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Populäre Gäste bei Königsbronner Gesprächen

Die ethische Grundhaltung des Dienens war eines der zentralen Themen bei den 2. Königsbronner Gesprächen in der gleichnamigen baden-württembergischen Gemeinde am 2. März 2013. Warum der Begriff „Dienen“ keineswegs antiquiert ist, erklärten hochkarätige Gäste wie etwa Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

„Dienen gilt als unpopulär, weil es nicht die eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellt“, sagte der Minister in seinem Redebeitrag: Doch Dienen habe lange nicht ausgedient. So arbeiteten beispielsweise sieben von zehn Deutschen im Dienstleistungssektor und auch auf die Dienste in der Gastronomie würde keiner gerne verzichten. Übersetzt ins Englische – Service – würde der Begriff auch schon nicht mehr so altbacken klingen.

Auf die Bundeswehr übertragen bedeutet das: „Dienen heißt, einen Beitrag zu leisten. Dienen und Führen gehören zum Kern soldatischen Selbstverständnisses.“ Zur Motivation sagte de Maizière, dass Geld allein nicht der Anreiz sein dürfe: „Wir wollen keine Söldner als Soldaten.“ Und weiter: Dienen sei kein Selbstzweck, sondern müsse auf einem festen Wertefundament stehen.

Eine menschliche, persönliche Dimension gibt dem Dienen Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Jeder hat Nutzen vom Dienst anderer. Für mich ist es wichtig, zu wissen, dass derjenige, der in der Bundeswehr dient, dies für die Allgemeinheit, also auch für mich tut.“

Dass das Interesse der Bevölkerung an außen- und sicherheitspolitischen Themen groß ist, zeigt die Resonanz in der Bevölkerung: Rund 700 Besucher strömten in das sonst so beschauliche Königsbronn. Das waren so viele, dass die Kapazität der Hammerschmiede bei weitem nicht ausreichte und kurzerhand ein Livestream in eine nahe gelegene Sporthalle organisiert werden musste.

Damit wurde der Reservistenverband der Forderung des Verteidigungsministeriums „Raus aus dem sicherheitspolitischen Mief“ gerecht. Konkret heißt das: stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an den Diskussionsrunden. „Wir wollen nicht immer mit den gleichen Verdächtigen hinter verschlossenen Türen reden, sondern die breite Bevölkerung und vor allem junge Leute ansprechen. Sie sollen sich einbringen und mitwirken“, erklärt Roderich Kiesewetter MdB, Präsident des Reservistenverbandes. Unter den Gästen waren auch vier Schulklassen.

Im weiteren Verlauf der Sicherheitskonferenz thematisierten der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus MdB, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Frank-Jürgen Weise, und Oberst Ulrich Kirsch den Wettbewerb der Bundeswehr mit der freien Wirtschaft um qualifiziertes Personal. Der Frage, ob eine europäische Sicherheit durch Nationalstaaten gewährleistet werden kann, widmeten sich Kiesewetter, Dr. Constanze Stelzenmüller vom German Marshall Fund und Generalinspekteur Volker Wieker.

Verteidigungsminister de Maizière rückte im Rahmen der Gespräche noch einmal seine Äußerungen über angeblich „anerkennungssüchtige“ Soldaten ins rechte Licht: „Mit den Vokabeln „gierig“ und „süchtig“ habe ich nicht den richtigen Ton getroffen, die Melodie aber bleibt die gleiche.“ Er habe die Soldaten ermutigen wollen, stolz auf ihre Leistungen zu sein. „Anerkennung wächst durch selbstbewusstes Zeigen der eigenen Leistung. Nun gilt es, die Debatte, wie Anerkennung wächst, fortzuführen“, sagte der Verteidigungsminister.

Kiesewetter brachte es auf den Punkt: „Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen“, sagte der Präsident. In Bezug auf die Neuausrichtung des Verbandes sieht er unter anderem in der Betreuung von Veteranen ein zukünftiges Aufgabenfeld. Ein ausführliches Essay zur Neuausrichtung des Reservistenverbandes erschien bereits Ende Februar (http://tinyurl.com/br4l8so).

Informationen zum Reservistenverband
Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. (VdRBw) – so der satzungsgemäße Name des Reservistenverbandes – tritt mit seinen Reservisten für die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland aktiv ein. Seit über einem halben Jahrhundert steht der Verband loyal an der Seite der Bundeswehr.

Rund 117.000 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in der Erfüllung ihres parlamentarischen Auftrages als Mittler in der Gesellschaft für die Belange der Streitkräfte – besonders in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen für unsere Soldaten und Reservisten in Afghanistan.

Reservistenverband

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