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Allgemein

Informatik studieren

Die Wurzeln der Informatik liegen in der Elektrotechnik, der Physik sowie der Mathematik. Sie ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen, besonders von der automatischen Verarbeitung mit Rechenanlagen. Die Inhalte beschränken sich heute nicht nur auf die Konstruktion von Computern oder den Umgang mit diesen. Informatik hat jene Systeme zum Gegenstand, in denen Menschen oder Maschinen zusammenwirken, und dies auf Grundlage diverser Regeln. Dabei betrachten Informatiker  die Informationsverarbeitungsprozesse, die in dem System geschehen: Sie verstehen, beschreiben, modellieren und simulieren alle Abläufe. Und entwickeln daraus ingenieurmäßig Informationssysteme wie etwa Computer, aber auch Handys, Notebooks, GPS-Empfänger, medizinische Körpersonden, Armbanduhren oder Großrechner. Das Programmieren derartiger Geräte gehört mit zum Aufgabenbereich. Darüber hinaus kann auch das Programmieren von Software anfallen. Als Informatiker/-in ist man auch in der Systemadministration oder in der Projektleitung tätig.

Bachelor-Studium
Die Universität der Bundeswehr in München vermittelt im Bachelor-Studium Grundkenntnisse auf diesem Arbeitsgebiet, wobei abstrakten Strukturen und Vorgehensweisen mehr Gewicht zukommt als dem Umgang mit Werkzeugen oder Technologien.

Im ersten Studienjahr gibt es eine allgemeine Einführung in die Thematik mit dem Schwerpunkt Software-Entwicklung. Im zweiten Studienjahr folgt ein Team-Projekt zum Programmieren. Zudem kommen Pflichtveranstaltungen über Aspekte von Software- und Rechensystemen, ergänzt durch mathematische und elektronische Grundlagen und theoretische Aspekte der Informatik. Die Studierenden können dann auch Themen wie IT-Sicherheit, Simulation oder künstliche Intelligenz wählen. Im dritten Jahr machen sie schließlich ein Praktikum neben weiteren zu durchlaufenden Lehrveranstaltungen. Drei Monate dauert dann die Abschlussarbeit dieses Bachelor-Studiengangs. Studienbeginn ist im Herbsttrimester.

Studienvoraussetzungen und Kompetenzen
Die Voraussetzungen für ein solches Studium sind recht komplex: Studenten der Informatik sollten über sehr gute Deutschkenntnisse und über gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift verfügen. Ein in der Schule besuchter Leis-tungskurs in Mathematik oder Informatik ist empfehlenswert, aber keine unbedingte Voraussetzung. Ein Vorpraktikum ist nicht vorgeschrieben. Unbedingt sollten Studienbeginner vorher ihre Mathematikkenntnisse auffrischen, vor allem folgende Themen:

• Mengenlehre
• lineare und quadratische Gleichungen
• Polynome
• Logarithmen
• Funktionen
• Nullstellenberechnung
• komplexe Zahlen
• Dualsysteme
• arithmetische und geometrische Reihen
• Limesbildung
• Differentiationsregeln
• Integralrechnung (bestimmtes und unbestimmtes Integral)
• euklidische Geometrie
• analytische Geometrie
• Vektoraddition
• Skalarprodukt
• Vektorprodukt
• elemantare Logik
• Wahrscheinlichkeitsrechnung

Natürlich sind Computerkenntnisse und Wissen über Programmiersprachen oder Betriebssysteme hilfreich, aber nicht zwangsläufig erforderlich. Wer Spaß an Mathematik hat (Mengenlehre und Logik) bringt eigentlich die besten Voraussetzungen mit. Teamfähigkeit sowie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten sind auch gefragt.

Zwingend erforderlich für das Informatik-Studium ist das Fachabitur oder Abitur. Zudem ist der Studiengang – wie alle anderen auch – an eine Dienstverpflichtung von 13 Jahren bei der Bundeswehr gebunden. In dieser Zeit durchläuft man die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes, die das Studium beinhaltet. Die endgültige Verpflichtung auf mindestens 13 Jahre kommt nach erfolgreichem Studienabschluss.

Master-Studium
Der Master-of-Science-Studiengang baut auf dem Bachelor-Studium auf, vertieft dessen Inhalte und dauert ein Jahr und neun Monate. Beginn ist immer im Wintertrimester. Am Anfang sind drei Module in Kerngebieten der Informatik zu belegen. Für die übrigen Inhalte gibt es ein Vertiefungsfach aus folgenden Bereichen:

• Theoretische Informatik
• Software- und Informationsmanagement
• Technische Informatik
• Informationstechnik in Organisationen

Darüber hinaus wählen die Studenten noch mindestens Lehrveranstaltungen aus zwei weiteren Fächern. Und sie besuchen zusätzlich eine Lehrveranstaltung aus einem Anwendungsfach, zum Beispiel Elektrotechnik. Zudem gibt es auch ein Praktikum und die Master-Arbeit, die normalerweise fünf Monate dauert. Absolventen mit dem akademischen Grad Master of Science arbeiten oft im akademischen Bereich oder auch in leitenden Funktionen von IT-Abteilungen. Man kann dann auch promovieren und den Doktor-Titel erstehen.

Bewerbung
Nicht über die Universität der Bundeswehr München läuft die Bewerbung, sondern über das Personalamt der Bundeswehr:

Personalamt der Bundeswehr
Mudra-Kaserne
Kölner Straße 262
51140 Köln
Tel. (0220)3105-0

Die Bewerbungsunterlagen sowie Tipps zur Bewerbung sind bei den Wehrdienstberatern erhältlich (deutschlandweite Te- lefonnummer: 08009800880).

Nach der Begutachtung der eingereichten Bewerbungsunterlagen müssen alle ausgewählten Kandidaten zu einem Eignungstest bei der Offizierbewerberprüfzentrale in Köln gehen. Dort gibt es einen computergestützten Test, einen Sport-test, ein Vorstellungsgespräch sowie ein Gruppengespräch mit kurzem Vortrag. Eine Studienberatung, die die fachspezifische Eignung für ein Studium im Rahmen der Bundeswehr feststellt, schließt das Verfahren ab. Insgesamt dauert diese Überprüfung zweieinhalb Tage. Nach dem Bestehen dieses Eignungstests erhält man eine Zusage für die Offizierslaufbahn mit Studium. Es empfiehlt sich, die Bewerbung ein Jahr vor Studienbeginn einzureichen.

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