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Neuer „MBA- und Master-Guide 2013“ am Start

Detlev Krans neues Buch „MBA- und Master-Guide 2013“ richtet sich an Interessenten für eine Management-Weiterbildung. „Auf allen Karrierestufen wird der MBA (Master of Business Administration) als Abschluss klar dem M. Sc (Master of Science) oder anderen Abschlüssen bevorzugt. Der Großteil wünscht außerdem berufsbegleitende Studiengänge; Vollzeitprogramme sind fast nur für Personen mit wenigen Jahren Berufserfahrung interessant.“ (S. 12) Dies stellt Detlev Kran am Anfang seines Studienführers klar, in welchem er beide Formen der Management-Weiterbildung vorstellt. Der Schwerpunkt des Buchs liegt jedoch beim MBA-Studium. Eingangs zeigt der Autor auch auf, dass man bei der Bewertung der weiterführenden Management-Studienangebote zwischen der Euphorie der Lobby-Verbände und den kritischen Evaluationen irgendwo dazwischen abwägen könne. Die Job-Chance eines MBA-Abschlusses liege eher im Mittelstand als in den Großunternehmen, macht Detlev Kran auch deutlich.

Infos zu Programmen
Im ersten Teil von Seite zwölf bis 144 bietet der Guide Hintergrundinformationen zu Kompetenzen und Qualifikationen, die Manager künftig brauchen, sowie Hinweise zu Inhalten der Master- und MBA-Programme.

Detlev Kran definiert einen MBA als Studium mit der Dauer von mindestens einem Jahr in Vollzeit für Postgraduierte, die schon zwei bis drei Jahre im Beruf waren. Inhalte seien: Financial Accounting, Management Accounting, (Corporate) Finance, Statistik, Human Resource Management, Information Management, Macro- und Microeconomics, Marketing, Organisational Behaviour, Operation Management und Strategie. Zudem könnten zusätzlich Wahlpflichtfächer das Wissen spezialisieren, unter anderem in folgenden Themenbereichen: Taxation, Distribution and Logistics, E-Commerce, Information Technology, International Business, Finance, Fundraising and Development sowie Nonprofit and Public Management. Mit diesen Wahlfächern könne man sich internationale Aspekte der Pflichtfächer erschließen. Es gebe Programme, wo nur 20 Prozent der Fächer verpflichtend seien, und andere Programme hätten 80 Prozent Pflichtanteile. Bei den Lehrmethoden sei ein Methodenmix aus Vorlesungen, Übungen, Gruppenarbeiten, Projektarbeiten, Praktika, Case Studies, Rollenspielen, verschiedenen Prüfungsformen sowie einer Master-Thesis üblich.

Das Buch zeigt bei fast allen Programmen den obligatorischen Auslandsaufenthalt in Großbritannien, China, Indien oder den USA auf; dieser nehme als Pluspunkt bei Unternehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Zum einen wegen der interkulturellen wirtschaftlichen Kompetenz, zum anderen auch, um die Sprachkenntnisse zu vertiefen. Detlev Kran stellt fest: Englisch sei in der Wirtschaft natürlich nach wie vor die wichtigste Sprache, aber auch Spanisch oder gar Chinesisch nähmen eine immer größere Bedeutung für Manager ein – in Asien und Latein-/Südamerika wüchsen die Märkte ja ziemlich schnell. Die Dozenten führten auch an deutschsprachigen Universitäten den MBA-Unterricht zum Teil in Englisch durch, und die Studenten präsentierten ihre Gruppenarbeiten teilweise in Englisch.

Alternativen zum MBA
Detlev Kran bewertet die anderen alternativen Master-Studiengänge mit wirtschaftswissenschaftlichem Know-how als durchaus attraktiv, obwohl sie Studenten, die Manager werden wollen, nicht bevorzugten. In Deutschland gebe es derzeit davon rund 270 Angebote. Dabei seien die Abschlüsse Master in Management (MIM), die kein wirtschaftswissenschaftliches Erststudium verlangten, weltweit immer beliebter.
„Neben generellen Ausbildungen (in Management, Führung) gibt es eine zunehmende Zahl von Angeboten, die auf spezielle Funktionen (Personal-, Projekt-, Qualitätsmanagement) oder spezielle Branchen (Public-, Kultur-, Sport-, Gesundheitsmanagement) vorbereiten. (…) Viele Unternehmen stehen den spezialisierten Programmen oft positiv gegenüber, (…). Auch bei den Studierenden sind diese spezialisierten Master zunehmend beliebter, sind sie doch oft um einiges preiswerter als die gefragten MBA-Programme.“ (S. 19–20) In allen weiterbildenden Master-Programmen seien neben den Fachinhalten die Fortbildung der Soft Skills von großer Bedeutung.

