// sie lesen ...

Allgemein

Herausforderungen der Zukunft als Chance ergreifen

Auf Einladung des Deutschen Bundeswehr Verbandes gab der Präsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, Werner Wittlich, beim Jahresempfang der Standortkameradschaft Koblenz-Lahnstein vor rund 100 Soldaten, Reservisten und Vertretern der Gebietskörperschaften einen Einblick in die Zusammenarbeit von Handwerk, Wirtschaft und Bundeswehr.

In seiner Begrüßung skizzierte Oberstleutnant Alfred Schmitz, als Vorsitzender der Standortkameradschaft, das erfolgreiche Miteinander zwischen den Einrichtungen der Wirtschaft und der Streitkräfte in der Region Mittelrhein und weit darüber hinaus. Lebendiger Ausdruck dafür sei das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi), das sich seit 1999 unter dem Dach der HwK Koblenz für einen regen Personalkreislauf engagiere, von dem beide Seiten bereits intensiv profitiert hätten.

In seinen Ausführungen beleuchtete Wittlich zunächst die Konjunkturlage im Handwerk, das „nicht nur gut durch die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen ist, sondern sich als der stabilisierende Faktor darin erwiesen hat“. Der Kammerpräsident machte deutlich, dass die Betriebe mit ihren engagierten Inhabern und Mitarbeitern die Grundlage für die positive Handwerkskonjunktur aktiv gelegt hätten: „Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der intensiven Aus-, Weiter- und Fortbildung, die zum Dreiklang aus Lehrling, Geselle und Meister gehört. Damit rüstet sich das Handwerk – unterstützt durch flächendeckende Angebote der Handwerkskammer – für den längst eröffneten Wettbewerb um die besten Fachkräfte.“

Mit Blick auf die demografische Entwicklung erinnerte Wittlich daran, dass „der Lehrstellenmarkt drastisch ins Rutschen gekommen ist und wir bereits für das Ausbildungsjahr 2011/ 12 mehr Lehrstellen als Bewerber erwarten. Weniger Lehrlinge bedeuten in der Folge auch weniger Gesellen und Meister – und Unternehmer“. Um zukünftig ein ausreichendes Angebot an qualifiziertem Fachpersonal sicherzustellen, werde es immer wichtiger, beispielsweise Mädchen für technische Berufe im Handwerk zu gewinnen. Auch deswegen investiere das Handwerk in seine bundesweite Imagekampagne. Vergleichbares gelte aber auch für die Streitkräfte. „Den erforderlichen Nachwuchs bekommt ein Arbeitgeber nur, wenn er attraktiv ist, wenn er ein gutes Image hat, wenn er Perspektiven für ein ganzes Berufsleben aufzeigen und eröffnen kann.“

Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen
Eine entscheidende Herausforderung für die personelle Zukunft der Streitkräfte wie des Handwerks und der Wirtschaft insgesamt stelle ein umfassendes Personalmanagement dar, das beginnend mit den Schulen auch die größeren und kleineren Unternehmen einbeziehe. „Die Soldaten, die in unseren Betrieben einmal ausgebildet wurden und sich für einen längeren Dienst in den Streitkräften verpflichten, müssen Perspektiven für die Zeit nach der Bundeswehr erkennen und beste Rahmenbedingungen zur Vorbereitung auf ihre späteren Arbeitsplätze vorfinden.“

Als Beispiel für eine effiziente Qualifizierungs- und Berufsberatung benannte HwK-Präsident Werner Wittlich das BzBwWi unter der Leitung von Oberst d.R. Hans-Joachim Benner. „Es entwickelt von Koblenz aus in enger Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, den Organisationen der Wirtschaft, Hochschulen, Unternehmen und besonders mit Ihnen, dem Deutschen BundeswehrVerband, erfolgreiche Zukunftsstrategien. Es begreift und nutzt die Herausforderungen der Zukunft als Chance und folgt dem Motto ‚Aus der Wirtschaft zur Bundeswehr und durch die Bundeswehr höher qualifiziert zurück in die Wirtschaft’“.

Das 2008 begonnene Modell zur „Fachlichen Qualifizierung in verkürzter Form“, über das Soldaten auf Zeit während nur 15 Monaten in ausgewählten Handwerksberufen zur Gesellenprüfung geführt werden, „ohne dass dabei der Prüfungsanspruch reduziert wird“, wie Wittlich unterstrich, sei ein Beispiel dafür, wie aus der Zusammenarbeit von Bundeswehr und ihrem Berufsförderungsdienst (BFD) einerseits, den Unternehmen des Handwerks und der HwK andererseits ein Beitrag zur Fachkräftegewinnung und -sicherung geleistet würde. Dass dies keine Einbahnstraße zugunsten der Wirtschaft sei, verdeutlichte er mit dem Hinweis darauf, dass „der Preis für die Fach- und Führungskräfte der zeitlich begrenzte Verzicht auf unsere Gesellen und Meister ist, die sich für den Dienst in der Bundeswehr und danach als Reservist entscheiden. Das wissen wir – und damit erklären wir uns nicht nur einverstanden, sondern das unterstützen wir auch“.

Der Kammerpräsident erinnerte auch daran, dass bereits 2002 die Wehrdienstberatung unter dem Dach der HwK im Beratungszentrum integriert wurde. „Die Leistungsbereiche sind verzahnt, dem Wehrdienstberater steht der Zugang zu unserem Informations- und Beratungssystem offen. Lehrlinge im 3. und 4. Ausbildungsjahr erhalten so im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung in unseren modernen Berufsbildungseinrichtungen Erstinformationen aus erster Hand über den Dienst in der Bundeswehr.“

In seinem Fazit hob Wittlich hervor, dass bei Bundeswehr und Wirtschaft im Mittelpunkt der Zusammenarbeit „immer der junge Mensch, die Soldatin, der Soldat, die Fach- und Führungskraft, der Existenzgründer steht“.
Umrahmt wurde der Jahresempfang durch ein Bläserquintett aus dem Koblenzer Heeresmusikkorps 300.

Informationen zum Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
Tel. (0261) 398-127, Fax -934
E-Mail: info@bundeswehr-wirtschaft.de
Internet: www.bundeswehr-wirtschaft.de

Text: HwK Koblenz

Diskussion

Kommentare sind für diesen Beitrag nicht zugelassen.

Kommentare geschlossen.