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Handwerk

Nach dem Bund Berufsausbilder werden

PetermannDer 27-jährige Christian Petermann aus Feilbingert ist gelernter Metallbauer. Nach Abschluss seiner Berufsausbildung verpflichtete er sich in 2003 für acht Jahre bei der Bundeswehr. Seine Motive waren: der Reiz, etwas Neues kennen zu lernen, die Freude an Menschenführung sowie Auslandserfahrungen zu sammeln. Seine Grundausbildung als Pioniersoldat absolvierte er beim Spezialpionierbataillon 500 in Speyer, im Anschluss an die Vollausbildung wurde er Brandschutzunteroffizier an der Bundeswehrschule für ABC-Abwehr- und Selbstschutz in Stetten am Kalten Markt. Nur ein Jahr später, in 2006, erfolgte der erste von drei Auslandseinsätzen auf dem Balkan; in 2007/08 dann in Afghanistan, und im Herbst 2008 noch einmal auf dem Balkan.

Die Militärzeit hat den Stabsunteroffizier maßgeblich geprägt: Wesentliche positive Erfahrungen waren für ihn Kameradschaft und Zusammenhalt untereinander sowie die Anerkennung von Hilfe und Unterstützung von Einheimischen in Krisen- bzw. Kriegsgebieten. Die Kehrseiten des Militärdienstes waren für ihn die sehr hohe Belastung als Brandschutzsoldat, knappe Freizeit und kaum Gelegenheit zu einem Privatleben, bedingt durch häufige Abwesenheiten vom Wohnort infolge zahlreicher Lehrgangsbesuche, Wachdienste und Einsatzvorhaben. Dadurch – so hat es Christian empfunden – waren für ihn Soldatenberuf und Familienleben unvereinbar und ihm wurde klar, dass er deshalb nach Ablauf seiner Verpflichtungszeit den Dienst quittieren würde.

Sein ziviles Berufsziel ist jetzt, Berufsausbilder in einem Angestelltenverhältnis zu werden, wozu er die Aufstiegsfortbildung zum „Technischen Organisator Metallbautechnik“ anstrebt. Bei Entwicklung und Umsetzung dieses Zieles hat der für ihn zuständige Berufsförderungsdienst (BFD) in Speyer stets flexibel mitgeholfen und aktiv unterstützt, vor allem auch auf kurzfristigen Beratungsbedarf reagiert. Das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz hat dann in enger Zusammenarbeit mit ihm einen Individuellen Förderplan mit diversen Lehrgangsmodulen aufgestellt, aus dem hervorgeht, welche Teilabschlüsse wann und wo zu absolvieren sind.

Aufgrund seines Werdegangs gibt Christian allen Soldaten in vergleichbarer Situation folgende Empfehlungen mit auf den Weg:

• Sich frühzeitig überlegen, was man nach der Bundeswehrzeit beruflich machen will

• ca. 3 Jahre vor Dienstzeitende das Beratungsgespräch mit dem BFD suchen

• sich selbst frühzeitig und intensiv um die Aufstellung eines Individuellen Förderplans bemühen, ggfs. das Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft hierzu nutzen

• BFD-Angebote zu internen und externen Maßnahmen unbedingt wahrnehmen, da diese gut weiterhelfen und aufklären.

Dr. Lothar Greunke

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