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Allgemein

Karriere im Management

Eine internationale Management-Karriere steht jedem offen, der ein MBA-Studium zum Master of Business Administration absolviert. Dies ist ein Postgraduierten-Angebot, das sich an Personen richtet, die bereits über ein grundständiges Studium in Form eines Bachelors, Magisters oder Diploms verfügen.

Den Studiengang gibt es als Vollzeitprogramm (ein bis zwei Jahre), berufsbegleitend (zirka zwei bis drei Jahre) und als Fern- bzw. Online-Studiengang. Thematisch ist solch ein Studium in den Bereichen Management und Wirtschaftswissenschaften angesiedelt, weswegen manche Institutionen als Zulassungsvoraussetzung noch eine ein- bis dreijährige Berufspraxis nach dem Erststudium verlangen – oder ein passendes Praktikum im Vorfeld. Dadurch sollen die Bewerber betriebswissenschaftliche Kenntnisse nachweisen. Darüber hinaus sind gute Deutsch- und Englischkenntnisse gefragt. Oft führen die Studienanbieter auch noch einen Bewerbungstest durch. Den MBA-Abschluss bekommt man an Business Schools, staatlichen Hochschulen und Weiterbildungsinstituten. Es empfiehlt sich unter Umständen, berufsbegleitend zu studieren, weil allgemein bei einem derartigen Studium die Gebühren recht hoch sein können.

International ausgerichtete Programme
Die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln ist eines von vielen Instituten, an denen ein berufsbegleitendes MBA-Studium in vier Semestern möglich ist. An Samstagen sowie an einem Abend pro Woche erfolgt der Unterricht in 16 Wochen je Semester. Das Studium ist für Absolventen der meisten Fachrichtungen offen: zum Beispiel Physik-, Chemie-, Medizin-, Wirtschafts-, Ingenieur- und Rechts- sowie Sportwissenschaften. Der Numerus clausus liegt bei 2,59 und es gibt keine Altersgrenze. Das Studium beinhaltet nicht nur einen Gastaufenthalt an der University of East London mit ihrer Royal Docks Business School, sondern bereits an der RFH Köln herrscht internationales Flair. Der MBA-Unterricht ist in Englisch, und nahezu die Hälfte der Studenten kommt von weit her: aus England, Polen, Bulgarien, der Türkei, Ägypten, China oder Indonesien. „Wenn verschiedene Kulturen zusammen studieren und Projekte erarbeiten, profitieren sie in besonderem Maße vom Austausch untereinander. Das ist eine wertvolle praktische Erfahrung für interkulturelles Management, ganz ohne Lehrbuch“, erklärt Studiengangsleiter Klaus Wirges.

Pro Monat zahlen die Studenten an der RFH Köln in diesem Studiengang 530 Euro Studiengebühren und 120 Euro AStA-Beitrag pro Semester. Zudem sind insgesamt rund 800 Euro für Literatur zu entrichten. Infos über das MBA-Programm gibt es unter der Internetadresse http://www.rfh-koeln.de/studium/studiengaenge/wirtschaft-recht/master-of-business-administration/index_ger.html.

Auch die Universität Augsburg hat ein berufsbegleitendes Programm unter dem Titel „MBA Unternehmensführung“. Es dauert vier Semester über einen Zeitraum von 20 Monaten, wobei der Unterricht meist freitags sowie samstags stattfindet. „Der MBA-Studiengang kann als erstes bayerisches Studium auf die längste Erfahrung zurückblicken. Er hat ein sehr großes Netzwerk mit 300–400 ehemaligen Absolventen. Wir sind international ausgerichtet mit einem über zweimonatigen Gastaufenthalt in den USA an der University of Pittsburgh“, erklärt Hanspeter Vietz, Leiter MBA der Universität Augsburg und Stellvertretender Direktor des Zentrums für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW). Die Studienkosten von insgesamt 28.000 Euro liegen zwar auch über der förderbaren höchsten Betragsgrenze des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr (nicht darin enthalten sind die Studentenwerksbeiträge sowie die Reise-, Unterkunfts- und Lebenshaltungskosten in den USA). Doch es gebe immer wieder aus dem Dienst ausscheidende Offiziere, die selbst noch was draufzahlten, weil sie „gerne über den Tellerrand hinausschauen und zum Beispiel mit Ingenieuren und Medizinern zusammen studieren können“, so Hanspeter Vietz. „Wir haben immer mehr Offiziere ,in der Endphase’ die sich ganz bewusst für den MBA an der Uni Augsburg interessieren.“

Besonders am Studium in Augsburg ist, dass der MBA das Premium-Siegel der Internationalen Agentur zur Qualitätssicherung (FIBAA) bekommen hat. Die FIBAA bescheinigt damit eine sehr hohe, weit über dem Durchschnitt liegende Qualität. „Als Top-Adresse im gesamten süddeutschen Raum ist die Uni Augsburg regional stark verankert. Um ein hohes Maß an Praxisbezug sicherzustellen, wird seit dem Bestehen des Programms ein intensiver Austausch mit der Wirtschaft insbesondere im Raum Allgäu-Schwaben gepflegt“, sagt Bernadette Kick vom ZWW. Nähere Informationen zum Studium gibt es im Internet unter www.mba-augsburg.de. Im Januar 2013 beginnt der nächste Studiengang. Neben den üblichen Zulassungsvoraussetzungen ist noch ein TOEFL (Test of English as a Foreign Language) nachzuweisen.

