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Bundeswehr als neuer Arbeitgeber?

36 Metall- und Baulehrlingen des vierten bzw. dritten Lehrjahres, die sich zum Ende ihrer Lehrzeit im Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz befinden, stellte Oberleutnant Julian Sandig, Wehrdienstberatungsoffizier beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung WEST aus Mainz, die Bundeswehr als potenziellen neuen Arbeitgeber vor.

Die Kammer bot damit den Lehrlingen während der überbetrieblichen Unterweisung Beratungsgelegenheit vor Ort über Anforderungen an den Militärberuf, Verlauf von Ausbildung und Verwendung sowie Entwicklungsperspektiven als Zeitsoldat. Dr. Lothar Greunke, Leiter des HwK-Zentrums, unterstrich einleitend die enorme Bedeutung einer kontinuierlichen Berufspraxis nach Abschluss der Gesellenprüfung: Erfahrung und Routine sind für eine erfolgreiche Berufslaufbahn unverzichtbar! Nach Abfrage der Lehrlinge hatten nur sehr wenige bislang eine Übernahmezusage seitens ihrer Ausbildungsbetriebe. Andererseits benötige die Bundeswehr nach Aussetzung der Wehrpflicht aber qualifizierte Fachkräfte in Spezialfunktionen, etwa in der Pionier- oder in der Instandsetzungstruppe. Da könne, so Greunke, der Militärdienst durchaus eine Alternative nach der Gesellenprüfung sein, um die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten aktuell zu halten. Zudem erwerbe wer beim Bund zivilberufsnah eingesetzt wird, anrechenbare Gesellenjahre für eine spätere Meisterprüfung.

Oberleutnant Sandig machte deutlich, dass die Bundeswehr hohe Erwartungen an die Bewerber als Zeit- und Berufssoldaten richte. Neben körperlicher Fitness und Belastbarkeit gehören dazu nicht zuletzt auch die uneingeschränkte Bereitschaft zu Versetzungen und weltweiten Auslandseinsätzen – Erwartungen, die insbesondere für Partner- und Familienbeziehungen große Belastungen mit sich bringen können. Andererseits sei der Soldatenberuf, wie selten ein Beruf, vielseitig und abwechslungsreich. Nach Ablauf der Verpflichtungsdauer ist für über 90% der Zeitsoldaten dann die Rückkehr in den Zivilberuf der Normalfall. Hierzu erwerben sie Berufsförderungsansprüche, die zur Qualifizierung durch berufliche Fort- und Weiterbildung dienen. Damit aber die Rückkehr in den Zivilberuf gelingt, sind von jedem einzelnen Selbstverantwortung, Planung, Initiative und Durchhaltevermögen gefordert. „Die Bundeswehr“ – so Sandigs Vergleich – „halte zwar eine Menge Delikatessen bereit, aber zugreifen und essen, das muss jeder selbst!“

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