// sie lesen ...

Handwerk

In 15 Monaten vom Feldwebel zum Metallbauer

Andreas Schneck hat klare Vorstellungen zu seiner Zukunft. Der ehemalige Soldat hat im Rahmen des SaZ-Modells eine Ausbildung zum Metallbauer abgeschlossen und bereitet sich momentan auf die Meisterprüfung vor. Im Oktober 2012 wird er dann mit dem Meisterbrief in der Tasche einen eigenen Betrieb eröffnen. „Der Umbau im Heimatort Wirschem läuft bereits, die meisten Fertigungsmaschinen stehen schon in der künftigen Werkstatt“, gibt er einen Einblick in die Zukunftsplanung. Die Worte „eventuell“ oder „vielleicht“ fehlen dabei in seinem Wortschatz: Schneck ist ein „Macher“, der Resultate mehr schätzt als Absichtserklärungen.

Zwölf Jahre war Andreas Schneck, Jahrgang 1979, bei der Bundeswehr und wurde als Soldat zum Fachinformatiker ausgebildet. „Eine interessante Zeit, die mir viele wertvolle Erfahrungen gebracht hat, aber irgendwann stellte sich die Frage: Wie geht es nach der Armeezeit weiter?“, erinnert er sich. Mehrere Beratungsgespräche mit ganz unterschiedlichen Lösungsansätzen schlossen sich an, ohne dass Schneck das Gefühl hatte: Das ist es! Bis er einen Zeitungsbeitrag über das „Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft“ (BzBwWi) mit Sitz in Koblenz las und sich an dessen Leiter Oberst d. R. Hans-Joachim Benner wandte. „Gemeinsam stellten wir eine Planung für meine weitere berufliche Zukunft auf, in der jedes Detail seinen Platz hatte.“ Selbst der unliebsame Papierkram wurde Schneck abgenommen, der sich nun voll auf seine verkürzte Ausbildung zum Metallbauer konzentrieren konnte. Innerhalb von 15 Monaten wurde aus dem Hauptfeldwebel ein Handwerksgeselle, der seine Lehre mit Bestnoten absolvierte.

„Er war sehr zuverlässig, sehr fleißig und versiert, zwischenmenschlich ein wirklicher Zugewinn“, lobt der Ausbildungsbetrieb Marco Löhr in Löf an der Mosel. Das Elektro- und Metallbauunternehmen mit drei Mitarbeitern und zwei Lehrlingen bildete erstmals einen Soldaten auf Zeit aus – „und wir waren wirklich begeistert. Bietet sich die Gelegenheit so ein weiteres mal an, werden wir wieder zugreifen“, macht Elektro-Ingenieur Marco Löhr deutlich. Für beide – Ausbilder und Lehrling – verbinden sich mit der gemeinsamen Zeit sehr gute Erinnerungen.

Nun drückt Andreas Schneck die Meisterschulbank und wird sich anschließend auf den Spezialbereich Edelstahlbearbeitung konzentrieren. Auch hier hat er wieder klare Vorstellungen und weiß, was er will. „In zehn Jahren möchte ich zusammen mit drei Mitarbeitern und zwei Lehrlingen ein wirtschaftlich erfolgreiches Metallbauunternehmen führen“, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort auf die Frage nach Überlegungen zum Unternehmertum. Und auch einen wertvollen Tipp für die aktuellen Soldaten auf Zeit hat er: „Frühzeitig um die eigene Zukunft kümmern und alle Möglichkeiten ausloten!“ Denn die Voraussetzungen, nach der Armeezeit in der Wirtschaft erfolgreich Fuß zu fassen, „sind super. Bei mir hat wirklich alles perfekt gepasst“, bedankt sich Schneck auch bei der Mannschaft des Beratungszentrums.

Text: HwK Koblenz

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.