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Allgemein

Weiterbildung zum/zur Staatlich geprüften Techniker/-in der Fachrichtung Umweltschutztechnik

Für umweltbewusste Ausbildungssuchende unter den abgehenden Soldaten mit großem Hang zu Naturwissenschaften gibt es eine zweijährige Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Umweltschutztechnik (ohne Schwerpunkt). Diese erfolgt an staatlichen Fachschulen oder an privaten Fachschulen. Zugangsvoraussetzung dafür ist ein Abschluss in einer für diese Tätigkeit einschlägigen Ausbildung mit einjähriger Berufspraxis sowie mindestens ein Hauptschulabschluss. Je nach Bundesland fordern die staatlichen Fachschulen manchmal auch einen mittleren Schulabschluss. Die mindestens einjährige Berufspraxis kann auch ein Praktikum sein. Alternativ nehmen die Fachschulen oft auch Bewerber auf, die einen Berufsschulabschluss mit einer mindestens fünfjährigen Berufspraxis haben.

Berufsbild
Umweltschutztechniker entdecken und reduzieren Umweltbelastungen und achten auf das Einhalten der gesetzlichen Bestimmungen zum Umweltschutz. Dies geschieht durch chemische und technische Messungen sowie Analysen. Die Umweltexperten planen zum Beispiel Maßnahmen, um die Luft rein zu halten, und setzen diese um, indem sie in der Nähe von Industrieanlagen Luftgütemessungen abwickeln; dann prüfen sie, ob die Firmen die amtlichen Umweltschutzrichtlinien einhalten, zum Beispiel in Bezug auf Emissionen.

Die Umwelt-Asse planen und installieren auch Luftreinigungsanlagen. Derartige Arbeitsschritte gelten natürlich ebenso für den Gewässerschutz, wo man die Qualität von Flüssen und Seen analysiert  sowie Kläranlagen überwacht. Hydrologische Messungen kommen noch hinzu. Im Bereich der  Abfallentsorgung sind Proben aus Mülldeponien zu entnehmen und physikalische und chemische Messungen daran vorzunehmen. Abschließend kommt es dann zur Bewertung der Deponie. Somit ist man auch an Umweltschutzmaßnahmen innerhalb der Abfallentsorgung beteiligt. Und an der Planung, Konstruktion, Fertigung und Bauüberwachung von Abfallbehandlungs- und Entsorgungsanlagen. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die umwelttechnische Beratung in der öffentlichen und privaten Abfallwirtschaft.

Interessant sind auch die Beratungs- und Überwachungsaufgaben innerhalb des Naturschutzes im Bereich der Landschaftspflege. Hier wird Vermessen und kartiert. Und: Die Umweltschutztechniker erfassen und vermeiden ökologische Schäden in der Landschaft.

In diesem Beruf ist man auch draußen unterwegs, benutzt Mess- und Prüfgeräte. Umweltschutztechniker verwenden zudem labortechnische Einrichtungen  und computergesteuerte Einrichtungen der Leittechnik sowie CAD-Systeme. Darüber hinaus gibt es viel zu lesen: Bau- und Konstruktionspläne, technische Datenblätter, Emissionskataster, Karten und Pläne, Umweltschutzgesetze sowie technische Anweisungen. Für verwaltende und kaufmännische Tätigkeiten, Preis- und Kostenkalkulationen sowie Organisations- und Planungsaufgaben sind auch Computer zu benutzen.

Umweltschutztechniker finden in der öffentlichen Verwaltung Arbeit, zum Beispiel bei Umweltschutzbehörden oder der kommunalen Gewerbeaufsicht. Weitere Arbeitsorte sind Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen im Umweltbereich oder auch Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche: Betriebe der pharmazeutischen und chemischen Industrie, der Ver- und Entsorgung oder der Kunststoffverarbeitung. Man arbeitet auch in folgenden Bereichen: innerhalb der Produktion von Baustoffen, elektrischen Anlagen und Teilen, Kunststoffwaren, Papier- und Zellstoffen, Holzwerkstoffen, Metall, Schienenfahrzeugen, Kraftwagen und Maschinen. Darüber hinaus kommt ebenso der Bergbau als Einsatzbereich infrage. Umweltschutztechniker arbeiten auch oft innerhalb der Unternehmensberatung.

Ausbildung
Diese Aus- beziehungsweise Weiterbildung dauert in Vollzeit an Fachschulen zwei Jahre (in Teilzeit vier Jahre). Eine Verkürzung ist in den Weiterbildungs- und Prüfungsordnungen der Bundesländer geregelt. Man kann gleich in den zweiten Weiterbildungsabschnitt einsteigen, wenn man über die Hochschul- oder Fachhochschulreife verfügt, bereits die Meisterprüfung abgelegt hat, eine Aufnahmeprüfung bestanden hat oder eine Fachschule derselben (oder verwandten) Fachrichtung besucht hat.

Staatliche Fachschulen nehmen  in der Regel keine Lehrgangsgebühren, wohl aber die privaten Fachschulen. Überall haben die Schüler mit Anmelde- und Prüfungsgebühren zu rechnen. Und mit Kosten für Eignungsprüfungen, Lernmittel, Lehrgänge und Exkursionen. Die wenigen Schulen sind nicht immer in Wohnortnähe vorhanden, sodass eventuell Fahrt- oder Mietkosten anfallen. In diesen finanziellen Fragen der Ausbildung lohnt sich ein Gespräch mit dem örtlich zuständigen Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) noch vor dem Ende der Dienstzeit bei entsprechender Verpflichtungslänge.

Die Inhalte der Weiterbildung zum Umweltschutztechniker ohne Schwerpunkt liegen in den folgenden Gebieten:

  • Umweltrecht
  • Abfall- und Wasserwirtschaft
  • Umweltanalytik, Verfahrenstechnik; Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik
  • Ökologie
  • technische Mathematik
  • Informationstechnik
  • Physik
  • Biologie
  • Chemie
  • Wirtschaft
  • Deutsch/betriebliche Kommunikation
  • berufsbezogenes Englisch

Verschiedene Schulen bieten die Weiterbildung an:

  • Richard-Hartmann-Schule Berufliches Schulzentrum für Technik III (09120 Chemnitz) – keine Schulgebühren
  • Staatliche Gewerbeschule Bautechnik Hamburg (21033 Hamburg) – keine Schulgebühren
  • Berufskolleg Glockenspitz (47809 Krefeld)
  • Bernd-Blindow-Schulen (24233 Schwentinenthal)
  • Freiherr-vom-Stein Berufskolleg (59368 Werne)

Diese Weiterbildung gibt es auch noch in veränderter Form mit bestimmten Schwerpunkten:

  • „Erneuerbare Energien, Energieberatung und ökologische Energieverwendung“ (Hans-Viessmann-Schule in 35066 Frankenberg)
  • „Labortechnik“ (Dr. Eckert Akademie in 93128 Regenstauf)
  • „Verfahrenstechnik“– Staatliche Technikerschule in 10555 Berlin (keine Schulgebühren) und Dr. Eckert Akademie in 93128 Regenstauf
  • „Wasserver- und entsorgungstechnik“ (Staatliche Technikerschule in 10555 Berlin; keine Schulgebühren)
  • „Landschaftsökologie“

Nähere Informationen zu den Schulen liefert die Online-Datenbank „KURSNET“ der Arbeitsagentur.

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