// sie lesen ...

Gesundheits- und Pflegeberufe

Hohe Jobsicherheit mit dem Beruf Altenpfleger/-in

Hinsichtlich des Bevölkerungsanteil wird sich bis zum Jahr 2050 das Verhältnis von jüngeren zu älteren Menschen in Deutschland sehr stark verändern. Bis dahin steigt der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung von heute 25 auf 37 Prozent, so die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Schon heute herrscht ein ziemlicher Mangel an Altenpfleger/-innen. Und diese Situation spitzt sich durch die demografische Entwicklung weiterhin zu. Dies bedeutet im Rahmen der beruflichen Orientierung: Als Altenpfleger/-in hat man Jobsicherheit – im Gegensatz zu den schwankenden Situationen in anderen Berufen.

Dieser Beruf ist in Jobbörsen so gefragt wie nie zuvor. Auch wenn er nicht als Traumjob gilt, weil die mentalen sowie körperlichen Belastungen sehr groß sind und der Arbeitslohn nicht so top ist. Immer mehr pflegebedürftige Menschen im höheren Alter brauchen professionelle Hilfe, um den Lebensabend zu bewerkstelligen.

Ohne Pflege- und Altenheime wäre das soziale System unserer postmodernen Gesellschaft nicht möglich. Denn der Trend geht weg vom Familien-Clan mit gegenseitiger Unterstützung hin zur Kleinfamilie, in der beide Partner Karriere machen wollen und somit keine Zeit mehr haben, Familienangehörige zu pflegen.

Bundesweit ist die anerkannte Ausbildung zum/zur Altenpfleger/-in einheitlich geregelt. Ziel dieser Ausbildung ist es, den Azubis derartige Kenntisse zu vermitteln, dass sie die Pflege der älteren sowie bedürftigen Menschen eigenverantwortlich gewährleisten können: sowohl stationär als auch ambulant. Dies erfordert dann besondere medizinische, soziale und psychologische Kompetenzen.

Es gibt weit über 1.000 Schulen in allen Bundesländern (nähere Infos dazu gibt es in der Online-Datenbank „KURSNET“ der Bundesagentur für Arbeit: Suchbegriff „Altenpfleger“).

An manchen Schulen gibt es keine Schulgebühren, andere wiederum erheben welche: „Die Kosten können sich durchschnittlich auf rund 9.000 Euro belaufen“, weiß Martina Schenhärl von der privaten Berufsfachschule der Franziskanerinnen für Altenpflege aus Aiterhofen in Bayern. Zusätzlich seien noch Gelder in Höhe von rund 800 Euro für Exkursionen, Bücher, Kopierer, Unterrichtsmaterialien, Aufnahme- und Prüfungsgebühren zu stemmen. Wenn eine Schule Gebühren erhebt, ist es sinvoll, diese zu erfragen und das mit dem zuständigen Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) zu besprechen. Der BFD kann bei entsprechender Dienstzeitlänge die zivilberufliche Ausbildung zum Ende der Dienstzeit fördern. Man bekommt in der Regel von den Betrieben, wo die berufliche Praxis erlernt wird, ein Ausbildungsgeld. Bei Einrichtungen des öffentlichen Dienstes gilt laut Tarif ein monatlicher Lohn von 876 Euro im ersten Ausbildungsjahr (1.038 Euro im dritten Jahr).

„Es gibt generell keine Altersbeschränkungen in diesem Ausbildungsgang“, sagt Brigitte Warnke-Kilian von der Altenpflegeschule des DIALOG-Instituts Dr. Kilian aus Kassel. Manche Schulen hätten dennoch Altersbegrenzungen bei der Aufnahme. Die Ausbildung dauert an den Altenpflegeschulen (Unterricht) sowie in den Einrichtungen der Altenpflege (Praxis) in Vollzeit 3 Jahre.

Zugangsvoraussetzungen
Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine zehnjährige, den Hauptschulabschluss erweiternde Schulbildung, so die Bundesagentur für Arbeit. Bewerber mit Hauptschulabschluss können die Ausbildung machen, wenn eine zusätzliche abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer vorliegt oder wenn die Erlaubnis als Altenpflegehelfer/-in (Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in) vorhanden ist oder wenn eine bereits abgeschlossene Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Kranken- und Gesundheitspflegehilfe (Altenpflegehilfe) da ist. Zudem ist durch ein ärztliches Attest die gesundheitliche Eignung für den Beruf nachzuweisen.

Ausbildungsinhalte
In dieser Berufsausbildung kommen Inhalte aus den Schulfächern Sozialkunde, Wirtschaft, Religionslehre bzw. Ethik, Mathematik sowie Deutsch vor. Wer gut im Zeichnen und Basteln ist oder ein Musikinstrument beherrscht, der kann auch darüber hinaus für die Plegebedürftigen Freizeitangebote ausarbeiten und durchführen. Die Lerninhalte an den Altenpflegeschulen sind unter anderem:
– Einschätzung des Gesundheitszustandes der Patienten
– Erste Hilfe
– Psychologie
– Wissen über Medikamente und deren Einsatz
– Krankheitsbilder
– An- und Auskleiden, Körperpflege
– Ernährung
– berufstypische Konflikte
– verbale und nonverbale Kommunikation
– Tagesgestaltung der Klienten
– Planung und Dokumentation des Pflegeprozesses
– Wohnformen und Pflegemodelle
– Wohnraumgestaltung (z. B. Treppenlifte)
– rechtliche Aspekte
– Qualitätsstandards

Praktisch lernen die Schüler, wie alte Menschen in häuslicher Umgebung und stationären Einrichtungen zu pflegen sind, wie man psychische Unterstützung leistet und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchführt, und wie man Sterbende begleitet und die Angehörigen berät.

Altenpfleger arbeiten überwiegend in Rehabilitationskliniken, bei Hauskrankenpflegediensten, paritätischen Verbänden, Diakonien, in Altersheimen, Pflegeheimen, bei ambulanten Diensten sowie in geriatrischen und gerontopsychiatrischen Krankenhausabteilungen. Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Pflegeberatung bei Seniorenorganisationen.

hmk

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.