// sie lesen ...

Allgemein

Symposium „Perspektiven der Verteidigungswirtschaft 2013

Zum Jahresauftakt begrüßte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), General a. D. Rainer Schuwirth, etwa 300 Gäste zum zweitägigen 6. Symposium „Perspektiven der Verteidigungswirtschaft“ am 22. Januar 2013 in der Stadthalle zu Bonn-Bad Godesberg.

Parallel zu den Feiern zum 50. Jahrestag des Elysee-Vertrages, der vielfältige politische, wirtschaftliche und auch militärische Kooperationsmechanismen und -formen geschaffen habe, gehe es in dem aktuellen Symposium darum, Entwicklungen im und Erwartungen an das Jahr 2013 und darüber hinaus in nationalen und internationalen Feldern der Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft zu diskutieren, um die vor allen liegenden Herausforderungen zu bewältigen, so der DWT-Vorsitzende.

Generalleutnant Norbert Finster, Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung erläuterte in seinem Vortrag zur Führung der Streitkräfte insbesondere die Rolle des Generalinspekteurs auf der Grundlage des Dresdener Erlasses und die Konzentration der Abteilungen im Verteidigungsministerium auf strategische Fragestellungen und machte dabei die Veränderungen in der Führung der Streitkräfte deutlich. Dabei betonte GenLt Finster die Schlagworte „eine Bundeswehr“ und „ein Verantwortlicher“ als Ausdruck für ein neues Führungsverständnis in den Streitkräften. In der lebhaften Diskussion erläuterte GenLt Finster an aktuellen Beispielen das Zusammenwirken der Abteilungen des Ministeriums und der nachgeordneten militärischen Organisationsbereiche bei der Entscheidungsvorbereitung für militärische Einsätze.

Im Anschluss daran beleuchtete Frau Ministerialdirigentin Elisabeth Totter, Unterabteilungsleiterin III (Planungsumsetzung) in der Abteilung Planung im BMVg die grundsätzliche Philosophie des neuen Integrierten Planungsprozesses (IPP), seine Prozesse und seine Verknüpfungen vor allem mit dem novellierten Customer Product Management (CPM). Frau Totter stellte dabei heraus, dass die Abteilung Planung im Hinblick auf Vorhaben mit finanzieller Bedeutung zu erarbeiten hat, was für eine auftragsgemäße Bundeswehr erforderlich und realistisch erreichbar sei. Das gelte unter dieser Zielsetzung nicht nur für militärische, sondern auch genauso für zivile Vorhaben: Es gibt nur eine Bundeswehr! Dieser ganzheitliche Ansatz wurde von Frau Totter besonders betont. Der folgende Vortrag von Oberst i. G. Gawellek aus dem Kommando Heer (UAL Planung) zeigte auf, in welcher Weise sich das Heer in seiner Verantwortung für die Weiterentwicklung der Landstreitkräfte in den Gesamtstreitkräfte-orientierten IPP einbringen kann und will. Die Forderungen der Teilstreitkraft Heer an den IPP lassen sich unter den Begriffen Prozesstransparenz, Zieltransparenz und Projekttransparenz subsumieren. Dabei stellte der Vortragende klar heraus, dass die Prozesse miteinander und konstruktiv angewendet werden müssen.

Am zweiten Tag des Symposiums erläuterte Dr. Byok (Bird&Bird) in einer umfassenden Darstellung die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Export von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck („Dual Use“) und gab anhand praktischer Beispiele aus der aktuellen nationalen und internationalen Rechtsprechung nützliche Hinweise.

Das Panel „Die neuen NATO-Organisationen/Agenturen“ beanspruchte die volle Aufmerksamkeit des Plenums durch eine Kompaktdarstellung der Veränderungen in der Agenturlandschaft des Bündnisses. Die Referenten Ministerialrat Schlichting von der Deutschen NATO Vertretung Brüssel, Dr. Ehlert vom International Staff des NATO Hauptquartieres Brüssel, sowie Technischer Regierungsdirektor Donath, Oberst i. G. Gratz und Fregattenkapitän Strewinsky erläuterten detailliert den Weg auf dem Ziel „aus 14 mach drei “. In allen Agenturen sind Veränderungen eingeleitet. Die Konsolidierungsphase ist dabei abgeschlossen; das Jahr 2013 steht dabei unter dem Motto „Rationalisierungsphase“, die 2014 in das Jahr der „Optimierungsphase“ übergehen wird. Aus den Vorträgen und den ergänzenden Diskussionsbeiträgen war erkennbar, dass der nunmehr eingeschlagene Weg die Voraussetzung zu einer effektiveren und effizienteren Arbeit der Agenturen sein wird, dass gegenwärtig aber offen bleiben muss, ob das ehrgeizige Ziel einer 20-prozentigen Kosteneinsparung durch diese Agenturreform erreicht werden kann.

Konstitutiver Teil des Symposiums sind die Workshops, die erneut zu unterschiedlichen Themen angeboten wurden:

  • Wirtschaftsmediation
  • Leistungserbringung der gewerblichen Wirtschaft für die Bundeswehr im Einsatz
  • Neue Wege der Leistungserbringung – ÖPP und andere Ansätze
  • Aspekte der Beschaffung der Polizeien
  • Funktionale Sicherheit in der Wehrtechnik.

In allen Workshops gab es eine große Informationsfülle und eine lebhafte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen. Besondere Aufmerksamkeit fanden Themen, die bisher keine oder nur geringe Vorstellung in DWT-Veranstaltungen erhalten haben wie die Funktionale Sicherheit in der Wehrtechnik, die Mediation und Fragen der Beschaffung von Bundes- und Landespolizei. Großes Interesse fand bei diesem Symposium auch das Gespräch mit den Ausstellern. Das DWT Motto „sachgerechte Information und intensiver Dialog“ – im Plenum, in den Workshops und im kleinen Kreis – hatte sich erneut bewährt.

DWT

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.