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Flug zum Saturnmond Enceladus

Der Raumfahrtexperte Prof. Roger Förstner von der Universität der Bundeswehr München geht innerhalb eines Verbundprojektes der Frage nach, wie eine Raumsonde zum Saturnmond Enceladus gelangen und landen kann, der von der Erde ungefähr rund zwölf Jahre Flugzeit entfernt ist. Wissenschaftler vermuten auf dem Saturnmond Mikroorganismen unter einem massiven Eismantel.

Die US-Raumsonde Casinni stellte 2008 organische Verbindungen auf dem Saturnmond Enceladus fest. Sie befanden sich in riesigen Wassereisfontänen, die Vulkane in das All geschleudert hatten. Der Enceladus ist mit einem Durchmesser von 500 Kilometern der sechstgrößte Mond des Planeten Saturn.

Nun möchten die Kooperationspartner des Projektes von der Universität der Bundeswehr München – die TU Braunschweig, FH Aachen, RWTH Aachen, BU Wuppertal, Universität Bremen und der Förderer Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – den Bausteinen des Lebens näher auf den Grund gehen.

Mikroorganismen in Salzwasserozeanen?
Da die Wissenschaftler unter dem dicken Eispanzer des Saturnmondes Salzwasserozeane als Heimat von Mikroorganismen vermuten, entwickeln sie eine Eissonde, die sich regelrecht durch die Eismassen schmilzt, um dort entsprechende Proben zu nehmen. Prof. Förstner von der Universität der Bundeswehr München wird mit seinem Teilprojekt untersuchen, wie diese Raumfahrtmission insgesamt durchgeführt werden kann.

Hierbei ist zunächst zu klären, wie eine Raumsonde zum Saturnmond gelangen und dort landen kann. Basierend hierauf wird dann erarbeitet, wie die Raumsonde technisch umsetzbar ist, denn die lebensfeindlichen Umweltbedingungen beim Saturn und die lange Flugzeit von ca. zwölf Jahren stellen schwierige Herausforderungen dar.

Funksignale benötigen 1,5 Stunden
Ein Schwerpunkt der Arbeit wird außerdem auf dem autonomen Betrieb der Raumsonde liegen, da aufgrund der großen Entfernung vom Saturn Funksignale bis zu 1,5 Stunden benötigen, um von der Bodenstation zur Raumsonde zu gelangen, sodass diese mit allen auftretenden Situationen zunächst alleine fertig werden muss.

Nutzung der Technik von Bohrlochvermessungen
Prof. Bernd Eissfeller – ebenfalls von der Universität der Bundeswehr München – bestimmte die Richtung und Neigung der Eis-Maulwurf-Sonde im Eis. Da im Eis keine Navigationssatelliten und keine Außensicht zur Verfügung stehen, setzt man Kreiselinstrumente und Beschleunigungsmesser ein, die keine Informationen von außen benötigen und in ähnlicher Form auch in der modernen Bohrlochvermessung eingesetzt werden. Da das hierbei verwendete Messprinzip umso besser funktioniert, je weiter man sich von den Polen entfernt, müssen für den Probeeinsatz in Alaska und in der Antarktis die Berechnungen entsprechend weiterentwickelt werden. Weitere Herausforderungen sind die Umweltbedingungen auf den Gletschern und die mit ca. 1 m/h geringe Geschwindigkeit des Systems. Die Koordination der sechs Institute, die für die Ortung und Navigation der Sonde zuständig sind, wird ebenfalls von Prof. Eissfeller von der Universität der Bundeswehr München übernommen.

UBM

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