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Personen- und Werkschutz

Kopfarbeit: Bodyguard

Wer als Bodyguard arbeitet, hat vom Jobprofil her schon etwas mit Kevin Costner in dem gleichnamigen Film gemeinsam: Denn Personenschützer haben die Aufgabe, Schutzmaßnahmen für Menschen durchzuführen, die potenziell gefährdet sind, weil sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen oder besonders wohlhabend sind; dies sind im allgemeinen erfolgreiche Musiker, Filmstars, populäre Sportler, sonstige Prominente und oft auch erfolgreiche Leute aus der Wirtschaft – meistens Menschen mit Geld.

Der Weg in diesem Beruf führt unter anderem über eine Ausbildung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit der Spezialisierung im Personenschutz“. Beispielsweise in Fischen im Allgäu gibt es die V.I.P. Service GmbH (www.v-i-p-service.de), die sich auf den Personenschutz eingerichtet hat und unter anderem ehemalige und ausscheidende SaZ im angeschlossenen Akademiebereich in diesem Beruf in Zusammenarbeit mit der IHK München fundiert ausbildet – in hochmodernen und komfortablen Seminarräumen. Geschäftsführer Mathias König war einst Militärpolizist und hat danach die Ausbildung sowohl zur Fachkraft als auch zum Meister für Schutz und Sicherheit durchlaufen: „Das war überhaupt nicht schwierig“, antwortet er auf die Frage über das Ergreifen eines Berufs in der freien Marktwirtschaft nach seiner Militärzeit.

Die Sicherheitsfirma greift im Ausbildungsbereich gerne auf ausscheidende SaZ zurück: „Die Erfahrungen sind sehr gut, da die Soldaten auf einen großen Erfahrungsschatz aus der Dienstzeit bei der Bundeswehr zurückgreifen können“, sagt Mathias König. Momentan gibt es 13 Soldaten aus dem gesamten Bundesgebiet in der Ausbildung bei V.I.P. Service. „Alle Soldaten bekommen ihre Ausbildung durch den BFD der Bundeswehr gefördert“, erklärt Mathias König.

Nach seiner zwölfjährigen Dienstzeit hatte er damals selbst mit dem Förderanspruch beim BFD seine Ausbildung finanziert bekommen, bevor er sich entschloss, im Jahr 2001 eine Sicherheitsfirma und im Jahr 2008 eine Akademie zu eröffnen.

Berufsbild
Das Bild des „Hünen“ oder „Kleiderschranks“ mit Spiegelsonnebrille sollte eigentlich auf die Arbeitsrealität von gut ausgebildeten Personenschützern nicht zutreffen. Mathias König weiß entgegen aller gängigen Klischees: „Jeder Tag in diesem Berufsbild ist anders, aber generell muss gesagt werden, dass Personenschutz zu 90 Prozent aus Kopfarbeit besteht. Es kommt insbesondere darauf an, welche Position innerhalb eines Kommandos zu besetzen ist.“

Vieles in diesem Job basiert auf vorausschauendem Planen: Bevor Personenschützer Aufträge annehmen, besprechen sie die Sicherheitsleistungen mit den Kunden ab. Den Bodyguards obliegt zwar der Körperschutz ihrer Klienten. In diesem Zusammenhang ist jedoch auch das Ausmaß der etwaigen Bedrohung für den Kunden und dessen Familie und Besitztümer zu analysieren. Auf dieser Grundlage kommt es unter Umständen zu präventiven Schutzmaßnahmen wie Personenkontrolle, Gebäude- und Fahrzeugsicherung sowie Fahrtroutenplanung; man arbeitet in diesen Hinsichten auch manchmal mit der Polizei zusammen.

Beschützen Bodyguards zum Beispiel Gäste aus dem Ausland, so wird im Vorfeld der Besuchsablauf unter sicherheitsstrategischen Gesichtspunkten geplant. Dabei stimmt man sich zum Beispiel mit dem Flughafenpersonal oder den Hotel-Wachmännern ab und kalkuliert sicherheitsmäßige Schwachstellen der lokalen Begebenheiten mit ein.

Bei ausländischen Klienten können Kenntnisse in Englisch oder einer anderen Weltsprache wohl nützlich sein, weil man ja mit dem Kunden quasi auf Tuchfühlung ist und auch unter Umständen kommuniziert. Gegebenenfalls sind auch Veranstaltungen zu betreuen, auf denen Politiker gastieren. Der Schutz von ranghohen Politikern obliegt jedoch im allgemeinen den Behörden. Personenschützer überwachen aber auch Sportereignisse, wenn etwa bei einem Derby gewaltbereite Fangruppen aufeinanderzuprallen drohen.

Wenn man am Ende oder nach der Verpflichtungszeit eine zivilberufliche Ausbildung wie etwa die zum Personenschützer („Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit der Spezialisierung auf Personenschutz“) machen will, ist es wichtig, dass man noch während der Dienstzeit den Antrag beim BFD stellt. Auskünfte zu weiteren Ausbildungsbetrieben in der Sicherheitsbranche gibt auch die Bundesagentur für Arbeit mit der Datenbank KURSNET, die in Online-Form existiert. Generell sollte man sich über die Ausbildungsbetriebe im Vorfeld einer Weiterbildung gründlich informieren, zum Beispiel durch das Internet.

hmk

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