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Handwerk

Arbeitsschutz auf dem Bau

Der diesjährige Weltgesundheitstag am 7. April war für das Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz willkommener Anlass, 32 Auszubildende des zweiten Lehrjahres im Maurer- und Straßenbauerhandwerk durch eine Fachunterweisung für die eigene Gesundheit zu sensibilisieren.  Zwei Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft, kurz BG Bau, standen hierfür jeweils einen Vormittag zur Verfügung: Bernhard Schmaus und Oliver Kilz.

In eingängiger und kurzweiliger Form griffen die beiden das Thema auf. Anhand authentischer Fotos und Video-Spots wurden u. a. mutmaßliche Unfallursachen bei Hoch- bzw. Tiefbauprojekten und konsequent Unfall vermeidende Verhaltensweisen diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die Jugendlichen sehr wohl ein Gespür für Risikoeinschätzung und Gefährdungsbeurteilung besitzen! Verdeutlicht wurde auch, dass das Aufgabenspektrum der BG als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung nicht nur die Beratung und Prävention umfasst, sondern auch die Überwachung des Unfallschutzes auf Baustellen, die Schulung von bauaufsichtsführendem Personal, Förderung von Zusatzqualifikationen – wie Betriebliche Ersthelfer oder Maschinenlehrgänge – oder die Gewährung von Leistungen für Heilbehandlung, Rehabilitation und Wiedereingliederung bis hin zu Rentenzahlungen.

Zentrumsleiter Dr. Lothar Greunke betonte, dass das Modell „Berufsgenossenschaften“ im vereinigten Europa eine Ausnahme darstelle. Gab es bis 2009 in Deutschland 23 gewerbliche Berufsgenossenschaften, ist deren Anzahl im Zuge der Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt per Gesetz vom 5. November 2008 auf nur noch neun geschrumpft. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist das BG-Dienstleistungsangebot aber unverzichtbar und für Arbeitnehmer sicher einer privaten Unfallversicherung vorzuziehen. Neben dem betrieblichen Arbeitsschutz sind aber auch die einzelnen Arbeitnehmer gefordert: Nur wenn eine bewusste Wertentscheidung für die persönliche Gesundheit und Instrumente zu deren Erhaltung zusammenkommen, ist die Chance groß, mit Erwerbsarbeit sich selbst und seine Angehörige möglichst lange versorgen zu können.

Dr. Lothar Greunke

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