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Freizeit- und Tourismusbranche

Mehr als Reisen – Weiterbildung zum/zur Tourismusfachwirt/-in

Tourismusfachwirte sind überwiegend bei Reisebüros- und veranstaltern, Tourist Informationen, Busunternehmen, Fluggesellschaften, Reedereien, in Hotels oder bei Kurverwaltungen sowie Messegesellschaften beschäftigt. Die Aufgabe dabei ist das Führen der Unternehmen, wobei touristische Dienstleistungen nach den Reisetrends zu entwickeln sind. Zudem planen die Reisewirtschaftsexperten Marketingstrategien und setzen diese um, wenn sie den Kunden zum Beispiel touristische Besonderheiten einer Region vorstellen. Man kauft auch einzelne Reisesegmente ein, stellt diese zusammen, organisiert im Gesamtpaket des erstellten Angebots dann beispielsweise Unterkunft, Verpflegung, Reiseleitung und Fahrt bei organisierten Rundreisen und führt diese dann durch. Die Wirtschafts-Spezialisten in Sachen Tourismus achten dabei besonders auf betriebswirtschaftliche und kaufmännische Dimensionen dieser Vorgänge, errechnen Preise und kalkulieren Kosten, stellen Statistiken auf, rechnen ab. Dies gilt auch für das Arbeitsgebiet des Planens und Organisierens von Events (etwa Kultur- und Sportveranstaltungen). Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiteres Aufgabenfeld, ebenso die Ausbildung von Azubis.

Yvonne Becker (25) arbeitet bei der Kassel Marketing GmbH und hat gerade eine nebenberufliche Weiterbildung zur Tourismusfachwirtin als Fernstudium abgeschlossen: „Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit absolviert. Für mich stand fest, dass ich danach kein Vollzeitstudium beginnen wollte, also habe ich mich nach anderen Alternativen umgeschaut, um mich weiterzubilden.“ Klarer Vorteil eines Fernstudiums sei, dass man sich die Zeit frei einteilen könne, allerdings bestehe nicht immer die Möglichkeit, Nachfragen zu stellen und es gebe auch keine Lerngruppen. „Die Weiterbildung gliedert sich in wirtschaftsbezogene und handlungsübergreifende Qualifikationen. Bei den wirtschaftsbezogenen Qualifikationen werden allgemeine Themen wie BWL, VWL, Rechnungswesen, Recht und Steuern und Unternehmensführung behandelt. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung wird der zweite Teil geprüft mit den touristischen Inhalten wie Grundlagen des Tourismus, Tourismusmarketing und Tourismusmanagement.“ Als Gewinn dieser Weiterbildung sieht Yvonne Becker, dass sie durch diesen zusätzlichen Abschluss im Berufsalltag noch anspruchsvollere Aufgaben wahrnehmen kann.

Zugang
Es empfiehlt sich, vor der IHK-Prüfung an einem vorbereitenden Kurs teilzunehmen. Berufsbegleitend, in Vollzeit oder durch E-Learning ist dies bei unterschiedlichen Anbietern möglich. „Der Kurs dauert in Vollzeit circa ein halbes Jahr und in Teilzeit circa 1,5 Jahre“, sagt Sabine Artmeier von der IHK München. Je nach Anzahl der Wochenstunden existieren bei anderen Anbietern auch kürzere oder längere Lehrgänge. Früher gab es diese Aufstiegsweiterbildung unter dem Begriff „Tourismusfachwirt IHK“, doch die Bezeichnung „Geprüfter Tourismusfachwirt“ hat diese mit der neuen Ausbildungsverordnung vom Sommer 2012 abgelöst. Die Berufsbezeichnung „Fachwirt/-in – Tourismus“ ist ebenso gebräuchlich.

Um an dieser Prüfung zum/zur Tourismusfachwirt/-in teilnehmen zu können, braucht man eine dreijährige Ausbildung in einem anerkannten Beruf der Tourismuswirtschaft mit einer mindestens einjährigen einschlägigen Berufspraxis. Eine Alternative dazu ist ein anerkannter kaufmännischer oder verwaltender Beruf mit mindestens entsprechender zweijähriger Berufspraxis innerhalb der Tourismuswirtschaft. Die IHK erkennt auch einen anderen Ausbildungsberuf mit einer dreijährigen Berufspraxis innerhalb der Tourismuswirtschaft an, ebenso eine fünfjährige einschlägige Berufspraxis. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr finanziert im Allgemeinen bei entsprechender Dienszeitlänge die berufliche Weiterbildung nach der Bundeswehrzeit. Der Antrag dafür ist jedoch noch vor dem Ende der Dienstzeit zu stellen, weil sonst der Anspruch verfällt.

Text: hmk

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