Ein weiteres Beispiel ist das berufsbegleitende MBA-Studium der Hochschule Darmstadt (www.mba.h-da.de). Dort ist der Einstieg immer zum Winter- oder Sommersemester möglich. Zusätzlich zu einem überdurchschnittlichen Hochschulabschluss und 210 CP erwartet das Institut eine dreijährige wirtschaftsbezogene Berufserfahrung, betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen (60 CP) und den Nachweis über einen absolvierten TOEFL mit mindestens 550 Punkten, weil der Unterricht komplett in Englisch ist. Bewerber ohne wirtschaftsbezogenes erstes Studium und ohne diesbezügliche Kenntnisse besuchen im Vorfeld einen einführenden Kurs. Die Kosten für die Teilnahme an diesem MBA-Programm belaufen sich auf insgesamt 15.900 Euro plus Beiträge von 247 Euro pro Semester. Weitere Auskünfte zum Programm gibt es unter der E-Mail-Adresse petra.vonhausen@ h-da.de oder unter (06151) 16-8976.

In der Online-Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit sind nähere Informationen zu zahlreichen Bildungsanbietern mit MBA-Studiengängen enthalten (Suchbegriff: Master of Business Administration). Die Studiengänge gibt es häufig mit Schwerpunkten wie zum Beispiel Architektur, Sport oder Logistik.

Komplexe Studieninhalte und vielseitiges Berufsbild
Allgemeine Inhalte eines MBA-Studiums können unter anderem folgende Themen sein:

  • Grundlagen der Betriebswirtschaft und Ökonomie
  • Management-Kompetenzen
  • Internationales Management
  • Nachhaltigkeitsmanagement
  • Operations- und Informationsmanagement
  • Risikomanagement
  • Projekt-Management
  • Unternehmensführung und -strategie
  • Strategische Führung
  • Finanz-Management
  • Recht
  • Controlling und Rechungswesen
  • Personalwesen
  • Industriebetriebswesen
  • Marketing
  • Kulturwissenschaften

Später im Berufsleben übt man dann viele unterschiedliche Funktionen aus. So beschaffen MBA etwa preiswert und pünktlich Betriebsmittel, Rohstoffe sowie Halb- und Fertigfabrikate im Einkauf. Nach der Analyse der in- und ausländischen Märkte tüffteln sie zudem im Vertrieb den Verkauf der Produkte aus. Das Arbeitsgebiet ist vielfältig. So gehört das Optimieren der Abläufe und Informationsflüsse mittels EDV im Bereich Organisation und Datenverarbeitung mitunter dazu, wobei IT-Projekte zu leiten sind oder auch Soft- und Hardware einzukaufen ist. Weitere Aufgabenfelder, die der Job beinhaltet, sind beispielweise die Logistik, die Produktion und das Produktmanagement, ebenso das Beschaffen von Personal oder auch Marketingstrategien.
Im Bereich Finanz-Management sind das betriebliche Rechnungswesen mit Finanzbuchhaltung sowie die Bilanzerstellung und Kostenrechnung zu lenken und zu beaufsichtigen.

Auch ist man als MBA in der Anlagenoptimierung, der Steuerung des betrieblichen Kreditwesens sowie innerhalb der Ziel- und Konzeptionsentwicklung für die Finanzanalyse und -planung tätig. Ein zusätzliches Tätigkeitsfeld ist die Kundenbetreuung. Man geht unter Umständen auch als wissenschaftlicher Autor zu Werke, indem Fachliteratur zu schreiben ist. Oft folgt dem Studium im Arbeitsleben eine Spezialisierung in einem dieser Aufgabengebiete.

Im Bereich Management kommen alle erdenklichen Branchen als Arbeitsgebiete infrage: unter anderem Versicherungen, Risiko- und Schadensbewertung, Gesundheit, Soziales, Unternehmensberatung, Textil, Chemie, Pharmazie, Kunststoff, Elektro, Papier, Druck, Fahrzeugbau, Immobilien, Holz, Möbel und Finanzdienstleistungen.

Hans Martin Krause

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