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Kritik am Umgang mit Reservisten

Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, hat in seinem am  25. Januar 2011 vorgestellten Bericht den Umgang mit selbstständigen Reservisten – insbesondere mit Ärzten – kritisiert. Der Wehrbeauftragte schrieb:  „Es ist nicht nachvollziehbar, wie mit diesen so benötigten Reservisten umgegangen wird.“

Außerdem betonte Königshaus, dass künftig gut ausgebildete Reservistinnen und Reservisten noch stärker als bisher von der Truppe gebraucht werden, und er forderte deshalb die Bundeswehr dazu auf, einen konfliktfreien Wechsel zwischen der zivilberuflichen Tätigkeit und dem Dienst in den Streitkräften zu ermöglichen. Er sagte: „Zu Recht fordert die Strukturkommission der Bundeswehr, den Seiteneinstieg für Reservistinnen und Reservisten zu erleichtern und die Beförderungsmöglichkeiten von starren, überkommenen Vorgaben zu lösen.“

Gerd Höfer, Präsident des Reservistenverbandes, lobte die Äußerungen von Königshaus,  Höfer sagte: „Die Bestimmungen des Unterhaltssicherungsgesetzes müssen dringend angepasst werden.“ Zum Hintergrund: Die letzte Anpassung der sogenannten Mindestleistung erfolgte vor 20 Jahren. Die zustehenden Tagessätze liegen deshalb häufig unter denen der Sätze für Hartz IV.

Dazu meinte Verbandspräsident Gerd Höfer: „Die Bundeswehr braucht unbedingt eine Reform der Soldatenlaufbahnverordnung.“ So müsse zum Beispiel die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes endlich auch für Reservisten geöffnet werden. „Es gibt viele Spezialisten ohne Studium oder Abitur, die bisher keine angemessene Förderung von Seiten der Bundeswehr zu erwarten haben.“ Diese Missstände führten letztlich dazu, dass sich qualifizierte Reservisten fragen, warum sie zur Bundeswehr gehen sollen und dabei die Unannehmlichkeiten des militärischen Dienstes – oft weit weg von der Familie – auf sich nehmen müssen.

Der Reservistenverband hofft nun im Zuge der bevorstehenden Bundeswehrreform auf schnelle Änderungen und Anpassungen. „Die Bundeswehr braucht die qualifizierten Reservisten dringend, denn sie ist nur noch auf Freiwilligkeit angewiesen“, so Höfer.

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