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Bewältigung des strukturellen Wandels

„Gemeinsam meistern wir die Herausforderungen und sichern die personelle Zukunft“, stellte der Leiter des Beratungszentrums Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) unter dem Dach der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, Oberst d.R. Hans-Joachim Benner, während der Vorstellung des Jahresberichts 2010 fest. Er verwies auf die seit elf Jahren überaus erfolgreiche Arbeit des BzBwWi unter der Trägerschaft der HwK Koblenz sowie der Industrie- und Handelskammern Koblenz und Limburg, die bundesweit vorbildlich sei und sich bewährt habe.

Im zurückliegenden Jahr wurde intensiv über die Zukunft der Streitkräfte diskutiert – sowohl in der Politik als auch in der Bundeswehr. Einerseits legte die von Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg im April 2010 eingesetzte Strukturkommission unabhängige Vorschläge zum Umbau der Streitkräfte vor. Andererseits profitierten Handwerk, Industrie und Handel von einem nachhaltigen Aufschwung, der zu einer gestiegenen Nachfrage nach Fach- und Führungskräften führt. Vor diesem Hintergrund werden gleichermaßen die Neugestaltung der Bundeswehr wie die wirtschaftliche Entwicklung auch Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und der Wirtschaft haben.

Für das BzBwWi war somit 2010 ein Jahr voller Bewährungen, zugleich aber auch der Weichenstellungen. Im Zentrum stand die Weiterentwicklung der „fachlichen Qualifizierung in verkürzter Form für Soldaten auf Zeit“ (SaZ-Modell) als zukunftsweisendes Projekt der Nachwuchsgewinnung sowohl für die Streitkräfte als auch für Handwerk und Industrie. Über die bisherigen Angebote in den Ausbildungsberufen zum Anlagenmechaniker, Elektroniker, Feinwerkmechaniker und Metallbauer ist eine Erweiterung der Berufsangebote geplant.

Die Veranstaltungen „Karriere Wirtschaft“ wurden in Zusammenarbeit mit den regionalen militärischen Verbänden und Einheiten, dem Berufsförderungsdienst (BFD) und den Zentren für Nachwuchsgewinnung (ZNwG) der Bundeswehr und dem Deutschen Bundeswehr Verband e.V. (DBwV) erfolgreich bundesweit erweitert. Bildungsgänge und Integrationsmaßnahmen für Soldaten wurden entwickelt und neue Strukturen der Stellenangebote für Fach- und Führungskräfte geschaffen. Der Fachbereich der nichtakademischen Gesundheitsfach- und Pflegeberufe hat in der Kooperation einen immer größeren Stellenwert eingenommen. Mit der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr Hamburg und der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) Koblenz gab es erste Gespräche und Aktivitäten, durch die vielfältige Praktika- und Bildungsmöglichkeiten für Soldaten auf Bachelor- und Masterebene geschaffen werden.

„Das Angebot muss flexibel organisiert sein, um sich maßgeschneidert in die zivil-militärischen Berufsbiografien einzupassen“, so Benner. Ziel aller Aktivitäten des Jahres 2010 war es, das Potenzial gut ausgebildeter junger Menschen aus der Wirtschaft für die Bundeswehr und im Umkehrschluss gut ausgebildete Soldaten auf Zeit (SaZ) für die Wirtschaft zu erschließen, sie zu qualifizieren und in die Unternehmen zu integrieren.

Bilanz und Ausblick
Auf Einladung der Streitkräfte und der Wirtschaft informierte das Team des BzBwWi in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern bei 91 Veranstaltungen bundesweit an 38 Standorten 2644 Soldaten und 1008 Führungskräfte aus Bundeswehr, Politik und Wirtschaft über die Leistungen der Kooperation Bundeswehr und Wirtschaft. 3283 SaZ erhielten von Koblenz aus zusätzliche Informationen, Tipps und umfangreiche Materialien sowie 764 SaZ eine individuelle Beratung und Berufswegplanung für eine Integration in die Wirtschaft.

„Es ist weiterhin eine enge Zusammenarbeit erforderlich, um den Bedarf an qualifiziertem Personal für die Wirtschaft und die Bundeswehr sicherzustellen“, betont Benner. Die Unternehmen seien auf die Formen der Kooperation im Hinblick auf die Ressource Personal vorzubereiten, auch müssten sie Hilfestellungen entwickeln und die bestehenden Ansätze verstärken. Eine herausragende Bedeutung, so Benner weiter, komme hierbei den Aktivitäten der Beratungszentren von Industrie, Handel und Handwerk zu. Aber auch die Politik sei gefordert, um die Bewältigung des strukturellen Wandels durch eine aktive Kooperation zwischen Bundeswehr und Wirtschaft zu unterstützen. „Das bringt uns zusätzliche Synergien und Lösungen. Gewinner dabei sind in gleichem Maße das Personal von Wirtschaft und Bundeswehr.“

Informationen zum Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft
Tel.: (0261) 398-127
Fax: (0261) 398-934
E-Mail: info@bundeswehr-wirtschaft.de
Internet: www.bundeswehr-wirtschaft.de

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