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Gesundheits- und Pflegeberufe

Gesundheit und Homöopathie als Berufsschwerpunkt

Gesundheit – so lautete das Schwerpunktthema beim 35. Treffen des 1994 gegründeten re­gio­nalen Arbeitskreises „Bundes­wehr & Handwerk“. Es führte seine Mitglieder – 11 Per­so­nal­verantwortliche vom Landeskommando Rheinland-Pfalz/Mainz, der 2. Luftwaffendivi­sion/Bir­kenfeld, der Ar­tillerie­schu­le/Idar-Oberstein, des Führungsunterstützungsba­taillons 282/Kas­tel­laun, des Berufsförderungs­dienstes Trier, des Zen­trums für Nachwuchs­gewin­nung WEST/Mainz sowie der Hand­werks­kammer (HwK) Koblenz – zur Hevert-Arzneimittel GmbH & Co. KG nach Nussbaum.

Die Hevert GmbH & Co. KG
Personalmanager Thomas Buss stellte zunächst in einem filmischen Kurzüberblick das Familienunternehmen vor, das 1956 von Dorothea und Emil Hevert gegründet wurde. Nach Leitung durch Dr. Wolfgang Hevert wird das Unternehmen heute in dritter Generation von Mathias Hevert geführt. Bei Hevert-Arzneimittel verbindet man traditionelle und modernste Fertigungstechnologien mit hohen Qualitätsansprüchen in der Auswahl, Verarbeitung  und Kontrolle der pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ausgangsstoffe. Zu dem ganzheitli­chen Konzept gehört der ständige Dialog mit Naturärzten, Heilpraktikern, Apothekern und Patienten.

Nadja Ulrich aus der Qualitätskontrolle erläuterte am Beispiel des Chinarindenversuchs den Hahnemann’schen Therapie-Grundsatz „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ und das ho­möopathische Prinzip der Potenzierung. Unter Potenzierung (Kraftentfaltung) ist die Ver­dün­nung bei gleichzeitiger „Dynamisierung“ (Verschüttelung oder Verreibung) zu verstehen, da bei vielen Stoffen die Heilkräfte erst durch diese Vorgänge freigesetzt bzw. giftige Substa­n­zen potenziert zu wertvollen Medikamenten werden. Viele der Rezepturen stammen von ehe­maligen Schülern des Pastors Emanuel Felke und sind in abgewandelter Zusammenset­zung noch heute Teil des Hevert Präparatesortiments.

Von ursprünglich 450 Präparaten, die fast alle nach dem Arzneimittelgesetz von 1978 durch „Nachzulassung“ akkreditiert wurden, werden heute ca. 100 produziert und hauptsächlich in Deutschland vertrieben. Das Produktportfolio an homöopathischen Komplexmitteln, pflanz­li­chen Arzneimitteln und Vitaminpräparaten umfasst Injektionslösungen, Tropfen, Tabletten, Dragees, Roll-Ons und Salben für die Indikationsgebiete:

  • Psyche und Schlaf
  • Erkältung, Immunsystem
  • Vitaminmangel
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Migräne, Schwindel
  • Herz, Kreislauf, Durchblutung
  • Allergie, Haut
  • Magen, Darm, Leber, Galle
  • Frauen- und Männerbeschwerden sowie
  • Blase und Niere.

Am Standort Nussbaum befinden sich die Verwaltung, Flüssigarzneimittelproduktion und Ab­füllung sowie die Verpackung von Flüssigarzneimitteln und Tabletten. In Bad Sobernheim sind die Tabletten- und Ampullenproduktion, das Hochregallager, der Zentraleinkauf, Kom­mis­sionierung und Versand sowie die Exportabteilung und Finanzbuchhaltung angesiedelt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 122 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende in den Beru­fen: Bürokaufmann, Chemielaborant, Phar­makant, Fachkaufmann für Marketingkommuni­ka­tion, Fachinformatiker/Fachrichtung Systemin­tegration und Fachkraft für Lagerlogistik.

Bei einem Rundgang durch die Fachabteilungen wurden den Besuchern die beiden Abfüll-Linien für Tabletten und Flüssigarzneien vorgeführt, an denen zwei Mitarbeiter pro Tag 500000 Tabletten verblistern bzw. 4–6 Mitarbeiter pro Stunde 2500 Liter Flüssigarznei in Form von Tropfen abfüllen. Im Herstellbereich, bei konstanter Raumtemperatur und schweb­stoffarmer Luft, erfolgt die Potenzierung unterschiedlicher Urtinkturen. Kleine Mengen wer­den von Hand verschüttelt, größere Mengen übernimmt die „Verschüttelmaschine“, die die menschliche Bewegung nachahmt. Die Ausgangsstoffe aus biologisch, zertifiziertem Anbau bzw. Wildsammlungen werden im Lager angeliefert, anschließend direkt gemahlen und mit einem Ethanol-Wassergemisch nach Herstellvorschriften des Homöopathischen Arznei­buchs (HAB) zur jeweiligen Urtinktur angesetzt. Im Labor schließlich untersuchen und dokumentieren 12 Mitarbeiter die angelieferten und verarbeiteten Pflanzen sowie alle anderen Ausgangsstoffe, wie zum Beispiel Wasser und Ethanol, und die daraus hergestellten Fertig­arzneimittel nach Methoden der derzeit gültigen Arzneibücher.

Die Hevert GmbH als Arbeitgeber
Hevert-Arzneimittel, so Personalmanager Thomas Buss, ist in fünf Abteilungen und 24 Fachab­teilungen untergliedert. Die Abteilungen umfassen die Ressorts: Company Services, Market­ing/Vertrieb/Export, Scientific & Regulatory Affairs, Supply Chain Management sowie Quality Operations. Zwei Drittel der Beschäftigten sind weiblich, ein Drittel männlich. Ne­ben der fach­lichen Qualifikation, vorzugsweise aus der Pharma-Branche, erwartet Hevert von leiten­den Mitar­bei­tern vor allem Führungserfahrungen und das Vorleben der intern festgelegten Grundsätze für Führung und Zusammenarbeit.

Die Vision des Unternehmens ist es, bis 2016 – also 60 Jahre nach Gründung – zu den Top 5 der Homöopathie-Spezialisten weltweit und in Deutschland zu den Top 10 der Spezialisten in Naturheilkunde zu gehören. Als naturverbundenes Unternehmen setzt sich Hevert-Arznei­mittel aktiv für Naturheilkunde, Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und den verantwor­tungsvollen Umgang mit Mitarbeitern und Gesellschaft ein. Die Grundsätze hierfür sind im Hevert Leitbild festgelegt. Groß geschrieben wird bei Hevert die Personalentwicklung, wozu die regelmäßige Weiterbildung seiner Mitarbeiter gehört. Gerne unterstützt Hevert im Vorfeld von Ausbildun­gen und Umschulungen auch Soldaten durch zwei- bis vierwöchige Berufsorientie­rungs­praktika. Für das vorbildliche Engagement in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter wur­de das Familienunternehmen bereits von der Industrie- und Handelskammer ausge­zeich­net.

Dr. Lothar Greunke

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