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Professioneller Rat für den Neustart

Karlsruhe ist ein gutes Pflaster für Existenzgründer: Schon die Freiheitsbriefe des Stadtgründers Karl Wilhelm haben vor fast 300 Jahren kreative Menschen mit dem Mut zur Selbstständigkeit angezogen. Letztlich ist es also nicht verwunderlich, wenn das zweite Seminar des Beratungszentrums Bundeswehr-Wirtschaft Nordbaden/Nordschwarzwald (Sitz Karlsruhe) zum Thema „Wege in die Selbstständigkeit“ etwa 70 Soldatinnen und Soldaten angesprochen hat. Zum Teil waren sogar die Ehe- und Lebenspartner dabei.

„Einige von Ihnen werden den Schritt in die Selbstständigkeit nicht gehen, wir wollen Sie aber zumindest zum Nachdenken anregen“, so führte Norbert Reiner, Leiter des Berufsförderungsdienstes Karlsruhe, in die Veranstaltung ein.

Dann waren die Fachleute an der Reihe: Bianca Schmid von der IHK Karlsruhe sowie Christian Eisenecker und Matthias Hermsdorf von der Handwerkskammer Karlsruhe beraten tagtäglich zu den Themen Existenzgründung und Betriebsübernahme. Sie leisten Hilfestellung, begleiten potenzielle Existenzgründer von den ersten Vorüberlegungen bis zum erfolgreichen Betrieb, bewahr(t)en manche vor vermeidbaren Fehlern bei Finanzierung und Umsetzung – so wird es oft Sinn machen, den Firmennamen schützen zu lassen. Eine verblüffende und doch selbstverständliche Botschaft lautet: „Zeigen Sie (auch) gesunden Menschenverstand!“.

Diethelm Rumpel von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe stellte die fünf lokalen Gründerzentren vor. Deren Vorteile sind vielfältig: Geringe und kalkulierbare Kosten, ein gutes Umfeld und die Möglichkeit, Kontakte zu Projekt- und Kooperationspartnern zu knüpfen („nichts ist wichtiger als gute Kontakte“). Manche zwischenzeitlich renommierte Firma hat getreu dem Motto „ein guter Start ist die halbe Miete“ ihre ersten Gehversuche in einer solchen Institution unternommen. Übrigens : Gründerzentren gibt es nicht nur in Karlsruhe.

Horst Meinzer von „initiat Karlsruhe“ rundete die Vorträge ab. Er referierte über das Franchising, eine andere Art der Selbstständigkeit, eine Wachstumsbranche. Der Franchise-Nehmer kauft fertige Konzepte ein, hat gute Chancen, auch nach Jahren noch am Markt zu sein.

Die lebhafte Diskussion zum Abschluss ging ins Detail, aber auch über den Tellerrand hinaus, zeigte: Das war ein Seminar mit hohem Praxisbezug! Manche Soldatin/mancher Soldat dürfte in der Absicht, einen Neuanfang als Selbstständige(r) zu wagen, bestärkt, manche(r) aber auch von einem Abenteuer mit ungewissem Ausgang abgehalten worden sein.

Norbert Reiner, BFD Karlsruhe

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