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Handwerk

Arbeitssicherheit im Verbund

Komplex sind die Anforderungen an die betriebliche Arbeitssicherheit. Fast täglich bringen die Medien u. a. Berichte über Brand- und Verkehrsunfälle. Um in konzentrierter Form die Belange der Arbeitssicherheit seinen Mitarbeitern und „Kunden“ zu verdeutlichen, nutzte das Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz gern die Unterstützungsangebote von Feuerwehr, Berufsgenossenschaft und Polizei für konzertierte Schwerpunktunterweisungen.

Durch Vermittlung seitens Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann wurden die Mitarbeiter/-innen des HwK-Zentrums professionell in der richtigen Handhabung von Feuerlöschern unterwiesen. Wegen des weiter laufenden Lehrgangsbetriebes wurde die Belegschaft in zwei Schichten eingeteilt. Hauptbrandmeister Alexander Zeller von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach/Löschbezirk Süd – im Hauptberuf stellvertretender Leiter der Werksfeuerwehr der MICHELIN AG & Co. KG in Bad Kreuznach – informierte die Mitarbeiter/-innen zunächst über Brandklassen, Arten und Wirkprinzipien von Feuerlöschern, bevor im praktischen Teil die Grundsätze beim Einsatz von CO2- und Pulverlöschern an einem Gas-Brandsimulator trainiert wurden. Die gemäß berufsgenossenschaftlicher Vorschrift regelmäßig erfolgenden Arbeitssicherheitstechnischen Unterweisungen des HwK-Zentrums erhielten durch die praktische Feuerlöschübung an simulierten Bränden einen besonderen Akzent und hat zur Verhaltenssicherheit aller Mitarbeiter/-innen im Ernstfall effektiv beigetragen.

Sensibilisierung für die Gesundheit
In Kooperation mit dem Koblenzer Zentrum für Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst (ASD) der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft wurden im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung 25 Auszubildende des ersten Lehrjahres im Maurer- und Straßenbauerhandwerk fachlich weitergebildet. Inhalt der zweistündigen Fachunterweisung war die Aufklärung über Gefährdungen von Gehör, Haut und Bewegungsapparat bei der Ausführung von Bauarbeiten sowie praxisnahe Tipps für einfache, aber wirksame Schutzvorkehrungen. Deutlich wurde dabei, dass gesundheitsschädliches Verhalten nicht nur bei der Arbeit auftritt, sondern auch im Alltag. Das Ohr etwa macht keinen Unterschied zwischen dem Lärm einer Kreissäge oder einem MP3-Player, sondern reagiert bei Beanspruchung gleich! Genauso machen Rücken und Gelenke keinen Unterschied zwischen dem Heben von Arbeitsmaterial und privaten Gebrauchsgegenständen. Richtiges Verhalten hilft also generell, die eigene Gesundheit möglichst lange zu erhalten. „Sensibilisierung“ war das Ziel der Veranstaltung, um Lehrlingen bereits zu Ausbildungsbeginn die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit nahe zu bringen.

Tatort Straße
„Risiken und Unfallursachen im Straßenverkehr“ lautete eine Präventionsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Bad Kreuznach. Von der in 2003 gegründeten Arbeitsgruppe „Junge Fahrer“ zeigten Polizeioberkommissar Daniel Heyda und Kommissar Alexander Seibert 60 Aus- und Weiterbildungsteilnehmern aus dem Bau- und Metallhandwerk auf der Basis von realen Falldokumentationen aus der Nahe-Region sowie emotional aufrüttelnden Videosequenzen entwicklungsbedingte und polizeilich ermittelte Hauptursachen für Verkehrsunfälle auf.

Bei diesen Unfällen – so das Fazit – sei die Altersgruppe der 17- bis 25-Jährigen Spitzenreiter in der Unfallstatistik, obwohl sie nur sieben bis acht Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ausmache. Allein im Bezirk der Polizeiinspektion Bad Kreuznach betrug 2011 die Zahl der Verkehrsunfälle durch junge Fahrer 582, d. h. pro Tag ereigneten sich allein durch die 17–25-Jährigen 1,6 Unfälle mit leichten, schweren oder tödlichen Verletzungen.

Bei den Hauptursachen rangierten zu hohes Fahrtempo, teilweise im Zusammenhang mit nicht ausreichendem Sicherheitsabstand, Alkohol- und/oder Drogenkonsum an vorderster Stelle. Mithilfe von EDV-Animationen wurde der Zusammenhang zwischen Reaktions-, Brems- und Anhalteweg ebenso verdeutlicht, wie die Beeinträchtigung der optischen Wahrnehmung mit Simulationsbrillen bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,8 bzw. 1,1 Promille. Eine wichtige Erkenntnis war, dass der menschliche Körper etwa eine Stunde benötigt, um 0,1 Promille Blutalkohol abzubauen. Damit wurde das Problem von „Restalkohol“ auf der Fahrt zur Arbeit oder das Führen von Baumaschinen nach einem „feucht-fröhlichen“ Wochenende akut. Die Rechtsfolgen von Ordnungswidrigkeiten bis hin zu Straftaten und zivilrechtliche Forderungen sowie die moralische Schuld an Verletzungen an Leib und Leben Unbeteiligter bildeten den Schluss der Veranstaltung.

Dr. Lothar Greunke

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