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Logistik- und Verkehrsberufe

33. Treffen im Autozentrum Fleischhauer Bad Kreuznach

Autos – das war Schwerpunktthema beim 33. Treffen des in 1994 gegründeten regio­nalen Arbeitskreises „Bundes­wehr & Handwerk“. Es führte seine Mitglieder in das Autozentrum Fleischhauer Bad Kreuznach: 17 Per­sonalführer vom Landes­kommando Rheinland-Pfalz (Mainz), der 2. Luft­waffendivi­si­on (Bir­kenfeld), der Ar­tillerie­schu­le (Idar-Oberstein), dem Artillerielehrregiment 345 (Ku­sel), dem Füh­rungsun­ter­stüt­zungs­ba­taillon 282 (Kastellaun), dem Berufsförderungs­dienst Trier, dem Zen­trum für Nachwuchs­gewin­nung WEST (Mainz) sowie der Hand­werks­kammer (HwK) Koblenz.

Familienunternehmen mit vielen Standorten
Personalleiter Bernhard Stiens von der Zentrale des Familienunternehmens in Köln gab zunächst einen Überblick über die Unternehmensgruppe, die an elf Standorten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Filialen betreibt. Gegründet in 1924, hat sich die Gruppe kontinuierlich vergrößert und auf die Marken VW, Au­di, Porsche, Seat und Skoda spezialisiert.

Am 1. Dezember 1993 wurde, da es keinen Nachfolger gab, der ehemalige Bad Kreuznacher Familienbetrieb Walter von Hoff übernommen und in die Gruppe eingegliedert. Sie beschäftigt heute circa 900 Mitar­bei­ter, davon 20 Prozent im Verkauf, 52 Prozent im Service, 7 Prozent im Teiledienst, 2 Prozent für In­dus­trie­pro­duk­te und 6 Prozent in der Geschäftsführung. Der Rest entfällt auf circa 100 Auszubildende, die in ge­werb­li­chen und kaufmännischen Berufen ausgebildet werden. In 2009 wurden insge­samt circa 20000 Autos verkauft (54 Prozent Neu-, 64 Prozent Gebrauchtwagen); der Umsatz betrug rund 441 Mio Euro.

Etwa 1 Prozent der Gesamtbelegschaft sind ehemalige Zeitsoldaten, an die gleicher­ma­ßen  fachliche und soziale Anforderungen gestellt werden. Die Unternehmensgruppe ermöglicht Praktika und Coachings zur  Berufsorientierung. Auch die Abkömmlichstellung von Mitarbei­tern zu Wehrübungen wird unter Berücksichtigung von Filialgröße und aus­ge­üb­ter Funktion im Rahmen vernünftiger Grenzen akzep­tiert. Derzeit wird überlegt, ob eine Kooperation im Rahmen des „Schaumburger Modells“, also Ausbildung von gewerblich-technischen Fachkräften für und gegen Entschädigung durch die Bundeswehr, möglich ist.

Autozentrum Fleischhauer Bad Kreuznach
Markus Schmitt, Geschäftsleiter des Autozentrums Fleischhauer Bad Kreuznach, stellte vorab die Kundenzufriedenheit als oberstes Ziel „seines“ Hauses heraus. Der von Walter von Hoff in 1935 gegründete Betrieb war nach der Zerstörung im Krieg 1948 wieder aufgebaut worden, beschäftigte 80 Mitarbeiter und wurde in den 1960er/70er Jahren Marktführer im Großraum Bad Kreuznach. Die Mitarbeiterzahl ist noch heute fast unverändert gleich: Das Autozentrum Fleischhauer ist Arbeitgeber für 76 Mitarbeiter, davon 18 im Verkauf, 40 im Service, 6 im Teiledienst, 2 in der Geschäftsleitung sowie 10 Auszubildende, davon einer kaufmännisch und neun gewerblich.
Großgeschrie­ben wird die Personalentwicklung, in deren Rahmen alle Mitarbeiter nach individuel­len Schulungsplänen interne und externe Weiterbildungen nach Herstellerrichtlinien besuchen. Qualifizierungen erfolgen bereits während der Ausbildung und werden nach DIN-ISO zertifiziert, d.h. mit Diplomen abgeschlossen, die markenübergreifend anerkannt werden.

Von der Belegschaft wurden bislang ehemalige Zeitsoldaten als stellvertretender Geschäftsleiter, Verkaufsleiter und -be­rater, Neuwagenkoordinator, Kundendienstmeister oder Service­tech­ni­ker eingesetzt. Ehemaligen Feldwebeln und Offizieren mit Berufsabschluss als Meis­ter, Techni­ker, Ingenieur oder Betriebs­wirt stehen grundsätzlich alle Positio­nen offen. Das höhere Lebensalter von ehemaligen SaZ wird wegen der allgemeinen Lebens­reife und Führungserfahrung generell als vorteilhaft eingeschätzt.

Bei einem Rundgang durch die Betriebsräume wurde deutlich, wie stark Herstellerrichtlinien für eine Lizenzvergabe sowohl das äußere Erscheinungsbild von Auto­häusern als auch die Arbeitsabläufe beeinflussen. Besichtigt wurde die Kundenannahme, in der vier Meister gemeinsam mit den Kunden die Schadfahrzeuge inspizieren, vier große Showrooms mit den neuesten Modellen von VW und Audi, Seat und Skoda sowie die Werkstätten „Modell 2000“ für Fahrzeugreparaturen, Fahr­zeug­lackierung und das Ersatzteillager, das zweimal täglich Zulieferungen erhält.

Im Schlussgespräch wurden die Arbeitskonditionen erläutert. Diese sind durch Ta­rif­verträge mit der IG Metall festgelegt und regeln jeweils regional Wo­chenarbeitszeit, Ur­laubsan­spruch und Einkommen je nach Tätigkeitsbereich. Abschließend wurde den Besuchern eine jederzeit „offene Tür“ ange­boten und für eine Kontakt­aufnahme die Homepage www.fleischhauer.com empfohlen.

Dr. Lothar Greunke

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