten wider. Es war eine gute Zeit und Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann. Ich würde den Weg jederzeit wiederholen“, sagt der 27-Jährige.

Wer als Soldat oder Betriebsinhaber Interesse an der verkürzten Ausbildung hat, findet die Voraussetzungen und Durchführungsmodalitäten auf der Homepage des BzBwWi.

Infos
Beratungszentrum
Bundeswehr-Wirtschaft,
Tel. 02 61/ 39 8 – 12 7, Fax – 93 4
info@bundeswehr-wirtschaft.de
www.bundeswehr-wirtschaft.de

Text: HwK Koblenz

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