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Logistik- und Verkehrsberufe

Racing-Team startet Contest am Hockenheimring

Bei der „Formula Student Germany“ vom 4. bis 8. August 2010 in Hockenheim wird auch das Racing-Team der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg starten – als einziges Team der Hansestadt. Ab dem 4. August 2010 wetteifern am Hockenheimring wieder die besten Automobilbauer der Zukunft um Preis und Pres-tige in einem der bekanntesten Nachwuchswettbewerbe der Branche: der „Formula Student Germany“. Das „Eleven O-Six“-Team der Helmut-Schmidt-Universität ist mit dabei. Als einziges Team einer Hamburger Hochschule konnten sich die 30 Studierenden der HSU in diesem Jahr für das Rennen qualifizieren. Mehr als 120 Teams aus 25 Nationen hatten sich um einen der 78 Startplätze beworben. Die Mannschaft der HSU hat zum dritten Mal in Folge einen gewonnen. „Wir sind sehr stolz, dass wir wieder dabei sein können“, sagt Projektleiter Marc Fette.

Bei der „Formula Student“ treffen Studierende aus allen Teilen der Welt zusammen, um Experten aus Motorsport, Automobil- und Zulieferindustrie ihre selbst konstruierten Rennwagen zu präsentieren. Anders als in der „Formel 1“ gewinnt hier nicht das schnellste Auto, sondern das mit dem besten Gesamtkonzept für Entwurf, Kons­truktion, Finanzierungsplan und Verkaufsstrategie. In jedem Team arbeiten Maschinenbauer, Elektrotechniker und Wirtschaftswissenschaftler eng zusammen. Es ist der erste große Praxistest vor dem Start ins Berufsleben. Ins Leben gerufen wurde der Contest am Hockenheimring 2006 vom Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI). Vorbilder waren vergleichbare Events im britischen Silverstone und den USA. Ziel ist, den Nachwuchs zu fördern. Die Studierenden bekommen die Vorgabe, für nicht-professionelle Freizeit-Fahrer den Prototypen eines Einsitzer-Rennwagens zu entwickeln. Dieser Monoposto muss schnell beschleunigen, sehr gut bremsen und einfach zu handhaben sein. Er soll einen hohen Fahrkomfort aufweisen und hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Letzteres wird in strengen Tests durch die Dekra geprüft. Geld und Material werben die Teams selber an. „Wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach Sponsoren“, sagt Marc Fette. Die „Formula Student Germany“ zählt zu einem der bes-ten Konstruktions-Wettbewerbe der Welt. Unter den Teilnehmern sind nicht nur Teams aus Deutschland und Europa, sondern auch aus den USA, Kanada und Australien. Der Wettbewerb gilt als größte Jobmesse der Branche und als gute Chance für die Studierenden, sich zu vernetzen.

Weitere Informationen:
Marc Fette
Telefon: 0160 /97740909
marc-fette@hsu-hh.de
www.hsu-racing.de

Ein Team, ein Auto, ein Ziel – FSG Hockenheim 2009
Als ich das erste Mal von der Formula Student Germany (kurz: FSG) gehört habe, konnte ich mir erst einmal gar nichts darunter vorstellen. Als mir dann erklärt wurde, was es damit auf sich hat, schien die Idee simpel und einleuchtend: mit einem selbstgebauten Rennwagen über den Hockenheimring rasen! Diese Vorstellung lässt nicht nur die Herzen von Rennsportbegeisterten höher schlagen. Sehr schnell wurde mir klar, welches Ausmaß hinter dieser ganzen Geschichte steckt: Rund 40000 Euro stecken in unserem Rennwagen R.U.S.H. 09, der dieses Jahr unter dem Motto „White Tiger“ gebaut wurde. Entgegen der naheliegenden Vermutung bekommt unser Eleven-O-Six Racing Team kein Geld  von der Bundeswehr, dem Träger der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Um dieses kostenintensive Projekt realisieren zu können bedarf es immer vieler Sponsoren.  „Ohne die Unterstützung unserer internen und externen Partner wäre unser bisheriger Fortschritt nicht denkbar.“ betont unser Team immer wieder. Um einen kleinen Einblick in die aufregende Welt des Renn-sports zu geben, schreiben wir im Folgenden unsere Höhen und Tiefen nieder, die wir gemeinsam als Eleven-O-Six Racing Team dieses Jahr bei der FSG erleben durften: Die Aufgabe der FSG für die teilnehmenden Teams ist  klar formuliert: es gilt ein bestmögliches Konzept aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzierung und Marketing eines Rennwagens in die Realität umzusetzen. Dabei kommt es auf die Leistungen eines jeden Einzelnen in jeder Abteilung an. Die Zusammenarbeit muss lückenlos ineinandergreifen um den sehr engen Zeitplan einzuhalten.

