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Feierliches Gelöbnis der ersten Freiwilligen im Hunsrück

Am 13. April hat auf dem Schlossplatz in Simmern das erste Feierliche Gelöbnis von ausschließlich freiwillig Wehrdienst Leistenden nach Aussetzung der Wehrpflicht stattgefunden. 124 junge Männer und Frauen des Führungsun­terstüt­zungsbataillons 282 aus Kastellaun und des Lazarettregiments 21 aus Rennerod gelobten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Zu der Zeremonie hatte der stellvertretende Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 282, Oberstleutnant Olaf Stamm, eingeladen. Festansprachen hielten Stadtbürgermeister Dr. Andreas Nikolay und der rheinland-pfäl­zi­sche Landtagspräsident Joachim Mertes. Bürgermeister Dr. Nikolay dankte den Freiwilligen für ihr nicht selbstverständliches Engagement für unser Land. Er freute sich, dass nach zwölf Jahren erstmals wieder ein Feierliches Gelöbnis in Simmern stattfände, der Patenstadt der 4. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 282.

Landtagspräsident Mertes stellte klar, dass die Bundeswehr im Mittelpunkt der Gesellschaft stehe und dass deshalb das Feierliche Gelöbnis mitten in Simmern der adäquate Ausdruck hierfür sei. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die Aussetzung der Wehrpflicht nur als der Volkswirtschaft geschuldet ansehe. Die Wehrpflicht sei nach ihrer Einführung in der Zeit der napoleonischen Kriege immer legitimes Kind der Demokratie gewesen. Dies finde seinen Ausdruck in dem Schwarz-Rot-Gold der Truppenfahnen. Nun sei die Bundeswehr eine „andere“ Armee geworden.

Viele „Hausaufgaben“ seien von den Bundespolitikern noch zu erledigen, um die Attraktivität des Militärdienstes und die Sicherstellung der deut­schen Bündnisverpflichtungen zu gewährleisten. Neben der Definition natio­naler Sicherheitsinteressen zählte er die Ableitung eines Fähigkeitsprofils für die Bundeswehr, eine diesem Profil entsprechende qualitative und quantitative Ausstattung der Truppe sowie schließlich den dafür erforderlichen Finanzbedarf festzulegen auf. Er schloss mit der offenen Frage, wie viel denn die Bürger für die „neue“ Armee zu zahlen bereit seien? Den Freiwilligen, die sich in der jetzigen Übergangssituation zum Wehrdienst gemeldet hätten, zollte er großen Respekt. Die Tugenden Treue und Tapferkeit zu leben, seien in dieser Situation nicht leicht. Sie verlange ein hohes Maß an Entbehrungsbereitschaft!

Der stellvertretende Bataillonskommandeur Oberstleutnant Stamm unterstrich zum Schluss, dass die Bundeswehr die Freiwilligen vor große Anforderungen stelle: monatelange Abwesenheit von Zuhause, körperliche Beanspruchung, fordernden Dienst im In- und Ausland, aber auch das Erleben von Kameradschaft und Fürsorge. Darüber hinaus biete die Bundeswehr ihnen vielfältige Qualifizierungsmöglichkeiten, um nach dem Wehr­dienst im Zivilleben schnell und sicher Tritt fassen zu können. Er forderte alle Freiwil­ligen auf, frühzeitig eigene Zivilberufsperspektiven zu entwickeln und die Angebote der Bundeswehr zur Berufsförderung zu nutzen.

Dr. Lothar Greunke

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