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Gesundheits- und Pflegeberufe

Physiotherapeut/-in werden

Die Physiotherapie behandelt im Allgemeinen Menschen, die durch eine Verletzung, Behinderung oder altersbedingte Beschwerden in ihren Bewegungsmöglichkeiten so eingeschränkt sind, dass die Motorik und andere körperliche Funktionen nicht mehr so gut wie sonst funktionieren. Als Physiotherapeut/-in erhält bzw. verbessert man die Beweglichkeit oder stellt diese wieder her. Die Ausbildung in diesem Beruf erfolgt an anerkannten Berufsfachschulen mit Praxis in Krankenhäusern.

Sind die Schulen staatlich, so fallen keine Gebühren an, wohl aber bei den privaten Schulen. Überall ist jedoch mit Kosten für Anmelde- und Prüfungsgebühren, Lernmittel sowie eventuell Fahrtkosten oder auch gegebenenfalls Miete für auswärtige Unterbringung zu rechnen. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) fördert bei entsprechender Dienstzeitlänge die zivilberufliche Ausbildung am bzw. nach dem Ende der Militärzeit. Beispielsweise die Berufsfachschule für Physiotherapie am Klinikum der Universität München, die Berufsfachschule für Physiotherapie am Klinikum der Universität Würzburg und die Berufsfachschule für Physiotherapie am Universitätsklinikum Erlangen sind staatlich und ohne Schulgeld. An der Physiotherapieschule in 94078 Freyung beträgt das Schulgeld monatlich 159,50 Euro. Dies ist im Vergleich zu anderen privaten Anbietern, die es im gesamten Bundesgebiet gibt, günstig. Näheres zu den Schulen liefert die Online-Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Die Ausbildungsordnung für Physiotherapeuten schreibt keine Altersbeschränkung vor. Der Ausbildungsgang dauert eigentlich drei Jahre, kann aber um 18 Monate verkürzt werden, wenn bereits eine Ausbildung zum/zur Masseur/-in und medizinischen Bademeister/-in (vgl. „Bund+ Beruf“ Nr. 3-2011) vorhanden ist. Wer eine zweijährige Ausbildung zum Turn- und Sportlehrer oder Gymnastiklehrer vorweist, der kann die Ausbildung zum Physiotherapeuten um sechs Monate verkürzen.

Die Lerninhalte teilen sich in sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht und fachpraktische Ausbildungszeiten in Krankenhäusern, Fachkliniken sowie Rehaeinrichtungen auf:

  • Funktionsweise des Bewegungsapparates, Anatomie, Physiologie
  • krankengymnastische Behandlungstechniken
  • Methodik: Befunde, Dokumentation, Therapiepläne und Behandlungen
  • Massagetherapie
  • Elektro-, Licht- und Strahlentherapie sowie Wärme- und Kältetherapie
  • Atemtherapie
  • Aufbau des zentralen Nervensystems, Kreislauforgane, Lymphsystem
  • Krankheitsbilder
  • Bewegung und Persönlichkeit
  • Psychologie und Pädagogik im Umgang mit kranken oder behinderten Menschen
  • Entspannungs- und Mobiliätsübungen
  • Hygiene
  • Erste Hilfe
  • rechtliche Aspekte des Berufs
  • Berichtswesen und Fachliteratur

Abschlussprüfung
Am Ende der Ausbildung gibt es an der betreffenden Schule eine recht happige Prüfung. Sie hat einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Allein der schriftliche Teil hat vier Arbeiten, die zu bestehen sind.

Zugangsvoraussetzungen
Wer sich zum Physiotherapeuten ausbilden lassen möchte, der braucht einen Realschulabschluss, eine den Hauptschulabschluss erweiternde zehnjährige Schulbildung oder einen Hauptschulabschluss mit einer einschlägigen mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Meistens ist noch ein mindestens sechswöchiges oder auch dreimonatiges Pflegepraktikum (z. B. Krankenhaus oder Altenheim) nachzuweisen. Manche Schulen fordern ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung sowie ein polizeiliches Führungszeugnis (Belegart O ohne Eintrag). Je nach Schule variieren die Aufnahmevoraussetzungen.

Arbeitsfelder
Der Schwerpunkt liegt in der Durchführung der ärztlich verordneten methodischen Bewegungstherapie sowie im Bereich der Massagetherapie und physikalisch-therapeutischen Maßnahmen. Arbeitsgebiete sind: Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Einrichtungen und Schulen für behinderte Menschen, Selbstständigkeit (eigene Praxis oder freie Mitarbeit), Tätigkeit als Berater (bei Herstellern medizinischer Produkte), die Arbeit bei Sportvereinen als Betreuer oder auch Physiotherapieschulen (Lehrkraft).

Studium
Einige staatliche und private Hochschulen bieten ein Physiotherapie-Bachelor-Studium an. Die Regelstudienzeit beträgt dabei mindestens sechs Semester. Mit einem solchen Studium eröffnen sich folgende Arbeitsgebiete:

  • Therapie, nichtärztliche Behandlung
  • Gesundheitsberatung und -förderung
  • Journalismus
  • Gesundheits- und Sozialmanagement
  • Verbandsarbeit und -geschäftsführung

Nähere Angaben zu den Hochschulen und deren Gebühren liefert die Online-Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Red.

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