Zulassungsverfahren
Im Kapitel über die Zulassungsverfahren urteilt Detlev Kran: „Die Härte des Auswahlprozesses wird (…) ein sichtbares Qualitätszeichen der Bildungseinrichtung selbst.“ (S. 85) Und die diesbezüglichen Prozeduren sind in der Tat oft selektiv und aufwendig, vom Sprachtest über den Graduate Management Admission Test bis hin zu Interviews, Referenzen von Professoren und Arbeitgebern sowie Erststudienzeugnissen, Lebenslauf usw.

Aufwendige Recherche zu allen Programmen
Im zweiten Teil von Seite 145 bis 417 gibt es dann die ausführlichen Übersichten sowie Profile der Hochschulen und MBA-Programme aus verschiedenen europäischen Ländern: eine enorme Rechercheleistung. Die Profile bieten alle erdenklichen Informationen über die Universitäten und Programme. Hierbei behandelt der Abschnitt Deutschland sehr ausführlich, aber auch Österreich und die Schweiz sind als deutschsprachige Nationen enthalten, zudem ebenso die Executive-Angebote aus dem weiteren nicht so entfernten europäischen Raum. Letztere eignen sich eher weniger für aus dem Dienst ausscheidende Bundeswehrsoldaten, weil sie sich an Berufstätige mit über zehn Jahren Erfahrung wenden und sogar noch teurer als die üblichen Studiengänge sind.

Bewertung des MBA
Detlev Kran schreibt in seinem Buch, dass der einst besondere MBA-Abschluss, den nicht jeder hatte, angesichts in die Höhe schnellender Horden von Absolventen schon bald zum Standard in Lebensläufen von Managern gehören könnte. Der Vorteil gegenüber Konkurrenten bei der Job-Bewerbung wäre damit endgültig hinüber. So stellt sich die berechtigte Frage, ob es bei diesem Sachverhalt dann nur noch auf die Qualität und den wissenschaftlichen Ruf des besuchten Institutes ankommt? Somit sollten Bewerber bei der Auswahl des Studien-Anbieters besonders aufmerksam sein, nicht zuletzt auch wegen der Summen, die solch ein Studium verschlingen kann – die Programme haben eine „Bandbreite von 500 Euro Semestergebühren bis zu rund 70.000 Euro“ all-inclusive, wobei der Gesamtkostendurchschnitt 17.000 Euro betrage.

Der „MBA- und Master-Guide 2013“ ist dabei eine gute Entscheidungshilfe, unter anderem weil Detlev Kran die besten Universitäten schon im ersten Teil zwischen den Zeilen hervorhebt und es insgesamt im untersuchten Raum 400 MBA-Programme gibt. Er warnt auch vor den schlechtesten Universitäten und Billiganbietern. Hier bieten die Informationen zur Akkreditierung in den Tabellen zu den Instituten im zweiten Teil des Buches eine Orientierungshilfe. Detlev Kran rät, sich im Internet über den neuesten Stand der Akkreditierung zu informieren, weil manche Hochschulen diese manchmal auch wieder verlören oder neu gewännen.

Eine ausführliche Lektüre dieses Buches könnte somit in jeglicherlei Hinsicht wirklich hilfreich und eine gute Investition sein. Für Unentschlossene sind auch die Kapitel „25 häufig gestellte Fragen zu weiterbildenden Mastern und dem MBA“ sowie „Wie finde ich ein passendes Programm?“ besonders interessant. Insgesamt ein tolles Buch, leider hat es am Ende kein Schlagwortregister.

Es bleibt noch anzumerken, dass die Kosten eines MBA-Studiums oft über dem höchsten Fördersatz des Berufsförderungsdienstes bei längstmöglicher SaZ-Verpflichtungszeit liegen. Doch es gibt durchaus auch Offiziere, die sich dann trotzdem dafür entschieden und draufgezahlt haben, ohne es zu bereuen. Oder man wählt ein günstigeres anderes wirtschaftswissenschaftliches Master-Studium.

Buchbesprechung: hmk

Infos zum Buch

  • Detlev Kran
    „Der MBA- und Master-Guide 2013. Weiterbildende Management-Studiengänge in Deutschland, Österreich und der Schweiz.“
    Luchterhand (Wolters Kluwer Deutschland)
    Köln 2013, 420 Seiten, broschiert, EUR 29,00
    ISBN 978-3-472-08356-6

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