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Ehrenamt und Nachwuchssicherung in der Wirtschaft

Das Ehrenamt ist ein wesentlicher Stützpfeiler der Arbeit u. a. aller Wirtschaftsorganisationen! Dazu gehören etwa Berufslotsen, Prüfer bei beruflichen Prüfungen oder Mitglieder in Beratungsgremien (Beiräte, Ausschüsse, Arbeitskreise) und Selbstverwaltungsorganen, im Handwerk etwa: Kreishandwerks- und Obermeister sowie Lehrlingswarte. Ohne die Mitwirkung engagierter, berufsständisch interessierter Betriebsinhaber und Arbeitnehmer wären die gesetzlich vorgegebenen Aufgaben der Wirtschaftsorganisationen gar nicht zu schultern! Dabei sind die für den zeitlichen Einsatz im Ehrenamt gezahlten Entschädigungen weit von einem echten Ersatz für den Verdienstausfall entfernt. Wie der Name schon sagt: Ehrenamt ist Ehrensache! Dafür ist die Gesellschaft den Amtsinhabern zu Dank verpflichtet und drückt es immer wieder durch Auszeichnungen und Dankfeiern aus. Berufs- und Zeitsoldaten, die über zivilberufliche Qualifikationen (z. B. Meisterprüfung) verfügen, sind gerne als Arbeitnehmer-Vertreter in den einschlägigen Gremien willkommen. Die Zusammenarbeit in Ausschüssen etwa kann dabei für einen Zeitsoldaten wertvolle Beziehungen für eine zivile Berufstätigkeit nach Ausscheiden aus der Bundeswehr knüpfen helfen.

An einem konkreten Beispiel soll dies verdeutlicht werden: Manfred Heinrich ist Elektromeister und Inhaber eines Kleinbetriebes in Kirn. Er ist in Personalunion Lehrlingswart der Elektroinnung Bad Kreuznach, Vorsitzender des Prüfungs- sowie des Schlichtungsausschusses für Lehrlingsstreitigkeiten der Innung und im Privatleben stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr in Kirn. Nach dreieinhalbjähriger Lehrzeit traten jetzt wieder zehn Elektro-Lehrlinge im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer (HwK) Koblenz zur praktischen Gesellenprüfung Teil 2 an. Im Elektrohandwerk macht diese 60 Prozent des Gesamtergebnisses der Gesellenprüfung aus, Teil 1 – die frühere Zwischenprüfung – 40 Prozent. Innerhalb von drei Tagen hatten die Prüflinge einen Kundenauftrag auszuwerten, zu planen, als Brettmontage auszuführen sowie im Rahmen eines Kundengespräches zu begründen. Regisseur dabei ist Manfred Heinrich in seiner Eigenschaft als ehren­amtlicher Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, der die Akzente bei den bundeseinheitlichen Prüfungsanforderungen setzt. An einem der Prüfungstage stand Heinrich parallel dazu zwanzig Meister­schülern eines kürzlich begonnenen Vollzeitkurses zur Vorbereitung auf Teil IV der Meisterprüfung im Handwerk (= Arbeits- und Berufspädagogik), von denen sechs in der Bundeswehr gedient hatten, Rede und Ant­wort über mögliche Kooperationen während der Berufsausbildung von Lehrlingen. Bei der Expertenbefragung wirkte auch der hauptberufliche HwK-Ausbildungsberater mit und stellte Aufgaben, Arbeitsweise und Hilfsangebote dar. Deutlich wurde dabei: Nachwuchssicherung ist das gemeinsame Ziel von Handwerksbetrie­ben und -orga­nisation.

Dr. Lothar Greunke

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