Hamburg, Di. 4. August
„Was??? Wir fahren die Nacht durch?“  Begeistert über das anstehende Event trudeln alle Teammitglieder in der Werkstatt ein. Alle packen mit an. Und so ist das ganze Equipment – und natürlich das Herzstück: der „White Tiger“ – nach dem obligatorischen Durcheinander, in Windeseile verladen und sicher auf den LKW verstaut. Bei der Ankunft in den frühen Morgenstunden sind schon die ersten Zelte aufgebaut. Am Eingang zur Rennstrecke stehen schon einige junge Leute versammelt in einer Schlange – doch sie warten nicht etwa auf den Einlass zu einem Pop-Konzert. Alle Anwesenden warten nur auf die Registrierung durch die Officials der FSG. Was aber fast genau denselben Effekt hat, denn wer zuerst kommt mahlt zuerst. Und ein guter Platz kann bei diesem Wettbewerb schon von entscheidendem Vorteil sein. Man(n) scheut sich also auch nicht, eine Nacht im Schlafsack auf dem Asphalt vor dem Anmeldebüro um die Ohren zu schlagen. Von Schlaf kann da ja kaum die Rede sein, denn beim Warten treffen die konkurrierenden Teams das ers-te Mal aufeinander. Und da gibt es ja so allerhand Gesprächsstoff …

Hockenheim, Mi. 5. August
„Wie passend: strahlender Sonnenschein“ Endlich ist es wieder einmal soweit: der Hockenheimring öffnet seine Pforten und wird Schauplatz der FSG 2009. 78 Teams aus aller Welt stellen sich der internationalen Konkurrenz. Das ersehnte Ereignis, auf welches das Eleven-O-Six Racing Team ein ganzes Jahr fieberhaft hingearbeitet hat, beginnt. Und dann geht alles ganz schnell: Anmeldung und Pit einrichten bestimmen das weitere Tagesgeschehen. Sobald der Flitzer im Pit steht, wird nochmal Schritt für Schritt alles kontrolliert, damit im entscheidenden Augenblick auch wirklich alles klappt.

Hockenheim, Do. 6.August
„Scruteneering? Das bedeutet übersetzt: „Zerreißprobe für das Team“ Trotz des Wettbewerbes ist die Formula Student von dem Prinzip „Jeder hilft Jedem“ geprägt. Der Sportsgeist ist enorm groß. Aber auch an Anerkennung und Anfeuerung für die anderen Teams wird nicht gegeizt. Bei der FSG liegen Glück und Unglück oft nah beieinander. Das Hoffen und Bangen der Teammitglieder haben jedoch alle gemein: ob der Renner die wachsamen und unbestechlichen Augen der Prüfer bei der technischen Inspektion (Scruteneering) schafft? Ob alle Räder beim Braketest blockieren? Ist der Auspuff nicht zu laut für den Noisetest? Wenn man soviel Herzblut, Arbeit, Schweiß und sogar manchmal Tränen in so ein Auto investiert, dann ist die Freude über jede der bestandenen Teilprüfungen immer ungehalten groß. Spontaner Jubel und Applaus verleihen dieser Freude Ausdruck.

Hockenheim, Fr. 7. August
„And the winner is…  part 1“ Am dritten Tag bestimmen die sogenannten Static Events unseren Tag. Design Engeneering, Business Plan und Cost Report wurden mit mehr oder weniger Erfolg präsentiert. Die ersten Enttäuschungen machen sich in der Gesamtstimmung unseres Teams breit. Obwohl jeder immer sein bestes gibt, ist genau das manchmal nicht genug. Die Ersten Preise werden vergeben, doch unser Team ist nicht unter den glücklichen Gewinnern. Am Abend  vertreibt die Nachricht über den elften Platz im Cost Report das kleine Tief und auf den Erfolg wird angestoßen.

Hockenheim, Sa. 8. August
„Die Luft brennt!… ab dem Moment wenn die Renndisziplinen beginnen“ Spätestens heute ist auch das ruhigste der Teammitglieder nicht mehr zu halten. Die dynamischen Events steigern die FSG langsam zu ihrem Höhepunkt. Und obwohl jedes Team auf seinen Renner konzentriert ist, bleibt ab und an ein kleines Staunen für die Leistung der Konkurrenz. Sind Acceleration, Autocross und Co. erst einmal überstanden, geht die Vorbereitung für die letzte Teildisziplin in die heiße Phase. Da bekommt so mancher Schrauber nur zwischen den Werkzeugen im Pit eine Mütze Schlaf …

Hockenheim, So. 9. August
„And the winner is… part 2“ Und dann naht der Augenblick der Wahrheit – die Endurance. Ein 22 km langer Parcours mit engen Kurven, Schikanen und rasanten Beschleunigungs-bzw. Bremspassagen inklusive Fahrerwechsel. Diese Teildisziplin ist jedes Jahr eine Herausforderung für Mensch, Maschine und Material. Die Ausfallquote bei diesem Rennen lag bei über 65 Prozent. So können wir unser  Eleven-O-Six Racing Team voller Stolz  zu einem der 26 Teams zählen, welche komplett durchgefahren sind. Und das trotz Problemen mit der Schaltung: mit nur einem Gang mussten die Fahrer diese Herausforderung bewältigen. Dem Anlass entsprechend wird der Abschluss dieser internationalen Veranstaltung gebüh­rend mit einer riesigen Party gewürdigt. An allen Tischen wird ausgelassen gefeiert. Die Teams lassen die Ereignisse ebenso wie die Ergebnisse der vergangenen Tage  mit viel Spaß, bei lauter Musik und gigantisch guter Laune in fast allen Sprachen nochmal Revue passieren. Und so geht eine erlebnisreiche Woche für das Eleven-O-Six Racing Team zu Ende und die Heimfahrt nach Hamburg steht an. Wir verabschieden uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn wir wissen: we will be back next year! Same time, same place – but a much better car!

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