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Personen- und Werkschutz

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Sicherheits-Dienstleister: Eine boomende Branche

Museen bewachen, U-Bahnen kontrollieren, an den Gates der Flughäfen das Gepäck sowie die Fluggäste untersuchen und abtasten, Geldtransporte beschützen, auf Firmengelände patrouillieren sowie für Kaufhäuser arbeiten oder bei Konzerten präsent sein: Das Einsatzgebiet privater Sicherheitskräfte ist vielfältig – und es wächst. Denn immer mehr Unternehmen beauftragen Sicherheitsfirmen mit Bewachungsaufgaben. Über 3700 Dienstleister beschäftigen bundesweit rund 170000 Mitarbeiter. Diese Branche erzielt einen jährlichen Umsatz von über 4,4 Milliarden Euro. Somit sind die Beschäftigungsprognosen gut, die Branche boomt.

Gute Beschäftigungsprognosen in vielen Bereichen
Das Sicherheitsgewerbe hat sich zu einem Allround-Dienstleister entwickelt. In Berlin-Neukölln bewachen Sicherheitsleute sogar Schulen. Insgesamt staffelt sich die Beschäftigung in den einzelnen Einsatzgebieten wie folgt:

• Geld- und Wertdienste: 7 Prozent
• Sicherung von Gleisbauarbeiten: 3 Prozent
• Veranstaltungs- und Ordnungsdienste: 7 Prozent
• Militärische Einrichtungen: 5 Prozent
• Werkfeuerwehr: 1 Prozent
• Objekt- und Werkschutz: 35 Prozent
• Öffentlicher Personennahverkehr: 2 Prozent
• Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz: 1 Prozent
• Personenschutz: 1 Prozent
• Kernkraftwerke: 1 Prozent
• Flughafensicherheit: 6 Prozent
• Notrufdienste: 1 Prozent
• Revier- und Streifendienst: 5 Prozent
• Empfangsdienste: 20 Prozent
• Verwaltung: 5 Prozent

Schneller Einstieg möglich
Fast alle Beschäftigten sind Seiteneinsteiger. Und der Einstieg ist vergleichweise einfach. Für den Museumsdienst reicht eine Unterrichtung nach § 34a der Gewerbeordnung. Für die meisten anderen Tätigkeiten ist mindestens die Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung notwendig. Man kann sie bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen. Kosten: 150 bis 200 Euro. Dafür ist zusätzlich ein Vorbereitungskurs sinnvoll. Diesen bieten zahlreiche Bildungsträger an. Vom 40-stündigem Crash-Kurs bis zu 470-stündigen mehrmonatigen Kursen ist alles dabei. Weitere Voraussetzungen sind eine Schufa-Erklärung, ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Mindestalter von 18 und manchmal auch 24 Jahren. Arbeitgeber achten auch auf gute Deutsch- und Computer-Kenntnisse, Menschenkenntnis und ein gepflegtes Auftreten.

Ehemalige Soldaten sind gefragt
Sowohl ehemalige Bundeswehrsoldaten als auch Polizisten haben besonders gute Karten in der Branche. Oft erfolgt die Ausbildung durch das Unternehmen, in dem die Beschäftigten später arbeiten. Die Mitarbeiter kommen meist aus verschiedenen Berufszweigen.

Bundesweiter Mindestlohn ab 2013
Trotz der blühenden Situation der Branche verdienen gering Qualifizierte ohne gängige Berufsabschlüsse oft nicht so gut. Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS) hat jetzt in Brandenburg und Berlin mit der Verdi-Gewerkschaft einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Er gilt seit 1. Januar 2011. Die Lohnuntergrenze hat sich demnach von 6,00 auf 6,53 Euro in der Stunde erhöht. Baden-Württemberg hat die höchsten Löhne für Geringqualifizierte: 8,46 Euro. Bundesweit soll sich bis 2013 der Mindestlohn in der Branche verpflichtend auf  7,50 Euro anheben. Es ist wichtig, die Löhne abzusichern, denn die europäischen Arbeitsgrenzen haben sich zum 1. Mai 2011 geöffnet. Das könnte theoretisch bedeuten, dass sich günstigere Firmen mit noch niedrigeren Löhnen grenzüberschreitend in Europa niederlassen – und auch in Deutschland ansiedeln. Die Niedriglohnkonkurrenz naht.

Qualifizierte Arbeitnehmer verdienen besser
Doch es gibt im Sicherheitsgewerbe auch besser bezahlte Jobs. Beispielsweise Luftsicherheits-Assistenten (Luftsicherheitsbeauftragte) können unter Umständen mehr bekommen. Richtig gutes Geld verdient jedoch, wer eine Ausbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit abgelegt hat oder zum Wachleiter aufsteigt: bis zu 2900 oder 3000 Euro Bruttolohn im Monat. Der berufliche Aufstieg ist jedoch für Seiteneinsteiger im Sicherheitsgewerbe nicht leicht und dann erst nach mehrjähriger Berufspraxis möglich. Die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist hingegen eine einheitlich geregelte, dreijährige Ausbildung, nach der sofort eine Weiterbildung zum Meister möglich ist und nach der man einen höheren Lohn erhält. Hier existieren für SAZ verkürzte Umschulungsmöglichkeiten (nur sieben bis neun Monate).

Studiengänge
Es gibt auch einen 18-monatigen Studiengang an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Kiel-Alten­holz. Er heißt „Kontaktstudium Sicherheitsmanagement“ und qualifiziert für leitende Positionen im Sicherheitsgewerbe. An der Hochschule der Polizei in Hamburg gibt es einen dreijährigen Bachelor-Studiengang „Sicherheitsmanagement“.
Hans Martin Krause

Diskussion

Ein Kommentar zu “Sicherheits-Dienstleister: Eine boomende Branche”

  1. Ich unterrichte selber als Dozentin in den Bereichen der Sicherheit.

    Was sagen Sie einem jungen Menschen der von der Schulbank kommt – ?

    Das Sicherheitsgewerbe ist ein BEruf mit Zukunft? Sicherlich!

    Wenn Sie sich hocharbeiten können Sie viel im beruflichen erreichen?
    Sicherlich!

    Wenn es um den Veranstaltungsschutz geht – es ist toll – Sicherlich!

    Aber – dann kommt das große Aber!!!

    Was verdienen diese Leute im VEranstaltungsschutz?

    Es ist ein Witz!!!!!!!

    Viele Verantalter wollen SPAREN!!!
    Viele Sicherheitsfirmen – nur um etwas Geld zu verdienen – b egehen Preisdumping!!!!!!

    Was bekommen die Leute die hier für Sicherheit sorgen?????

    Maximal zwischen 4 Euro und ab und zu?? grins?? tariflohn – extra kleingeschrieben!!!!

    Es ist lachhaft!!!!!!!!

    Warum ist keiner in der Lage diese Dumping-Preise zu drosseln?

    Warum machen sich die Veranstalter nicht einmal darüber Gedanken – dass hier Frauen und Männer stehen die für Sicherheit sorgen und immer darauf gefasst sein müssen – dass sie evtl. ins Krankenhaus müssen – wegen Schlägereien – und das für so wenig Geld!!

    Warum ist hier niemand fähig diese Leute – die Geld sparen wollen zu stoppen???

    Man sollte sich darüber mal Gedanken machen- Ich bin nicht alleine diejenige die sich darüber Gedanken macht.

    Gru0
    Karin Fischer

    Geschrieben von Karin Fischer | September 18, 2011, 10:07

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