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40-jähriges Jubiläum der Björn-Steiger-Stiftung

„Ich freue mich, einer Stiftung gratulieren zu dürfen, die in Deutschland und darüber hi­naus zu einem Symbol dafür geworden ist, was die private und soziale Initiative von Einzelnen gesellschaftlich und politisch bewirken kann“, freute sich Ministerpräsident Günther H. Oettinger beim Empfang anlässlich des 40. Geburtstages der Björn-Steiger-Stiftung. Eine große Party zum 40. Jubiläum wollte das Ehepaar Steiger nicht, schließlich ist der Anlass für die Stiftungsgründung der Tod ihres Sohns Björn im Jahr 1969. Durchweg positiv und beeindruckt zeigten sich auch die anderen Laudatoren. So findet es Dr. Rüdiger Grube, Vorstand der deutschen Bahn AG, bemerkenswert, dass ausgerechnet ein Architekt den Ärzten beweisen muss, wozu die Medizin fähig ist. „Wenn man sich die Geschichte der Björn-Steiger-Stiftung anschaut, scheint sie auf zwei Grundsätzen zu basieren: 1. Geht nicht, gibt’s nicht und 2. Aufhören gilt nicht“, sagte er in seiner Rede. Neben viel mündlichem Lob gab es auch eine Medaille. Winnendens Oberbürgermeis­ter Bernhard Fritz überreichte dem Ehepaar Steiger die goldene Bürgermedaille mit den Worten: „Familie Steiger und die Björn-Steiger-Stiftung haben Winnenden bundesweit, ja weltweit, bekannt gemacht und ich bin stolz, wenn ich an einer Notrufsäule vorbeifahre und damit assoziiere, dass dies eine Winnender Initiative ist.“ Irmelie Altendorf, Ehefrau des verstorbenen Künstlers Professor Wolfgang Altendorf, überreichte einen Bildpreis. Der Festakt endet mit Justus Frantz, der am Flügel schon eingangs für einen angemessenen musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte.  Mit Chopin entlässt er die über 450 geladenen Gäste in angeregte Gespräche und interessante Begegnungen.

Notfallhilfe der Björn-Steiger-Stiftung seit 40 Jahren
Die Notfallhilfe in Deutschland ist eng mit der Björn-Steiger-Stiftung verbunden. 1969 als gemeinnützige Organisation gegründet, ist die Björn-Steiger-Stiftung federführend in der Entwicklung der deutschen Notfallhilfe. Seit 40 Jahren unterstützt und entwickelt die Stiftung viele Initiativen, die die Notfallhilfe in Deutschland kontinuierlich verbessert haben. Dazu gehören beispielsweise die bundesdeutschen Notrufnummern 110/112, Notruftelefone, Sprechfunk im Krankenwagen, die Luftrettung und der Baby-Notarztwagen. Mit den Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte konnte die Zahl der Verkehrstoten von 20.000 (1970) auf heute unter 5.000 Menschen jährlich (2008) gesenkt werden.

Ein tragischer Anlass führte zur Gründung der Björn-Steiger-Stiftung. Der knapp neunjährige Björn Steiger wurde am 3. Mai 1969 auf dem Heimweg von einem Auto erfasst. Trotz sofortiger Alarmierung des Rettungsdienstes durch hilfsbereite Passanten dauerte es über eine Stunde, bis ein Krankenwagen am Unfallort eintraf. Björn Steiger starb auf dem Weg in die Klinik am Schock. Björns Eltern, Ute und Siegfried Steiger, gründeten am 7. Juli 1969 die Björn-Steiger-Stiftung und setzten sich das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Notfallhilfe in Deutschland zu leisten. Erste Aufgabe war 1969 die Verbesserung des Rettungsdienstes im Großraum Winnenden (Baden-Württemberg). Kurz darauf richtet sich die Björn-Steiger-Stiftung mit Sitz in Winnenden überregional aus. Sie wird durch namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt. Zum Präsidialrat gehören Rolf Deyhle, Prof. Dr. Jürgen Gramke, Liz Mohn, Friede Springer, Viktor Klima, Dr. Jürgen Weber und Willy F. Weber. Der verstorbene Bundespräsident a.D. Johannes Rau war Schirmherr der Stiftungsinitiative „Kampf dem Herztod“.

Ziel: Die deutsche Notfallhilfe permanent verbessern
Vor 40 Jahren existierte kein effektives Rettungssystem: Es gab beispielsweise keinen Funk, keine Leitstellen, keine Rettungswagen. Sanitäter waren zum Teil ehrenamtliche Helfer, deren Ausbildung oft nicht über einen Erste-Hilfe-Kurs hinausging. Erst aufgrund der Initiative der Björn-Steiger-Stiftung wurde das Berufsbild „Rettungssanitäter“ (1976) und später das Berufsbild „Rettungsassistent“ (1989) geschaffen. Heute hingegen lernt jedes Kind die einheitliche Notrufnummer 110/112, es gibt über 20.000 Notrufsäulen im gesamten Bundesgebiet, Laien-Defibrillation ist in Deutschland kein Fremdwort mehr, und Menschen können über ihr Mobiltelefon bei Notruf kostenlos geortet werden. All das ist für viele Menschen selbstverständlich – die Stiftung kämpft seit 40 Jahren mit Unterstützung von Spenden dafür und engagiert sich auch zukünftig für die Verbesserung der Notfallhilfe.

Retten macht Schule
Jeder weiß es eigentlich: Erste Hilfe ist überlebenswichtig. Fakt ist aber, dass sich die meis­ten Deutschen unsicher fühlen wenn es darum geht, Erste Hilfe tatsächlich zu leisten. Dabei kann ein Ersthelfer vor Ort Leben retten. Stiftungsvorstand Pierre-Enric Steiger erklärt: „Kein Arzt oder Rettungsdienst kann so schnell zur Stelle sein. Daher liegt das Leben der Betroffenen meist in den Händen der Umstehenden.“ Kinder und Jugendliche gehen unbefangener mit dem Thema um und sind bereits ab dem 12. Lebensjahr in der Lage, einen erwachsenen Menschen wiederzubeleben. Deshalb sieht „Retten macht Schule” vor, in einer Unterrichtseinheit zu vermitteln, Mitmenschen mit der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung zu retten. Der „Erste-Hilfe-Tag” soll jedes Jahr im November stattfinden. „Wir hoffen, dass durch frühzeitiges Heranführen an die Erste Hilfe die Scheu, am Notfallort beherzt zu handeln, abgebaut wird“, so Steiger weiter.

Für die Umsetzung des Projekts benötigt die Björn Steiger Stiftung insgesamt eine Million Erste-Hilfe-Übungspuppen, die anschließend in den folgenden siebten Klassen wieder genutzt werden können. Da jede Puppe in der Herstellung 15 Euro kos­tet, werden zahlreiche Paten gesucht, die helfen, das Projekt durch ihre Spenden zu finanzieren. Mit nur 15 Euro kann also ein Schüler zum Lebensretter ausgebildet werden! Erste prominente Paten gibt es bereits: Stars wie Sonya Kraus, Patrick Nuo, Alexander Mazza, Kim Fisher, Ulrich Pleitgen, Bruno Eyron und viele, viele mehr haben sich entschieden, „Retten macht Schule“ aktiv zu unterstützen.

Björn Steiger Stiftung
Petristraße 12
71364 Winnenden
Telefon (07195) 3055-0
Telefax (07195) 68883
www.steiger-stiftung.de

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