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Handwerk

Wunschberuf Industriemechanikerin

In mehrfacher Hinsicht ist die 16-jährige Sina Lorenz aus Berglangenbach bei Baumholder eine Ausnahmeerscheinung: Nicht nur, dass sie seit sechs Jahren – wie früher ihr Vater – Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist und als einzige Schülerin ein dreiwöchiges Betriebspraktikum während der Hauptschule bei der Bundesfeuerwehr auf dem freiwilligen Feuerwehr absolvierte. Sie hat auch schon früh ganz konkrete Vorstellungen über ihren künftigen Beruf entwickelt – etwas Praktisches sollte es sein, bloß kein Bürojob, und als Berufsfelder kamen für sie dabei nur Holz oder Metall in Frage!

Drei oder vier Bewerbungen, sagt sie, habe sie verschickt, dann war ihr Plan aufgegangen. In Beantwortung einer Stellenanzeige des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums (BwDLZ) Idar-Oberstein, das eine Lehrstelle als Industriemechaniker/-in ausgeschrieben hatte, wurde sie im September vergangenen Jahres dort als Auszubildende eingestellt – als einziges Mädchen, und erstmalig wurde einer Hauptschülerin diese Chance geboten! Zwar fanden ihre Eltern die Berufswahl schon etwas ungewöhnlich, doch der Vater – ein gelernter Karosseriebauer – kennt die Metallbranche aus eigener Erfahrung, und so standen die Eltern hinter ihr, machten ihr Mut. Die praktische Ausbildung in der dreieinhalbjährigen Lehrzeit erfolgt seither unter Leitung von Ausbilder Volker Schub in der Artillerieschule. Schub ist gelernter Werkzeugmacher und ehemaliger Zeitsoldat bei der Raketenartillerie. Seit 1989 arbeitet er als Waffenmechaniker und Ausbilder an der Schule.

Über den gemeinnützigen Bildungsdienstleister Arbeit & Leben gGmbH lässt er die Ausbildung durch außerbetriebliche Lehrgänge unterstützen. Mit Sina ist er sehr zufrieden: „Sie kämpft“ sagt er. Beeindruckt haben ihn ihr Interesse, ihre Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit. Wie es nach der Lehrzeit weitergehen soll, weiß die junge Frau noch nicht. Sie weiß, dass sie nicht beim BwDLZ beschäftigt werden kann. Im erlernten Beruf weiterarbeiten ist eine Option; vielleicht auch einen eigenen Betrieb gründen? Oder bei der Bundesfeuerwehr arbeiten? Sina ist für alles offen.

Derzeit besucht sie über Arbeit & Leben einen zweiwöchigen Lehrgang Elektro-Lichtbogenhandschweißen im Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Er macht ihr Spaß, und sie fühlt sich wohl in der „Männergesellschaft“.

Dr. Lothar Greunke

Kontakt und Infos:
HwK-Berufsbildungszentrum,
Siemensstraße 8,
55543 Bad Kreuznach,
Tel. 0671 / 894013-824 (Herr Duldner oder Herr Schrick),
Fax -888,
BBZ-Kreuznach@hwk-koblenz.de,
www.hwk-koblenz.de

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