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Handwerk

Meisterprüfung als Karrieresprungbrett

BAD KREUZNACH. Der 23-jährige Sascha Becker aus Kirn befindet sich auf einer nicht alltäglichen Berufslaufbahn: Er ist Zivilbeschäftigter bei der Bundeswehr und bereitet sich derzeit im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer (HwK) Koblenz unter Nutzung von „Meister-BAföG“ und Bildungsfreistellung auf die Meisterprüfung im Feinwerkmechaniker-Handwerk vor.

In 2006 hatte er den qualifizierten Sekundarabschluss I an der Realschule Kirn erworben und anschließend bis 2010 den Beruf „Industriemechaniker, Einsatzgebiet Instandhaltung“ an der Artillerieschule in Idar-Oberstein erlernt. Parallel dazu arbeitete er als Maschinenbauer im elterlichen Betrieb mit. Wertvoll fand er persönlich die Erfahrungen bei der Fertigung, Wartung und Montage von Industriegetrieben, aber auch Weiterbildungen im computerunterstützten Konstruieren (CAD) und Wolfram-Schweißen. Die Berufsschule, so meint er heute, habe ihn während der Ausbildung aber nur wenig gefordert; ohnehin habe er der praktischen Arbeit stets einen höheren Stellenwert beigemessen. Die weltweite Wirtschaftskrise 2008/09 führte im elterlichen Betrieb zu einem großen Auftragsrückgang; gleichzeitig hatte die Neuausrichtung der Bundeswehr einen Stellenabbau zur Konsequenz. Der Plan, nach der Facharbeiterprüfung als Industriemechaniker festangestellt zu werden, geriet ins Wanken. Aber Sascha erhielt die Gelegenheit, ein halbes Jahr lang an der Artillerieschule die Tätigkeit eines Waffenmechanikers auszuüben. Dabei fesselten ihn besonders die Arbeiten an modernen Waffensystemen – etwa die Panzerhaubitze 2000 oder der Schützenpanzer Marder –, während Arbeiten an leichten Waffen eher Routine darstellten.

Seit August 2010 arbeitet Sascha nun als Betriebsschlosser für das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Idar-Oberstein auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, verantwortlich für Instandsetzung und Wartung an allen technischen Anlagen, von Kranen bis zur Fertigung exakter Ersatzteile. Abwechslungsreichtum und ständig neue Herausforderungen bestimmen seinen Alltag! Über fachliche Weiterbildungen beim TÜV und bei der Bundeswehr erwarb er in steter Folge Zusatzqualifikationen als „Befähigte Person“ im Sinne der berufsgenossenschaftlichen Vorschriften für Wagen-, Grubenheber und Hebebühnen, Flurförderzeuge, Absturz-Schutzausrüstung, Lastenaufzüge, Spiel- und Sportplatzgeräte sowie Anschlagmittel. Die Arbeit gefällt ihm, und er will weiterkommen. Die Meisterprüfung im Feinwerkmechaniker-Handwerk soll ihm dabei helfen. Mögliche Optionen sind eine herausgehobene Verwendung bei der Bundeswehr mit evtl. selbständig ausgeübter Nebentätigkeit oder aber eine eigene Existenzgründung. Saschas Lebensfazit: „Einen Beruf lernen und sich ständig weiterbilden, das ist der Weg ,nach oben’!“

Dr. Lothar Greunke

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